Alle Artikel in: Lieblingsstücke unserer Autoren

 

Unsere einzigartigen Schlösser und Burgen, Gärten und Seen spiegeln die vielfältige Kultur, Natur und Geschichte Bayerns wieder und haben viel zu erzählen. Die persönlichen Lieblingsstücke unserer Autoren wollen wir Euch in dieser Kategorie vorstellen.

Cosa Rara Ludwig II

Statt duftendem Heu nur Braten, Forellen und Rotwein… König Ludwig II. und die Pferde

Von Philipp Weber Ludwig II. war zeit seines Lebens ein Pferdenarr und in jungen Jahren auch ein hervorragender Reiter. Stundenlang, so legen es Quellen nahe, sei der junge Ludwig auf der Reitbahn der Münchner Hofreitschule im Kreis geritten, um so für seine Distanzritte in Richtung der geliebten Berge in Form zu bleiben. In einem österreichischen Gesandtschaftsbericht aus dem Februar 1868 wird hierzu berichtet: „Der König erfaßt den Gedanken, die Reise an einen bestimmten Ort zu Pferde zu machen, berechnet die Distanzen im Verhältnis zum Umfange der Reitbahn und reitet dann mehrere Nächte hintereinander von 8 Uhr abends bis 2, 3 Uhr früh, gefolgt von einem Reitknecht, in der Bahn fort und fort, rund herum, ein jedes Pferd, so lang es gehen kann, hält nach einigen Stunden an und läßt sich in die Bahn ein frugales Souper bringen und reitet dann wieder weiter. Der Reitknecht, der mit dem Könige in der Reitbahn `von München nach Innsbruck´ geritten war, erhielt für diese Begleitung eine goldene Uhr mit Kette.“ Er liebte es auch, in seinen Prunkkutschen nachts durchs …

Hauskapelle Neuschwanstein

Der heilige Ludwig IX. von Frankreich, Namenspatron Ludwigs II.

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, Kurator der Schlösser Ludwigs II. Zum Geburtstag König Ludwigs II. am 25. August Ludwig I. von Bayern, Großvater Ludwigs II., wurde auf den heiligen Ludwig IX. getauft, weil er an dessen Namenstag, dem 25. August, geboren worden war. Als der nachmalige Ludwig II. auch an einem 25. August geboren wurde, bat sich Ludwig I. für seinen Enkel auch diesen Namen aus.

Dickbauchbuddha

Ostasiatisches Porzellan in Bayern

Die Ostasiatische Porzellansammlung der Wittelsbacher in der Residenz München ist eine der bedeutendsten fürstlichen Sammlungen dieser Art in Europa. Sie umfasst über 500 Porzellane aus China und Japan. Der Großteil der Stücke stammt aus der Zeit um 1700, als chinesische Luxusprodukte gerade besonders in Mode waren. Das kostbare Gut Porzellan wurde über die Seidenstraße oder den Seeweg nach Europa gebracht. Wir finden, damit ist „Ostindisches Porzellan in Bayern“ ein hervorragendes Thema für die Blogparade Europa und das Meer, die derzeit vom Deutschen Historischen Museum veranstaltet wird. Die Wittelsbacher und ihre Schätze aus dem Fernen Osten Die Wittelsbacher Sammlung geht auf die berühmte Kunstkammer Herzog Albrechts V. (reg. 1550-1579) zurück. In dem frühesten Inventar der Kunstkammer von 1598 sind bereits Porzellane erwähnt. Da es im Europa dieser Zeit noch kein Porzellan gab, muss es sich hier um chinesische Stücke handeln. Chinesisches Porzellan war zu Albrechts Zeiten ein ganz besonderer Luxusartikel, den man gerne unter Fürstenhäusern verschenkte. Über die Seidenstraße oder den Seeweg wurde das kostbare Gut nach Europa gebracht. Frühes chinesisches Porzellan kam möglicherweise über die …

bavarikon prunkmoebel spieltisch

Prunkmöbel aus Bayerns Schlössern: Ein Spieltisch aus dem 17. Jahrhundert

Die Prunkmöbel in Bayerns Schlössern halten so manche Überraschung parat. Sie verblüffen nicht nur durch vollendetes Kunsthandwerk und exquisite Materialien. Durch technisch ausgeklügelte Mechanismen lassen sich einige Möbel wie von Geisterhand öffnen – Spieltische verbergen ganze Spielesammlungen und Sekretäre ausgeklügelte Geheimfächer in ihrem Innern. Erkunden Sie mit unseren Filmchen und Animationen die Geheimnisse von Nähtischchen, Sammlungsschränken und anderen Möbeln. In loser Folge stellen wir Euch einige unserer schönsten und spannendsten Stücke vor.

detail schreibwerkzeug linderhof

Der „Märchenkönig“ auf den Spuren der Pompadour: Die Restaurierung eines Schreibzeugs von König Ludwig II. aus Schloss Linderhof

Restauratorin Barbara Nahstoll von der Bayerischen Schlösserverwaltung berichtet über einen ganz besonderen „Patienten“ aus Schloss Linderhof. Lange Jahre harrte dieses prunkvolle Schreibzeug des bayerischen Königs Ludwig II. – durch Diebstahl eineinhalb seiner Globen und seiner Glockenkrone beraubt – recht ramponiert und eingestaubt in einem Schrank im Schlossdepot seiner Renaissance.

Residenz Mars Bild

„Mars macht mobil“ – ein immer noch jugendlicher Held kehrt nach langer Abwesenheit heim!

Heute stellen wir einen relativ neuen Mitbewohner der Residenz vor, aber eigentlich geht es dabei um einen alten, wenn auch überraschend jung gebliebenen Bekannten! Allerdings handelt es sich bei dem adretten Jüngling mit lockigem Haar und athletischer Figur nicht um einen Olympioniken aus Fleisch und Blut, sondern um einen gemalten Olympier.

jasons ofen residenz

Ein heißes Teil – der Jason-Ofen in den „Reichen Zimmern“

Held Jason strahlt – Mission impossible accomplished! Während zu seinen Füßen ein geflügelter Drache mit friedlich ausgestreckten Pranken (magisch betäubt) wie ein kleines Schoßhündchen schläft, präsentiert der mythologische Prinz stolz wie Tom Cruise seinen Mithelden ( den sogenannten „Argonauten“) seine Beute – das berühmte goldene Vlies, ein wundertätiges Widderfell, das vom schnarchenden Untier bewacht wurde. Dass dieses Zauber-Vlies, das hier ein bisschen an ein modisches Handtäschchen erinnert, golden ist, sieht man, muss es andererseits aber auch wissen: Schließlich schimmert das ganze Relief, auf dem die berühmte mythologische Szene dargestellt ist, in metallischem Glanz! Es handelt sich um den keramischen Schmuck eines großen Prunkofens, der zusammen mit einem gleichfalls reich dekorierten Pendant im Vorzimmer des kurfürstlichen Paradeappartements der Residenz steht – den „Reichen Zimmern“.

Ein diplomatisches Geschenk mit (Vogel-)Pfiff! – Das Sèvres-Service für Kurfürst Karl Theodor in der Residenz

Man weiß nicht so recht, wie man sich den historischen Moment 1708 vorstellen soll, in dem der Alchemist Johann Friedrich Böttger nach ersten Vorstufen statt ursprünglich versprochenem Gold das erste Stück Porzellanmasse aus seinen Tiegeln schabte. Hat der vom sächsischen Kurfürsten August dem Starken sicherheitshalber in Gewahrsam genommene Entdecker geflucht („doch kein Gold“), sich vor die Stirn geschlagen, weil endlich der chemische Groschen gefallen war („natürlich! Zugabe von Kaolin – „Porzellanerde“ !!“)? Vor allem aber – hat er erahnt, was seine Entdeckung für die weitere Geschichte des europäischen Kunsthandwerks bedeuten würde?

Residenz München_Max-Joseph-Denkmal

Ein König will nicht öffentlich aufs Klo…: Rauchs Münchner Denkmal Max I. Josephs

Heute treten wir mal vor die Tür der Residenz, um einen ihrer zeitweise populärsten Bewohner zu treffen: So wie die Münchner ihrem Ludwig I. am einfachsten bei dessen täglichem Spaziergang begegnen konnten, auf dem er dann auch schon mal einen ahnungslosen Touristen, der den Hut aufbehielt (schwerhörig!) anbrüllte „Wissen Sie wer ich bin – der König!“, findet man auch seinen in der Hauptstadt von jeher beliebten Vater Max I. Joseph (reg. 1799–1825) am schnellsten unmittelbar vor den Mauern der Residenz – auf dem nach ihm benannten Platz.