Autor: Barbara Nahstoll

Tintenzeug Burg Prunn Ausstellung

Ein frühbarockes Tintenzeug – ein zufälliger Fund auf der Burg Prunn

Bei Arbeiten in der Burg Prunn fand der Kastellan per Zufall ein gut erhaltenes Tintenzeug. Auf der folgenden Abbildung sieht man das noch verunreinigte Fundstück in allen Einzelteilen: in der Mitte der Korpus, rechts der Sandstreuer und links der Rest des Tintenfasses. Zu einem Tintenzeug gehören, neben dem Korpus, der dekorativ aussehen soll, immer ein Tintenfass und ein Sandstreuer, die in die runden Aussparungen des sonst hohlen Korpus eingehängt werden. Mit dem Sand wurde die noch nasse Tinte, die mit einem angespitzten Federkiel aufs Papier gebracht wurde, durch Aufstreuen fixiert und getrocknet. Die Ablage vorne diente zum Niederlegen des Federkiels. Bei unserem Tintenzeug handelt es sich um eine Fayence. Der beige Tonscherben ist mit grün marmorierter Glasur überzogen. Diese Art der Glasuren findet man gehäuft im süddeutschen und südtiroler Raum. Vergleichbare Tintenzeuge weisen auf ein Entstehungsdatum um 1675 hin. Neben sehr feinen Tintenzeugen, die so wertvoll waren, dass sie nur für den höfischen Gebrauch geeignet waren, gibt es auch schon früh solche „irdenen“ Tintenzeuge, die hübsch anzusehen, für das gehobene Bürgertum gefertigt wurden. Der Korpus …

detail schreibwerkzeug linderhof

Der „Märchenkönig“ auf den Spuren der Pompadour: Die Restaurierung eines Schreibzeugs von König Ludwig II. aus Schloss Linderhof

Restauratorin Barbara Nahstoll von der Bayerischen Schlösserverwaltung berichtet über einen ganz besonderen „Patienten“ aus Schloss Linderhof. Lange Jahre harrte dieses prunkvolle Schreibzeug des bayerischen Königs Ludwig II. – durch Diebstahl eineinhalb seiner Globen und seiner Glockenkrone beraubt – recht ramponiert und eingestaubt in einem Schrank im Schlossdepot seiner Renaissance.