Alle Artikel in: Residenz München

 

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Revolution und der Absetzung der Wittelsbacher 1918 ist die Münchner Residenz die wichtigste Regierungszentrale und das Herz Bayerns gewesen. Die zahlreichen Geschichten, welche dieser besondere Schauplatz bisher erlebt hat, werden in dieser besonderen Kategorie von unserem Kurator Dr. Christian Quaeitzsch mit einer guten Portion Humor erzählt!

Freudenfeuer findet nicht statt – Barocke Festspektakel am Münchner Hof

Wenn Petrus, den man sich hierzulande ja eh‘ als freundlichen Grantler vorstellt, mitspielt, kann der September der schönste Monat im Münchner Jahr sein: Der dann tatsächlich oft vorschriftsmäßig weißblaue Himmel strahlt mit ozongesättigter Intensität auf Menschen, Sehenswürdigkeiten und Alpenpanorama herab und die laue Luft trägt Blasmusik heran – denn das Oktoberfest beginnt mit dem festlichen Einzug der Wiesn-Wirte.

Ma trés chère amie… – Max Emanuels große Liebe

Februar 1717: In Paris, das nach der schier endlosen Regierung Ludwigs XIV. unter der Herrschaft des genussfreudigen Regenten Philippe d’Orléans interessante Zeiten erlebt, stirbt die gleichfalls lebenslustige Agnes Françoise Le Louchier – ihrem Namen und Titel nach die Gemahlin des kurbayerischen Offiziers Franz Graf von Arco, tatsächlich aber die langjährige Geliebte und einflussreiche Hauptmätresse des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel.

Fürstliche Spielwiese(n) aus Schildpatt und Silber – zwei Augsburger Kabinettschränke von 1680/85

Unter den zahlreichen Schätzen der Möbelkunst des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, die in den Gemächern und Sälen der Residenz versammelt sind, sticht ein zusammengehöriges Paar hockbarocker Kabinettschränke, die heute in den sogenannten Trierzimmern aufgestellt sind, durch raffiniertes Farbenspiel und originellen Dekor heraus.  

Unser Rückblick 2012: zwischen Pomeranzenduft, essigsaurem Wasser, sächsischem Buddhapriester und Prinzregentenzeit

Heilig Abend steht vor der Tür. Die heimischen Tannenbäume werden weihnachtlich geschmückt, die Öfen laufen auf Hochtouren und die Kalorienzähler auch. Gute Vorsätze zum Jahreswechsel gibt es nun genügend. Zuvor stürzt sich aber der ein oder andere von uns noch auf den letzten Drücker ins Getümmel der Weihnachtseinkäufe, beschallt von Jingel Bells und Weihnachtsklassikern der Popmusik, bevor es dann doch hoffentlich ruhiger und besinnlicher zugeht. Auch wir befinden uns im Endspurt – Zeit also, unser Jahr 2012 Revue passieren zu lassen.

Ein neues Stück für unsere Sammlung: Kurbayerische Bildpropaganda auf einem barocken Thesenblatt

Schmuck präsentiert sich der große Kupferstich hinter Glas in seinem eleganten Graphikrahmen aus hellem Holz. In diesem Zustand erinnert nichts mehr an die mühselige und kleinteilige Arbeit, die damit verbunden ist, ein fragiles und nicht immer als museale Kostbarkeit erachtetes Stück bedrucktes Papier aus dem 17. Jahrhundert wieder möglichst nah an sein ursprüngliches Erscheinungsbild heranzuführen.

Die zehnte Residenzwoche kündigt sich an

Mitte Oktober wird es wieder einmal soweit sein: Wenn auf der Festwiese abschließender Kassensturz gemacht und das Riesenrad langsam in seine Einzelteile zerlegt wird, beginnt in der Residenz die heiße Phase der Aufbauarbeiten: Wie jedes Jahr laden wir in der Woche nach dem Oktoberfest vom 12. bis zum 21. Oktober zur Residenzwoche ein – dieses Jahr schon zum zehnten Mal seit 2002.

Zwei Feldherren und ein Schlitten – ein oscarreifes Faschingsspiel in der Residenz

Wer diesen Blog verfolgt, der weiß, dass die Residenz München wunderbare Filmplots bereithält. Die Komödie freilich, die sich hier am Rosenmontag 1684 abspielte, hat mehr als nur einen Oscar verdient. Ihre Protagonisten sind aufstrebende Stars am Firmament der europäischen Politik des 17. Jahrhunderts. Der eine, Kurfürst Maximilian II. Emanuel, gerade einmal 22 Jahre jung, ehrgeizig und selbstverliebt, seit knapp vier Jahren Herrscher in Bayern, ein Draufgänger und Eroberer von Frauenherzen, der seine Rolle am Schlachtfeld der Weltgeschichte in Siegerpose bejubelt.