Alle Artikel in: Residenz München

 

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Revolution und der Absetzung der Wittelsbacher 1918 ist die Münchner Residenz die wichtigste Regierungszentrale und das Herz Bayerns gewesen. Die zahlreichen Geschichten, welche dieser besondere Schauplatz bisher erlebt hat, werden in dieser besonderen Kategorie von unserem Kurator Dr. Christian Quaeitzsch mit einer guten Portion Humor erzählt!

Nichts bleibt, wie es is(s)t…. – Der verschwundene Speisesaal des François Cuvilliés

So mancher, der heute durch die über 120 Schauräume unserer Residenz wandert und die oft gleich mehrfach vorhandenen, prachtvoll ausgestatteten Schlafzimmer, Schreibkabinette, Festsäle und Vorzimmer bewundert, vermisst in diesem ganzen höfischen Ausstattungsluxus oft zwei Sorten von Gemächern, die mittlerweile zum wohnen einfach dazugehören: Badezimmer und ein Raum für die täglichen Mahlzeiten. Das Fehlen von repräsentativen und kommoden Badezimmern in unserem Schloss ist ein betrübliches und etwas anrüchiges kulturhistorisches Thema, das demnächst einmal in einem eigenen Beitrag behandelt werden soll. Die vergebliche Suche nach einem gemütlichen Esseckchen für den bayerischen Kurfürsten und seinen Hofstaat hat hingegen seine eigene Geschichte:

„Ja wo laufen sie denn?“ – der Vier-Schimmel-Saal der Residenz, ein rätselhafter Name und ein göttliches Programm

Zu den wenigen gänzlich von Grund auf rekonstruierten Räumen der Residenz gehört neben dem großen, häufig für Konzerte und Veranstaltungen genutzten Kaisersaal am Hofgarten auch der westlich an diesen anschließende Vierschimmelsaal. Erbaut und eingerichtet wurden sie beide ursprünglich im ersten Viertel des 17. Jh. Übrigens ist hier einmal nicht die umfängliche Zerstörungskraft des Weltkriegs Ursache für den Untergang eines frühbarocken Raumkunstwerks, sondern die Baulust des frühen 19. Jh.

Macht hoch die Tür… – oder zumindest schön! weiß-goldene Schnitzkunst im Puille-Kabinett

Weihnachtszeit ist Adventskalenderzeit und Adventskalenderzeit ist Türchenzeit: Während in den Büros und Designabteilungen der Lebensmittel- und Geschenkeindustrie vermutlich ab Hochsommer verzweifelte Grafiker über der Frage brüten, welche niedlichen Sympathieträger, Nikoläuse und rotnasigen Rentiere denn diese Saison wieder auf die vermaledeiten vierundzwanzig vorgestanzten Kalenderöffnungen gedruckt werden können, haben wir dieses Problem in der Residenz zum Glück nicht: Türe und Toren in diversen Größen, Farben und Formen haben wir deutlich mehr als vierundzwanzig und die Überraschungen dahinter sind zwar selten aus Schokolade, machen aber dennoch viel Freude.

Zum Valentinstag: Herzen und Schmerzen im Herzkabinett

Heute ist Valentinstag – allen, die selber im Gegensatz zu ihrer Partnerin oder ihrem Partner nicht en détail vertraut sind mit anglo-amerikanischen Festgebräuchen fährt vielleicht spätestens jetzt ein warnender Schreck in die Glieder. Vor Ladenschluss heißt es noch, abgeerntete Blumenläden oder die leergeräumte Süßigkeitenecke an der Tengelmannkasse zu plündern, um noch irgendetwas Zuckriges in Herzform, umhüllt von rotem Staniolpapier zu ergattern – „Schatz, dass Du daran gedacht hast…“. Auch wir in der Residenz sind uns der Bedeutung dieses Festtags der Liebe bewusst, können uns aber entspannt zurücklehnen, befindet sich doch in unserem Museum bereits das ultimative Manifest zwischenmenschlicher Zuneigung: Das Herzkabinett der Kurfürstin Henriette Adelaide (Raum 68).

Niederrhein im Alpenraum – ein Düsseldorfer Prachtlüster in der Residenz

„Ganz schön viel Aufwand für so ein paar Kerzen“ mag mancher Besucher denken, der heutigen Tags auf Entdeckertour durch die Residenz das einstmalige Vorzimmer der Kurfürstinnen durchquert: Von der Mitte der Decke hängt an einer starken Kette ein monumentales Silberobjekt, das sich beinahe erst auf den zweiten Blick als ein – allerdings überaus prunkvoller – Lüster zu erkennen gibt.

„Über meinem Werke wölbt sich das Monument…“ – Der Nibelungengang in der Residenz

Dass 2013 Wagnerjahr ist, haben inzwischen auch all diejenigen zwischen Leipzig und München mitbekommen, die vielleicht nicht zu den unbedingten Fans des Bayreuther Musikgiganten mit seinen vielstündigen Götter- und Heldenopern zählen und den Ring lieber beim Juwelier als im Opernhaus bewundern.  

Eine schimmernde (Geburtstags-)Tafel: Das Münchner Vermeil-Service von Odiot und Biennais

Letzte Woche jährte sich zum 250. Mal der Geburtstag von Jean-Baptiste-Claude Odiot (1763-1850), einem der berühmtesten und einflussreichsten Silberschmiede des 19. Jahrhunderts. In der Residenz können wir noch heute eins der größten zusammenhängenden Tafelservice seiner europaweit tätigen Werkstatt präsentieren.