Alle Artikel in: Residenz München

 

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Revolution und der Absetzung der Wittelsbacher 1918 ist die Münchner Residenz die wichtigste Regierungszentrale und das Herz Bayerns gewesen. Die zahlreichen Geschichten, welche dieser besondere Schauplatz bisher erlebt hat, werden in dieser besonderen Kategorie von unserem Kurator Dr. Christian Quaeitzsch mit einer guten Portion Humor erzählt!

„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ – Loreleys Schwester im Hofgarten

Klick! Mit einem metallischen Schlag stößt eine silbern glänzende Boule-Kugel eine andere ein Stück fort, und nach den ewigen Gesetzen des französischen Kugelspiels, die den Außenstehenden stets so mysteriös bleiben wie die Regeln des nur wenig dynamischeren Krickets, hebt das Geraune und der Disput der konkurrierenden Werfer an: Kurz – im Hofgarten nördlich der Residenz hat die Sommersaison begonnen! Eine allerdings bleibt von der Aufregung des Spiels unberührt – es ist die schöne Nymphe des Gartens, ein mythisch-mystisches Wassergeschöpf, das grünlich schimmernd auf dem kleinen Brunnen vor den westlichen Arkadenbögen thront.

Mittelalter-Popstar wartet auf seine Zeit – Die Konradinsuhr aus dem Festsaalbau

Mit elegischem Lächeln lehnt sich der junge Mann mit gekreuzten Armen an die große geschwungene Harfe neben ihm. Die strumpfbehosten Beine und das Liliendiadem auf den gewellten Haaren erinnern an Figuren mittelalterlicher Kirchenportale und stehen in einem merkwürdigen Gegensatz zu dem Uhrgehäuse auf der die kleine vergoldete Bronzefigur thront und das mit Ornamenten verziert ist, die sich aus der Antike herleiten. Es ist ein hübscher Anblick, wie der gekrönte Sänger lässig die Beine übereinanderschlägt, aber eigentlich wird hier eine tragische Geschichte erzählt: