Alle Artikel mit dem Schlagwort: Leo von Klenze

Büste Käthe Kollwitz Nahaufnahme

„Käthe Kollwitz goes Walhalla“ – Was lange währt…

Ich bin einverstanden damit, daß meine Kunst Zwecke hat. Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind. Tagebücher, 4.12.1922. In: Die Tagebücher, Hrsg. Jutta Bohnke-Kollwitz, Akademie-Verlag, Berlin 1989, S. 542 Käthe Kollwitz in der Walhalla – Aber wie? Am Anfang steht die Idee einer engagierten Pädagogin. Gabriele Meuer, heute pensionierte Lehrerin der Käthe-Kollwitz-Schule Hannover, begeistert sich für die Namenspatronin ihrer Schule. Kollwitz, schon zu Lebzeiten Deutschlands bekannteste Künstlerin, wird noch heute nicht nur wegen Ihres künstlerischen Oeuvres, sondern auch wegen Ihres unerschrockenen politischen und sozialen Engagements verehrt. Eine Künstlerin mit Vorbildcharakter Geboren ist sie im ausgehenden 19. Jahrhundert, die Rolle der Frau befindet sich im Umbruch. Tochter liberaler Eltern, der Vater entdeckt und fördert ihr künstlerisches Talent schon früh.  Als Kollwitz in den 1880er Jahren zum Studium an die Künstlerinnenschule nach München geht beginnt sie, sich mit der Geschlechterproblematik zu beschäftigen. Nach ihrem Umzug nach Berlin, wo sie mit ihrem Mann, dem Arzt Karl Kollwitz, lebt, rücken die schwierigen Lebensumstände des Proletariats in ihren künstlerischen Fokus. Doch dann passiert …

Da bleibt einem die Spucke weg – Leo von Klenze erinnert sich an Urlaube mit Ludwig I.

2014 soll in der Residenz auch immer wieder im Zeichen von Leo von Klenze stehen, dessen Todestag sich heuer am 27. Januar zum 150. Mal gejährt hat. Schließlich hat der unter den Königen Max I. Joseph und Ludwig I. als Hofarchitekt und Hofbauintendant tätige Künstler und Großorganisator die Schlossanlage, wie sie sich heute noch – und wieder – präsentiert, entscheidend geprägt.

Einst und Jetzt – ein virtueller Rundgang um die Residenz zwischen 1826 / 2013

Wer die neue Pinakothek besucht, stößt im Rundgang durch die Säle des frühen 19. Jahrhunderts auf eine Zahl schöner Gemälde von der Hand Domenico Quaglios (1787-1837), Mitglied einer weitverzweigten, ursprünglich aus Italien stammenden Künstlerfamilie von Malern, Architekten und Bühnenbildnern, die im Gefolge des Kurfürsten Karl Theodor Ende des 18. Jahrhunderts nach München kam.

Die Hofgartenarkaden: Klenze wird erstmals tätig – und dann unflätig…

Momentan verdecken Baustellen-Planen das Hofgartentor und die westlichen Arkaden, die den Odeonsplatz von der frühbarocken Gartenanlage im Norden der Residenz trennen. Auf den Gerüsten wird eifrig gearbeitet, um Außenfassaden und die metallenen Dächer zu sanieren. Obwohl man dem Klassizismus ja Zeitlosigkeit bescheinigt, gehen die Jahre eben doch nicht spurlos an den Bauten vorüber und der Handlungsbedarf ist dringend.    

Künstlerisch wertvoll frieren – historisches heizen in der Residenz

Wintereinbruch in München – Temperatursturz und Schneetreiben. Was am Wochenende draußen auf dem Land als verschneite Postkartenidylle wahrgenommen wird, bedeutet alltags vor allem verspätete Trambahnen, ständig nasse Schuhe und eine erkältungslastige feuchte Kälte, gegen die weder die Hitze noch die pappige Süße des vorweihnachtlichen Glühweins ankommen. Auch in der Residenz hat man dem Beginn der kalten Jahreszeit über Jahrhunderte hinweg eher seufzend entgegengesehen  

Vorhang auf für unsere neue alte Schlossfassade!

Münchnern, die die letzte Woche den Max-Joseph-Platz überquerten, ist die Veränderung vielleicht gar nicht aufgefallen – so sehr hat sich mancher in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, den Königsbau, also den südlichen Flügel der Residenz und eine Hauptfassade des Schlosses, von der riesigen, eben mit dieser Fassade bedruckten Schutzplane verhüllt zu wissen.

Wenn statt Bier, Biertrinker zu Kopfe steigen…

Wenn zur ihren Füßen das Oktoberfest trubelt, beginnt für die Bavaria die strapaziöse Jahreszeit – während sie für viele München-Touristen, die nur wenig Zeit zur Verfügung haben, etwas zu weitab vom Schuss liegt, erkunden nun an schönen Tagen oft fünfmal mehr Besucher als sonst das Innenleben der robusten Bronzedame.

Mittelalter-Popstar wartet auf seine Zeit – Die Konradinsuhr aus dem Festsaalbau

Mit elegischem Lächeln lehnt sich der junge Mann mit gekreuzten Armen an die große geschwungene Harfe neben ihm. Die strumpfbehosten Beine und das Liliendiadem auf den gewellten Haaren erinnern an Figuren mittelalterlicher Kirchenportale und stehen in einem merkwürdigen Gegensatz zu dem Uhrgehäuse auf der die kleine vergoldete Bronzefigur thront und das mit Ornamenten verziert ist, die sich aus der Antike herleiten. Es ist ein hübscher Anblick, wie der gekrönte Sänger lässig die Beine übereinanderschlägt, aber eigentlich wird hier eine tragische Geschichte erzählt: