Alle Artikel in: Geheimnisse

Unsere einzigartigen Schlösser und Burgen, Gärten und Seen spiegeln die vielfältige Kultur, Natur und Geschichte Bayerns wider und haben viel zu erzählen. In dieser Kategorie wollen wir für Euch das ein oder andere Geheimnis aus unseren Häusern lüften.

mathilde von bayern

„Eigen doch, dass mir keine Kinderleins erblühen sollen“ – Eine Königstochter wider ihre ’schlanke Taille‘

Es war eine überreiche Mitgift, die König Ludwig I. von Bayern seiner ältesten Tochter, Prinzessin Mathilde, zugestand, als sie im Dezember 1833 den hessischen Thronfolger und späteren Großherzog Ludwig III. heiratete. „Herzensthildchen“, des Monarchen Liebling, sollte es an nichts mangeln, wenn sie ihr neues Leben im südhessischen Darmstadt beginne.

Königin Viktoria und Prinz Alberts Weihnachtsbaum

Oh Tannenbaum, oh Christmas tree – Wie ein Coburger Prinz den Weihnachtsbaum in England populär machte

Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha wurde am 26. August 1819 auf Schloss Rosenau geboren. 1840 heiratete Albert seine Cousine, die britische Königin Victoria. Als Prinzgemahl übte er maßgeblichen Einfluss auf das politische und kulturelle Geschehen im britischen Empire aus und initiierte 1851 die erste Weltausstellung in London. Auch ein weiterer Verdienst wird Albert heute zugeschrieben: die Verbreitung des Weihnachtsbaums in Großbritannien.

Neuschwanstein_Vorzimmer, elektrische Klingelanlage

Ludwigs modernes Mittelalter

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, Kurator der Königsschlösser Historisch im Stil – modern in der Technik Hofsekretär Bürkel zitierte 1871 Ludwig II. über dessen Neue Burg: „Nach dem AH. Willen Seiner Majestät des Königs soll das neue Schloß im romanischen Stil gebaut werden. Da wir nun gegenwärtig 1871 schreiben, so sind wir über jene Zeitperiode, welche den romanischen Stil entstehen ließ, um Jahrhunderte hinausgerückt, und es kann doch wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß die inzwischen gemachten Errungenschaften im Gebiet der Kunst und Wissenschaften uns auch bei dem unternommenen Bau zugut kommen müssen…; ebensowenig möchte ich zugeben, daß wir uns ganz in die alte Zeit zurückversetzen und auf Erfahrungen verzichten sollen, welche sicherlich schon damals verwertet worden wären, wenn sie bestanden hätten.“

Amalienburg Nymphenburg Kochstelle

Ausgekocht! – François Cuvilliés revolutioniert die Küchentechnik

Im April 2018 ist es 250 Jahre her, dass eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit des Rokoko, François Cuvilliés, mit 73 Jahren nach einem langen, arbeitsreichen, mit Erfolgen, Enttäuschungen und Überraschungen gut gefüllten Leben starb – fern seiner niederländischen Heimat in München, wo er unter der Herrschaft dreier Kurfürsten als „Dessinateur“ und später als Hofbaumeister gedient hatte. Eine Überraschung für ihn selbst dürfte die bayerische Karriere Cuvilliés durchaus gewesen sein, fing es doch schon damit an, dass die Wiege des kleinen, 1695 geborenen François beim Schaukeln nicht das Gefälle des Voralpenlandes nutzen konnte, sondern im flachen Hennegau stand.

Kroninsignien Königreich Bayern

Krone ja – Krönung nein. Prunkvolle Insignien der bayerischen Monarchie in der Warteschleife…

2018 wird für die Freunde historischer Jubiläen ein anstrengendes Jahr – zumindest in Bayern: Gleich zweier bedeutsamer Weichenstellungen für die Landesgeschichte gilt es zu gedenken: Im Mai 1818 wurde nach verschiedenen Vorstufen, vor allem einer 1808 aufgesetzten provisorischen „Rumpf-Verfassung“, die erste Konstitution für das selbst noch ziemlich taufrische Königreich Bayern erlassen – ganz überwiegend auf den Monarchen zugeschnitten, aber doch bereits mit einem Katalog garantierter bürgerlicher Rechte und einer gewählten, im Ansatz selbstständig handlungsfähigen Volksvertretung. Ein Jahrhundert blieb diese Verfassung, nur hie und da revidiert, in Kraft, bis 1918 die Revolution den Wittelsbacher Thron umstieß und die Monarchie durch die Republik, das Königreich durch den Freistaat Bayern ersetzte – und uns so den zweiten Jubiläumsanlass des Jahres 2018 bescherte… Grund genug also, sich zum Auftakt des Jubeljahres – sozusagen im Rückblick – hier im Blog die feierlichen Anfänge des turbulenten Geschehens zu vergegenwärtigen:

Pfauenthron Linderhof

Weihnachtsgans war gestern – festliche Menüs in der Residenz…

Wenn heuer wieder in den letzten Tagen des Jahres unter dem festlichen Lichterbaum kulinarische Schlachten zwischen Gans-Rotkohl-Klößen und veganem Curry, zwischen Tradition und Erneuerung ausgetragen werden und die von Plätzchen und Weihnachtsmarkt-Pommes aufgeblähten Mägen angesichts des brodelnden Sylvester-Fondue-Topfes endgültig die Waffen strecken, mag der Gedanke tröstlich sei, dass andernorts und zu anderer Zeit sich das Feiertags-Menü ganz anders – und nur bedingt erfreulicher – gestalten konnte. Wie so oft ziehen wir für unsere steile (Kalorien)These die Bewohner der Residenz als Untersuchungsmaterial heran.

Der hat ja so`nen Bart… Hipster Hans Steininger und „seine“ Treppe in der Residenz

Ein weitläufiges Gebäude wie die Münchner Residenz verfügt natürlich über diverse Treppenhäuser. Als Ort fürstlicher Selbstdarstellung wurde das immer wieder erweiterte Wittelsbacher Stadtschloss im Laufe der Jahrhunderte sogar mit besonders vielen und extra prunkvollen Aufgängen versehen: Schließlich gehörte im Rahmen eines ausgefeilten höfischen Zeremoniells das feierliche Hinaufsteigen in die repräsentativen Prunkräume des Obergeschosses und die Rückkehr von da zu den wichtigsten Momenten eines öffentlichen Auftritts – wehe, wenn nicht die dem jeweiligen Rang des Ankömmlings angemessene Anzahl von „Hartschieren“ (Leibgardisten) in voller Montur die Stufen säumte…

Georgritter Ordenskalender

42 Ritter – aber nur ein Drache…: Der Ordenskalender des Hausritterordens vom Heiligen Georg

Gemeinhin versteht man unter einem Kalender ja einen mehr oder minder originellen und geschmackvollen Wandschmuck mit nützlicher Nebenfunktion – den monatsweise aufgelisteten Tages- und Datumsangaben; manchmal auch ein handliches Büchlein, auf dessen vorgedruckten Wochenplänen allerlei Angaben zu anstehenden Feier- und Jahrestagen vermerkt sind, fallweise garniert mit saisonal tauglichen Sinnsprüchen und Katzenbildchen. Vieles davon – inklusive mehrerer (bayerischer Löwen-)Kätzchen – bietet auch das im Jahre 1785 gedruckte Kalenderblatt aus dem Depot des Residenzmuseums.

Barocke Liebe

Kein Platz für Liebe? Barocke Ehe-Ideale an den Decken der Residenz

„Majestät und Liebe“, Deckengemälde des ehemaligen „Grottenzimmers“ im Appartement der Kurfürstinnen, heute im Raum 67, trad. Antonio Triva zugeschrieben, nach 1667 Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause gewinnt ein sonst nicht allzu häufig unter der Berliner Reichstagskuppel verhandeltes Thema an Fahrt: die Ehe, konkret die „Ehe für Alle“. Was den einen die finale Inangriffnahme lang liegenden Reformstaus ist, scheint den anderen das fragwürdige Rütteln an traditionellen Grundwerten. Unabhängig davon zeigt die Debatte an diesem Freitag auf jeden Fall, dass die Vorstellung dessen, was Ehe beinhaltet, keinesfalls seit dem ersten (pikanterweise unverheirateten) Menschenpaar im Garten Eden in Stein gemeißelt ist, sondern wie die meisten Dinge dem Wandel unterworfen. Einen schönen Beleg dafür finden Besucher der Residenz, wenn sie in den heute so genannten „Päpstlichen Zimmern“ die Augen an die Decke richten und das dort eingelassene allegorische Gemälde aus den 1660er Jahren betrachten.