Alle Artikel in: Residenz München

 

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Revolution und der Absetzung der Wittelsbacher 1918 ist die Münchner Residenz die wichtigste Regierungszentrale und das Herz Bayerns gewesen. Die zahlreichen Geschichten, welche dieser besondere Schauplatz bisher erlebt hat, werden in dieser besonderen Kategorie von unserem Kurator Dr. Christian Quaeitzsch mit einer guten Portion Humor erzählt!

Kabinett der Königin Residenz München

„Schiller“nde Bilderwelt – Das Schreibkabinett der Königin im Königsbau

„Schillers „Musenalmanach“ ist jetzt auch raus: Beim „Lied von der Glocke“ sind wir fast von den Stühlen gefallen vor Lachen…“. Eher maliziös tönt im Jahr 1799 die literarische Erstkritik der Schriftstellerin Caroline Schlegel (1763-1809) über das eben damals erschienene Gedicht des großen Mannes, das kundigen Glockenguss und gelingendes Menschenleben in Parallele setzt und über dessen Länge abseits aller poetischen Vor- und Abzüge Generationen von Schülern gestöhnt haben. Vermutlich ging der selbstbestimmten Caroline die betuliche Art gegen den Strich, mit der der kränkelnde Dichterfürst die Rolle des weiblichen Geschlechts als „züchtige Hausfrau und „Mutter der Kinder“ vorbestimmte. Auf jeden Fall zeigt sich, dass der Zugang der Zeitgenossen zu „Schiller und Goethe“ – dem nur wenig später als unerreichbare „Olympier“ apostrophierten Weimarer Siegerduo in der literarischen Schwergewichtsklasse – erfrischend unbefangen war. Vor diesem Hintergrund mag man auch im unlängst wiedereröffneten Königsbau der Münchner Residenz einen hoffentlich interessierten Blick in das Schreibkabinett der Königin Therese, Gemahlin des Bauherrn Ludwig I. (reg. 1826-48), werfen, an dessen Wänden und Decke zahlreiche gemalte Szenen aus Schillers Werken erscheinen.

Header Teller Residenz

Stresstest für den „Hofmarschall“ – ein Blick hinter die Kulissen des fürstlichen Speisesaals

SchlossGenuss, so heißt die aktuelle Blogparade die derzeit von „Schlösser und Gärten e.V.“ veranstaltet wird – und das verheißungsvolle Motto kann vieles beinhalten – es mag gelten für das erfreuliche tête-à-tête des allergnädigsten Landesvaters mit der tagesaktuellen Mätresse im dezent-prunkvollen Interieur eines Rokoko-Kabinetts.

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Heiße Bilder – enkaustische Malereien in der Residenz

Man merkt es schon an den derzeit seltenen Blogbeiträgen – wir haben in diesen Wochen viel zu tun: Hinter der seriösen Fassade des klassizistischen Königsbaus der Residenz herrscht weitgehend unsichtbarer, aber nichtsdestotrotz turbulenter Betrieb. Während auf der einen Seite Bestandteile künftiger Vitrinen in neue Sammlungsräume hineingetragen werden, kommen auf der anderen die lange Jahre deponierten Exponate an, um sorgsam jeweils in ihrem neuen gläsernen Zuhause aufgestellt zu werden.

Silberteller

Es kommt ein Schiff beladen bis an sein höchsten Bord….: Eine schimmernde Neuerwerbung für die Silbersammlung

Kurz vor Weihnachten haben wir in der Residenz auch einmal Nikolaus gespielt und uns selbst – und damit auch stellvertretend unsere Besucher – mit einem schönen Stück aus dem Kunsthandel beschenkt: Während aber der fromme Bischof Nikolaus aus dem kleinasiatischen Myra armen Mädchen in Not Goldklumpen in die aufgehängten Strümpfe zu werfen pflegte, landete bei uns ein silberner Teller auf dem Gabentisch; und während besagte Socken zum Trocknen über dem Kamin hingen, in dem ein lustiges Feuerchen brannte, stammt unser Erwerbung aus den Tiefen des feuchten Nass….

Königsbau Residenz München

Der König ist tot – Lang lebe der König! Ludwig I. und sein Königsbau…

Schön könnte man heute bei Sonnenschein und klirrender Kälte an den 150. Todestag des bauwütigen Bayernkönigs und Kunstmäzens Ludwig I. (1786-1886) erinnern, wenn der royale Tausendsassa, zeitlebens ein Liebhaber guter Auftritte und überraschender Abgänge (nicht zuletzt so vorzeitig wie final von der politischen Bühne im Revolutionsjahr 1848), nicht ausgerechnet an einem 29. Februar im mondänen Nizza verstorben wäre!

Einst und Jetzt – ein virtueller Rundgang um die Residenz zwischen 1826 / 2013

Wer die neue Pinakothek besucht, stößt im Rundgang durch die Säle des frühen 19. Jahrhunderts auf eine Zahl schöner Gemälde von der Hand Domenico Quaglios (1787-1837), Mitglied einer weitverzweigten, ursprünglich aus Italien stammenden Künstlerfamilie von Malern, Architekten und Bühnenbildnern, die im Gefolge des Kurfürsten Karl Theodor Ende des 18. Jahrhunderts nach München kam.

Ich saz ûf eime steine – als im Königsbau noch Minnesang erklang

Ziemlich eng wird es für die Schar von Figuren, die sich auf der kleinen rundbogigen Holztafel in schwerem Goldrahmen versammelt haben. Rechts im Vordergrund sitzt ein bärtiger blonder Mann mit einer Laute im Schoß – doch scheint er weniger seinen Zuhörern vorzusingen, als sie zu belehren.