Alle Artikel in: Lieblingsstücke unserer Autoren

Unsere einzigartigen Schlösser und Burgen, Gärten und Seen spiegeln die vielfältige Kultur, Natur und Geschichte Bayerns wider und haben viel zu erzählen. Die persönlichen Lieblingsstücke unserer Autoren wollen wir Euch in dieser Kategorie vorstellen.

Farbig gefasste Gipsabgüsse von Früchten, Bayerische Schlösserverwaltung

Die Vielfalt der Zitrusfrüchte oder: Sind Orangen wirklich immer nur orange?

Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen und Zitronen sind für uns heute absolut selbstverständliche Massenprodukte. Früher stellte sich dies noch ganz anders dar: Zwar konnten einzelne Früchte bereits im Spätmittelalter über Händler aus Italien erworben werden, doch machte sie der aufwendige Transport über die Alpen mittels Pferdegespann teuer und exklusiv. Die Zitruspflanzen selbst gelangten vermutlich erst im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts und zunächst in geringer Stückzahl aus dem Mittelmeergebiet in die nördlichen Staaten jenseits der Alpen. Die arbeitsintensive, komplizierte und damit kostspielige Kultur der anspruchsvollen Gewächse, die in den kalten Monaten in einem zumindest leicht temperierten Gebäude überwintert werden mussten, ließen sie zu einem Statussymbol der Herrscher und reichen Bürger werden. In der Barockzeit wurden prächtige Orangeriegebäude eigens für die Überwinterung der begehrten Pflanzen errichtet und spezialisierte Gärtner für die Pflanzenpflege eingestellt. Zunächst kultivierte man insbesondere Pomeranzen, also Bitterorangen, zumal sie auch als robuster galten als die meisten anderen Zitrussorten; bis zum frühen 18. Jahrhundert hatte die Vielfalt der unterschiedlichen Arten und Sorten in den Zitrussammlungen dann auch jenseits der Alpen in beeindruckender Weise zugenommen. Neben …

Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha

In Stein gemeißelt – Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha

In unserer heutigen Blog-Folge blicken wir auf einen Coburger Prinzen, den es nach Portugal verschlug, um dort – die Coburger waren bekanntlich Meister darin – eine Dynastie zu begründen. In Erinnerung geblieben ist er vor allem als „Künstler-König“ („Rei-Artista“). Und wir zeigen euch aus den Weiten der Ehrenburg-Magazine ein bemerkenswertes Bildnis von ihm.

Ein histori(sti)scher Rechtsfall: Das restaurierte „Urteil Salomos“ aus dem Residenzappartement König Ludwigs II.

Rasch zu urteilen fällt uns oft leicht – zunehmend im gegenwärtigen Zeitalter schnell aufkochender medialer Empörung. Dabei ist ein gerechtes, zumindest abgewogenes Urteil zu treffen bekanntermaßen schwer, nicht zuletzt im Kultursektor! So wurde zum Beispiel die künstlerische Produktion, die Bayerns allseits geschätzter „Märchenkönig“ Ludwig II. (reg. 1864-1886) begeistert initiierte, abgesehen von seiner Wagner-Förderung lange Zeit als „monumentaler Kitsch“ kritisiert. Erst seit wenigen Jahrzehnten erfahren seine legendären Schlösser samt Ausstattung ihre ästhetische Rehabilitierung und werden heute als weltkulturerbeverdächtige Exzellenzbeispiele des internationalen Historismus gefeiert. Mit einem charakteristischen Erzeugnis dieser Kunst wollen wir uns in diesem Beitrag beschäftigen.

Ananasleuchter Ansbach Residenz

Exotisch & aus Porzellan – Der Ananaslüster in der Residenz Ansbach

Von Alexander Fischer Süß, Saftig und Exotisch So kennen wir sie: die Ananas. Doch aus Porzellan begegnet sie uns doch recht selten. Eine solche Frucht findet sich beispielsweise auf dem „Ananaslüster“ der Residenz Ansbach. Der Kronleuchter im fränkischen Ansbach besitzt 15 bronzene Arme und zeigt verschiedene Blüten, sowie Figuren aus Porzellan der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin (KPM). Er ist das kostbarste Stück im Audienzzimmer der Residenz und einer der seltenen erhaltenen Porzellanlüster des 18. Jahrhunderts. Das Stück ist eine Weiterentwicklung von Leuchtern der Porzellanmanufaktur Meißen und übertrifft sie in Pracht und Luxus. Das hier verwendete Modell wurde 1760 vom Modelleur Johann Joachim Kändler (1706-1775) entwickelt und von Friedrich II. von Preußen (1712-1786) in seiner Königlichen Porzellanmanufaktur übernommen. Schon vor Friedrich dem Großen schwärmten der erste preußische König, Friedrich I. (1657-1713) und seine Mutter Sophie Dorothea von Hannover (1687-1757) für Kronleuchter aus „weißem Gold“. Porzellanlüster galten als Höhepunkte einer barocken Porzellansammlung. Grund dafür ist ihre riskante und schwierige Herstellung. So setzte man zu Beginn noch der Einfachheit halber Kronleuchter aus verschiedenen, meist asiatischen Porzellanen zusammen. Doch schon …

Ludwig Christuskind Trausnitz

König Ludwig II. und das Jesuskind in der St. Georgskapelle auf der Burg Trausnitz

Es ist ein stilles Bild wie man es zur Weihnachtszeit oftmals sieht: Das Christkind – auf dem Schoß der Gottesmutter Maria sitzend – wird ehrfurchtsvoll angebetet. In der St. Georgskapelle auf der Burg Trausnitz in Landshut überrascht dieses Motiv mit einer Besonderheit: Hier kniet König Ludwig II. in prächtigem Gewand vor dem Jesuskind, das ihn mit offenen Armen begrüßt.

maurischer kiosk linderhof

Morgenländisches Flair in Bayern – Ludwigs II. orientalische Bauten im Schlosspark Linderhof

Gerade in dieser ungewöhnlichen Zeit träumen wir gerne von exotischen Paradiesen oder begeben uns beizeiten auf imaginäre Reisen in weit entfernte Länder und zu längst vergangenen Orten. Diese Sehnsucht nach dem Fernen und Unbekannten kann wohl nahezu jeder nachempfinden. So ist es im Grunde nicht weiter verwunderlich, dass auch Ludwig II. gerne von solchen Sehnsuchtsorten träumte – mit dem kleinen Unterschied, dass ihm die reine Vorstellung nicht genügte.

Aphrodite Aphrodisias

Aus Altötting oder aus Aphrodisias? – die dunkle Göttin des Antiquariums

Häufig erreichen uns Anfragen interessierter BesucherInnen zu einem ganz speziellen Stück aus den Sammlungen des Residenzmuseums: Weit oben auf der Liste stehen von jeher neugierige Erkundigungen, warum die Prunkbetten so hohe Liegeflächen haben (haben sie nicht, es handelt sich um kastenförmige „Tagesdecken“) oder warum die „Krone einer englischen Königin“ ausgerechnet im Schatz der bayerischen Herrscher glänzt (Relikt einer vorteilhaften Eheverbindung der pfälzischen Wittelsbacher mit dem Haus Lancaster). Ungewöhnlich ist hingegen die kürzlich eingegangene Bitte um Informationen zu der „Schwarzen Madonna“ im Antiquarium.

Reisekabinett Plassenburg

Renaissance-Reisekabinett um 1560 – Neues Schmuckstück für die Plassenburg

Von der Museumsreferentin für die Plassenburg Katharina Heinemann und dem Leiter der Möbelrestaurierung Heinrich Piening Das neueste Schmuckstück für die Ausstattung der historischen Räume der Plassenburg ist in geschlossenem Zustand ein schlichter Kasten, der rundum von einer glatten Haut mit farbigen Hölzern überzogen ist. Im geöffneten Zustand offenbart er sich als Kabinettschrank, der von seinem Besitzer als mobiler Schreibarbeitsplatz mit auf Reisen genommen werden konnte. Man könnte sagen, eine Art Vorläufer des Laptops.