Alle Artikel in: Geheimnisse

Unsere einzigartigen Schlösser und Burgen, Gärten und Seen spiegeln die vielfältige Kultur, Natur und Geschichte Bayerns wider und haben viel zu erzählen. In dieser Kategorie wollen wir für Euch das ein oder andere Geheimnis aus unseren Häusern lüften.

Johann Gottfried Köppel 1792 Sanspareil Bayreuth

Der Felsengarten Sanspareil – ein Garten ohnegleichen

Im Buchenhain an der mittelalterlichen Hohenzollern-Burg Zwernitz ließ Markgraf Friedrich ab 1744 einen ungewöhnlichen Garten anlegen. Zwei Jahre später, noch während der Bauzeit, soll eine Hofdame beim Anblick des Gartens ausgerufen haben: „Ah, c‘est sans pareil“ – „Das ist ohnegleichen!“ Daraufhin ordnete Markgraf Friedrich die Umbenennung des Ortes „Zwernitz“ in „Sanspareil“ an. Im Felsengarten Sanspareil spielt die dramatische Naturszenerie mit den massiven Felsformationen die Hauptrolle, lediglich erschlossen durch geschwungene Wege im Bereich des Hains und geradlinig verlaufende Bogengänge östlich davon. Exotisch wirkende Kleinarchitekturen wie das Belvedere und der Morgenländische Bau ergänzten die Anlage ebenso wie ländliche Retirade-Hütten. Geometrische Gartenbezirke waren in Sanspareil lediglich an den Rändern der Anlage im Westen und ganz im Osten zu finden: Im Westen befand sich das Gebäudeensemble mit dem Morgenländischen Bau, dem Küchenbau sowie dem Markgrafen- und dem Burggrafenhaus. Nördlich des Markgrafenhauses waren mehrere Gelände-Terrassen angelegt. Im Osten war es der ungewöhnliche, „hängende“ Garten auf dem Belvederefelsen, der ebenfalls terrassiert war. Der Belvederefelsen lag außerhalb des alten Buchenhains, vor dem Felsen wurden geschnittene Hecken und Bogengänge angelegt, wie der folgende Stich …

Hand reichen Hochzeit Landshut Wirksam Ausstellung

Goldene Wagen, Frauenzimmer und jede Menge Pferde: Der Standard fürstlicher Hochzeiten im Spätmittelalter

„Am Sonntag kommt man und am Montag sticht man, am Dienstag rennt man und am Mittwoch zieht man fort.“ Mit diesen lapidaren Worten fasste Albrecht Achilles von Brandenburg (1414–1486) spätmittelalterliche Fürstenhochzeiten zusammen und zeigte damit deutlich, was ihm – und wohl vielen Herren – am wichtigsten war, doch spiegelt es nicht ansatzweise den Aufwand wider, der für solche Feste betrieben wurde, auch und gerade von Albrecht Achilles.

Damenhygiene Beischlaf Spätmittelalter

Hinter verschlossenen Türen? – Beilager, Schwangerschaft und Damenhygiene

„… am Morgen, als wir sie das erste Mal beschlafen hatten …“, so schrieb Friedrich von Brandenburg (1424–1463) im Februar 1449, am Tag nach seiner Hochzeit mit Agnes von Pommern (1434–1512). Dabei handelt es sich keineswegs um einen Tagebucheintrag oder einen intimen Privatbrief, sondern um ein höchst offizielles Dokument, das eine Besitzüberschreibung fixiert. Vereinzelt legen schriftliche Quellen und Abbildungen nahe, dass beim Vollzug der Ehe – also dem ersten Geschlechtsverkehr des fürstlichen Hochzeitspaars – Zeugen anwesend waren. Aber stimmt das wirklich?

Lüster Herrenchiemsee

„Möbel der Lüfte“ – zwei Kronleuchter aus dem Prunktreppenhaus im Neuen Schloss Herrenchiemsee unter die Lupe genommen

Ein Beitrag von Veronika Endlicher, Theresa Häusl und Oliver Schach // „Möbel der Lüfte“ – so umschrieb Peter Rath ein charakteristisches Produkt des Wiener Handwerksbetriebs Lobmeyr, das in großer Stückzahl für Schloss Herrenchiemsee hergestellt wurde und das weit mehr als bloße Funktionalität verkörperte: 54 Kristalllüster schmücken die historischen Prunkräume des Schlosses.

Residenz Ansbach Surtout Engel

Fürstlich Tafeln beim Ansbacher Markgrafen: Ein neu angekaufter Tafelaufsatz aus Ansbacher Porzellan

Was gibt es Schöneres, als an Weihnachten an einer festlich gedeckten Tafel, gemeinsam mit seinen Liebsten, aufs Christkind oder den Weihnachtsmann zu warten? Sicherlich habt ihr dafür das gute Geschirr herausgeholt, vielleicht auch das Tafelsilber auf Hochglanz gebracht. Auch in der Residenz Ansbach pflegte die Markgräfliche Familie das feierliche Tafeln.

Linderhof Schnee Kutsche Aquarell

Heinrich Breling & König Ludwig II.

Vor 175 Jahren, am 14. Dezember 1849, wurde der Maler Heinrich Breling in Burgdorf östlich von Hannover geboren. Der heute kaum mehr bekannte Historienmaler war unter König Ludwig II. viel beschäftigt und fertigte faszinierende Ansichten vom Schlossareal Linderhof an. Nach dem Tod des Königs sank sein Künstlerstern in Bayern und er zog sich mit seiner Familie in die norddeutsche Heimat zurück. An seine Erfolge in der Münchner Zeit konnte er dort nicht mehr anschließen. Mit den Königsschlössern Ludwigs II. aber ist sein Werk bis heute untrennbar verbunden, woran dieses Kalenderblatt an seinem 175. Geburtstag erinnern soll.