Alle Artikel in: Tipps und Aktuelles

Theresienwiese2018

Kunst einerseits, Politik andererseits – die Bavaria auf der Theresienwiese

Alle Jahre wieder! Und bald ist es erneut so weit: das Münchner Oktoberfest beginnt. Wie man auf dem Foto, das vor drei Tagen aus dem Kopf der begehbaren Bavaria-Statue aufgenommen wurde, sehen kann, sind die Aufbauarbeiten in vollem Gange. Seit 168 Jahren wacht die Bavaria über die Theresienwiese mit ihrem starken, strengen Blick. Die imposante Verkörperung des Landes Bayern ist eines der bekanntesten Denkmäler Münchens. Man sieht sie auf Postkarten, auf Souvenirs und sicher auch auf zahlreichen Urlaubsfotos. Fast hätte sie aber ganz anders ausgesehen. Bayerisches Pantheon – auch für Nicht-Bayern Bereits kurz nach seiner Krönung machte sich König Ludwig I. (reg. 1825-1848) daran, seine Idee eines Denkmals für bayerische Persönlichkeiten, die sich um das Königreich besonders verdient gemacht hatten, zu verwirklichen. Schon damals wusste er, dass nicht nur gebürtige Alt-Bayern, sondern auch Schwaben und Franken geehrt werden sollten. Diese Gebiete gehörten erst seit Kurzem zu dem noch jungen Königreich Bayern. Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, wollte Ludwig I. eine Gedenkstätte schaffen, die alle seine Untertanen ansprach, größtmögliches Identifikationspotential lieferte und somit möglichst vielen …

Badenburg oder baden gehen?

Erinnert Ihr Euch? Wir waren auf einem Familienausflug durch den Nymphenburger Schlosspark unterwegs: Die Amalienburg haben wir bereits hinter uns gelassen und nun schlendern wir weiter Richtung Badenburg. Auf zu neuen Ufern Die Kinder sind ganz happy und rennen auf dem Weg voraus. Es läuft alles ganz friedlich – keine Streitereien oder Quengeleien – und so haben wir Erwachsenen auch ein wenig Muße uns auf eine kleine Zeitreise zu begeben: Der Schlosspark Nymphenburg, so wie wir ihn gerade erleben, ist erst hundert Jahre nach den ersten Parkburgen entstanden. Die ursprünglich barocke Anlage war ganz streng angeordnet, mit Alleen, geraden Kanälen und akribisch zugeschnittenen Hecken. Zwischen Amalien– und Badenburg ist das heute kaum mehr vorstellbar. Ein wenig lässt sich das noch im Parkbereich vor dem Schloss erahnen; dort ist der Kanal mit den Alleen zu beiden Seiten erhalten. Wo einst die Parkburgen in dieses streng symmetrische System eingebettet waren, werden wir nun wie auf einem Waldweg an einem Bach entlang geführt. So natürlich dieser Ort im ersten Moment anmuten mag, so sehr wird unser Blick doch gezielt …

studioausstellung herrenchiemsee

„Unbekanntes Neuschwanstein“ – Eine Sonderausstellung im König Ludwig II.-Museum

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, red. Ann Katrin Schulte Die mittelalterliche Ritterkultur und Sagenwelt hat König Ludwig II. Zeit seines Lebens fasziniert. Tannhäuser, Parzival und Lohengrin dienten ihm seit seiner Jugend als Identifikationsfiguren. Diese Faszination lebte er in eindrucksvollem Maße bei der Innenausstattung seines  mittelalterlichen Bauprojektes aus: Schloss Neuschwanstein oder die „Neue Burg Hohenschwangau“, wie Ludwig sie nannte. Besonders im Thron- und im Sängersaal spiegelt sich dies in den dortigen Wandgemälden wider. Ludwig wählte für seine Neue Burg größtenteils Bildthemen aus dem Umkreis der Musikdramen Richard Wagners, die er liebte und verehrte, griff dabei aber ganz bewusst auf die historischen Quellen dieser Werke zurück. Auf der Suche nach Vorbildern für seine geplante Neue Burg und dem Rat seines Freundes Richard Wagner folgend, besuchte Ludwig im Jahr 1867 die damals soeben renovierte und neu ausgestattete Wartburg. Zwei historische Räume der Wartburg – den Fest- und den Sängersaal – verband Ludwig in Schloss Neuschwanstein zu einem neuen Raum, dem Sängersaal. Dieser war ein Lieblingsprojekt des Königs und ist, neben dem Thronsaal, der wichtigste Raum des Schlosses. Er …

Schloss Linderhof König-Ludwig-Nacht

Ludwig, Linderhof und das Licht – die Beleuchtung in Linderhof als Vorreiter ihrer Zeit

Wer heute das Schloss Linderhof besucht, kann sich auf viele schöne Eindrücke freuen: Eine weite Parklandschaft im herrlichen Graswangtal mit fantastischen Parkbauten und mittendrin ein königliches Refugium, das voller Prunk und Pracht ist. Das alles ist schon bei Tageslicht eine Augenweide und verzaubert mit seinem einzigartigen Charme. Was die Schloss- und Parkanlage Linderhof jedoch besonders einzigartig macht, ist das Licht, die Illumination und die Technik.

Mit Kindern in die Amalienburg

Bei schönem Wetter mit der Familie ins Museum? – na klar!

Es gibt viele Oasen im Münchner Sommer, die in dieser Großstadt zu einem kleinen Kurzurlaub ins Grüne locken. Einer meiner Lieblingsorte ist der Nymphenburger Schlosspark. An einem sonnigen Tag gibt es fast nichts Schöneres, als durch den Park zu schlendern und auf Entdeckungsreise zu gehen. Das höfische Jagdtreiben Als wir das erste Mal gemeinsam als Familie vor einem rosa Schlösschen standen, war meine Tochter natürlich begeistert. Ganz gleich wie vielschichtig die Einflüsse auch sein mögen, so gibt es doch bei den meisten kleinen Mädchen eine Phase, in der diese gerne Prinzessinnen wären und auf Rosa stehen – und hier kamen definitiv diese beiden Aspekte zusammen! „Das ist ein Jagdschlösschen: Die Amalienburg. Kurfürst Karl Albrecht ließ es für seine Frau Maria Amalia vor fast 300 Jahren errichten. Amalia war eine begeisterte Jägerin. Seht ihr über dem Eingang die Jagdgöttin Diana? Daran kann man ablesen, wofür das kleine Schloss steht und ihr werdet noch ganz viele Einzelheiten finden, die an die Jagd erinnern, wenn ihr euch den Stuck genauer anseht. Oben auf dem Dach ist ein Balkon …

nibelungenlied

Expertenführung: „Uns ist in alten maeren wunders vil geseit“ – Das Nibelungenlied und die Burg Prunn

Am Sonntag, den 26. August 2018, wird es auf der Burg Prunn wieder eine spannende Expertenführung geben. Dr. Sebastian Karnatz, der an der Konzeption der 2012 auf der Burg Prunn neu eingezogenen Ausstellung maßgeblich beteiligt war, wird Spannendes zum Nibelungenlied erzählen. Im Rahmen eines Stipendiums des Freistaats Bayern konnte er nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik zur Rezeption des Nibelungenlieds im 19. und 20. Jahrhunderts forschen. Die Führung wird in deutscher Sprache gehalten, doch sind auch mittelhochdeutsche Kostproben zu erwarten. Hier bereites ein kleiner Vorgeschmack. Was hat die Geschichte Kriemhilds und der Nibelungen mit Burg Prunn zu tun? Als im Jahr 1566 der damalige Besitzer der Burg, Ladislaus von Haag, ohne Erben gestorben war, kam Burg Prunn in den Besitz des bayerischen Herzogs Albrecht V. – Um das Inventar sichten zu lassen, schickte der Herzog seinen Hofrat Wiguläus Hund nach Burg Prunn.  Dort entdeckte der humanistisch gebildete Hofrat den sogenannten „Prunner Codex“, eine der ältesten vollständigen Handschriften des Nibelungenlieds in mittelhochdeutscher Sprache. Das darin Geschriebene kam ihm im wahrsten Sinne des Wortes wie „alte …

Roseninsel_blühende Rose

Die Roseninsel im Starnberger See – Domizil der Bayerischen Könige

König Maximilian II. und das Casino auf der Roseninsel im Starnberger See Am 8. Oktober 1850 erwarb König Maximilian II. von der Fischerfamilie Kugelmüller die Insel Wörth vor dem Westufer des Starnberger Sees zum Preis von 3000 Gulden. Der Wiener „Civil-Ingenieur“ Franz Jakob Kreuter erhielt im Jahr darauf den Auftrag, ein kleines Inselhaus zu bauen, das bis heute als Casino bekannt ist. Es sollte als Sommervilla zur privaten Erholung der königlichen Familie dienen. Vorbilder für die Gestaltung des Casinos waren zum einen antike Villen und italienische Landhäuser, aber auch der Typus des alpenländischen Schweizer-Hauses. Die Gartengeschichte der Roseninsel Für die Gartengestaltung konnte kein geringerer als Peter Joseph Lenné gewonnen werden. Lenné war Generaldirektor der königlich Preußischen Hofgärten. Ursprünglich geplant hatte er – ähnlich wie in der Schloss- und Gartenanlage Charlottenhof in Sanssouci – ein von Osten nach Westen verlaufendes Band geometrischer Gartenpartien. Bei der Ausführung wurde seine ohnehin schon reduzierte Entwurfsidee allerdings noch einmal stark vereinfacht: übrig blieb nur das Rosenrondell in zentraler Lage direkt vor dem Casino. 360 Hochstammrosen und 1000 „Centifolien“ (sogenannte Kohlrosen), aber auch zahlreiche …

Riedenburg_Burg Prunn

Expertenführung: Von der Burg zum Schloss: 800 Jahre Baugeschichte „umb die Vest Prunn“

Die Burg Prunn im schönen Altmühltal Die mittelalterliche Burg Prunn fasziniert nicht nur durch ihre Lage auf einem Felssporn hoch über der Altmühl. Sie gehört auch zu den wenigen Burgen, die in ihren charakteristischen Bauteilen erhalten ist: Torbau mit einstiger Zugbrücke, Bergfried, Kapelle und Pallas.

Badesteg Exter

Sonderausstellung „Julius Exter – Moore, Bäche, See“ am Chiemsee

Von Dr. Thorsten Marr Farben als Ausdruck landschaftlicher Stimmung Bei der diesjährigen Sonderausstellung im Künstlerhaus Julius Exter in Übersee-Feldwies dreht sich alles um das Thema „Wasser“. Badende im Chiemsee, Bootsfahrten, der Uferverlauf des Überseer Baches und der Tiroler Ache, das Moor „Kendlmühlfilzen“. Dabei geht es Exter nicht um topographische Beschreibungen, sondern um die Schilderung von Stimmungen. So lassen sich auf seinen Landschaftsbildern Tages- und Jahreszeiten aber Wärme oder Kühle und Ruhe oder Bewegung ablesen. Mal hat der Künstler die Feldwieser Bucht in morgendliches Licht getaucht, mal rekeln sich Badenixen auf einem heißen Badestrand und dann wiederum meint man das Summen der Insekten zu hören, wenn Exter die laue Luft eines spätsommerlichen Nachmittages einzufangen versucht. Bei den ausgestellten Arbeiten handelt es sich überwiegend um Werke, die nach 1917 entstanden sind. In dem Jahr lässt sich Exter dauerhaft und permanent in Übersee nieder. Die Münchener Wohnung überlässt er seiner Frau, von der er sich kurz vorher hat scheiden lassen. Münchener Künstler und die Landschaftsmalerei Vor dem 1. Weltkrieg aber auch in den 1920er Jahren waren die Münchener …