Alle Artikel in: Residenz München

 

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Revolution und der Absetzung der Wittelsbacher 1918 ist die Münchner Residenz die wichtigste Regierungszentrale und das Herz Bayerns gewesen. Die zahlreichen Geschichten, welche dieser besondere Schauplatz bisher erlebt hat, werden in dieser besonderen Kategorie von unserem Kurator Dr. Christian Quaeitzsch mit einer guten Portion Humor erzählt!

Kunst ist schön – manchmal vor allem ganz schön schwer

Eine  häufige Antwort, die man von Museumsmenschen auf die Frage erhält, warum sie ausgerechnet diese Arbeit gewählt haben, ist, dass sie gerne unmittelbar mit den historischen oder künstlerischen Objekten arbeiten wollen. Dieser Wunsch wird in einer fast ausufernden Sammlung wie der des Residenzmuseums erfüllt – manchmal fällt er einem aber auch fast buchstäblich auf die Füße…

Besinnlich ist das nicht – Winterdarstellungen in der Residenz, Teil 1

Für unser Museum neigt sich ein ereignisreiches, mitunter turbulentes Jahr seinem Ende entgegen: Wir konnten die Wiedereröffnung der Grünen Galerie feiern und viele Tausend Besucher während der Residenzwoche empfangen. Es galt die neue Präsentation der vergoldeten Bronzen zu organisieren und auch sonst ist uns mit Restaurierungen, Führungen und sonstigen Veranstaltungen kaum langweilig geworden. Schließlich rummelt, silberglöckchenklingelt und duftet noch das alljährliche Weihnachtsdorf im ehrwürdigen Geviert des Kaiserhofs.

Variable Gesprächsrahmen – wie virtuose Schnitzkunst den Dialog befördert….

Golden schimmernd ringelt sich eine gezackte Akanthusranke eine vielfach profilierte Leiste entlang, bevor sie in zart gravierte ornamentale Muster ausläuft. Eine zweite hebt sie von ihrem sorgfältig beschnitzten Untergrund ab, rollt sich wie eine Schlange zusammen und löst diese Spannung dann in einer Reihe von gegenläufigen C-Schwüngen auf. Diese setzen sich zusammen zur bewegten Kontur einer breiten Kartusche, in deren Mitte wiederum die plastische Form einer stilisierten Muschel sitzt – und so weiter…  

Wichtig ist, dass alles in einem gepflegten Rahmen stattfindet….

Dass die Rahmung eines Gemäldes dessen Wirkung in hohem Maße mit beeinflusst, ist inzwischen fast schon eine Binsenweisheit. Daher ist es eigentlich erstaunlich, wie lange dieser Faktor relativ wenig beachtet wurde. Oft als reines, wenn auch unverzichtbares Beiwerk erachtet, sollte die Rahmung häufig bloß nicht von dem Werk, das sie umschloss, ablenken und trat daher so weit wie möglich zurück.