Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kurfürst Max Emanuel

Max Emanuel Blogserie Titelbild Todestag Beitrag

„In utraque Fortuna“ – Ein Wittelsbacher mit wechselhaftem Geschick. Zum 300. Todestag des Kurfürsten Max Emanuel (1662-1726)

War es nun ein falsch behandeltes Magengeschwür oder doch ein letzter Schlaganfall, der den finalen Vorhang über dieses barocke Lebens-Spektakel niederfallen ließ? „Umb 6 und 3 Viertl Uhr Abends“ des 26. Februars 1726 – heute vor 300 Jahren also – war es jedenfalls soweit: Am Ende eines zweimonatigen Krankenlagers mit Erbrechen und Bauchkrämpfen sowie laut Hofkalender darob „gänzlich aufgezehrte[n] Leibskräften“ wechselte Kurfürst Maximilian II. Emanuel „in 63. Jahr und 7 Monat erreichten Lebens-Alter Dero weltlichen Purpur mit dem ewigen“ – übrigens selbstredend und trotz „elendster Disposition“ mit „ungeschwächter Gemüts-Stärke“: schließlich reden wir von einem bayrisch-wittelsbacher Mannsbild!

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Miniatur-Mars meets Mother of Pearl….: Johann Wilhelm von der Pfalz in der Schatzkammer der Residenz

In der Wechselvitrine in Raum IX der Schatzkammer präsentieren wir in periodischen Abständen jeweils einzelne Objekte oder eine kleine zusammengehörige Gruppe aus unseren reichen Beständen, die wir besonders spannend finden und deshalb von unseren Besucherinnen und Besuchern gesondert unter die Lupe nehmen lassen wollen. Anhand dieser Beispiele möchten wir die meist längeren, aber immer interessanten Geschichte(n) unserer Schätze ausführlicher darstellen, als es angesichts von über 1200 Kostbarkeiten in den insgesamt zehn Sammlungsräumen per Audioguide oder kurzen Begleittexten sonst möglich ist. Seit Dezember macht sich ein kleiner Mann, gewandet in vergoldetes Silber und farbiges Email, ganz groß im Licht der Vitrinenlampen – eine echte Perle unserer Kollektion…

Volltreffer? Mit Jagdhund und Libretto auf Spurensuche in der Miniaturensammlung

Eine große Freude innerhalb der Museumsarbeit und im täglichen Umgang mit den ausgestellten Kunstwerken ist es, Geschichten erzählen zu dürfen: Geschichten von den Menschen, die solch faszinierende und schöne Objekte einst schufen, von ihrem Leben und den Zeitumständen, die dazu führten, dass ein bestimmtes Kunstobjekt in dieser Form, in diesem historischen Moment und zu diesem oder jenem Zweck entstand. Oder aber: Die meist alten Geschichten in Erinnerung zu rufen, die dargestellt sind! Beides miteinander zu vereinen, ist natürlich das Größte!

Neue Aus- und Anblicke im neuen Jahr: Wiederentdeckte Bildausstattungen der barocken Residenz kehren zurück

Im letzten Beitrag aus der Residenz haben wir die wenigen erhaltenen Trümmer einer barocken Raumausstattung aus dem einstigen bayerischen Herrschersitz vorgestellt. Seien wir ehrlich: viel war es nicht, was da den Sturm der Zeiten überdauert hat – eine Menge historisches Fotomaterial und „einst war hier“ und „dort stand das“ sind nötig, die erhaltenen Fragmente in ihrem einstigen Glanz zu imaginieren. Zum Glück machen wir aber auch immer wieder in den schlecht ausgeleuchteten Ecken unserer weitläufigen Depots Entdeckungen, die noch mit „mehr Fleisch“ an ihren jeweiligen Entstehungsepochen hängen!

Altbayerischer Offizierdegen Bayerisches Wappen

„Elende Opfer für den unmenschlichen Ehrgeiz der Fürsten“ – Kunst und Krieg in Höchstädt 1704

Der Degen war im 17. und 18. Jahrhundert eine gängige und gefährliche Stichwaffe. Sie wurde von Kavallerie und Infanterie im Krieg verwendet und zeigte die militärische Zugehörigkeit des Besitzers und seinen Rang an. So hatten Offiziere mehr oder weniger aufwändige Verzierungen an den (vergoldeten oder versilberten) Griffen oder an der Klinge. Der Gala- oder Paradedegen wurde nicht in der Schlacht verwendet, sondern war Bestandteil der Garderobe von Offizieren und Adligen.

These Kunigunde Kurfürstin

Therese Kunigunde von Polen – Bayerische Regentin in Krisenzeiten

Während der Spanische Erbfolgekrieg in Europa tobte und das bayerische Kurfürstentum eine der stürmischsten Phasen seiner Geschichte durchlebte, wurde Therese Kunigunde von Polen von ihrem ins Exil gezwungenen Gemahl, dem Kurfürsten Max Emanuel, mit der politischen und militärischen Regentschaft in Bayern betraut. Diese Entscheidung war außergewöhnlich, handelte es sich doch hier um keine Vormundschaftsregierung, wie an frühneuzeitlichen europäischen Fürstenhöfen üblich. Kurzum: So etwas hatte es in Bayern noch nie gegeben!

Max Emanuel Reiterbildnis

„Zieh ein zu Deinen Toren…“ Münchner Festparade mit Hintergedanken: Kurfürst Max Emanuels Heimkehr aus dem Exil 1715

11. Juli 1715 – im Herzen des barocken München, in der heutigen Kaufinger und Neuhauser Straße, herrscht schon seit dem frühen Morgen Rummel: Zwischen Stadttor und Residenz reihen sich meterhohe Triumphbögen, geschmückte Monumente sowie beleuchtete Ehrenmale aus Holz, Gips und bemalter Leinwand. Gedränge, Jubel, Glockengeläute und wehende Fahnen, Knabenchor vor dem Jesuitenseminar, übertönt von Salut-Geböller – und vermutlich auch Sonnenschein: Bayerns Kurfürst Max Emanuel (1662-1726) hält mit seiner Gattin, der polnischen Prinzessin Therese Kunigunde, und ihren sechs gemeinsamen Kindern feierlichen Einzug in seine Haupt- und Residenzstadt. Zudem begeht er an diesem Tag auch noch seinen 53. Geburtstag!

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Verlorene (Raum-)Komposition – Die Cäcilien-Kapelle in der Münchner Residenz

Man kann nicht sagen, dass in der Residenz, dem jahrhundertelangen Hauptwohn- und Regierungssitz der katholischen Wittelsbacher, jemals ein Mangel an Kirchen oder Schlosskapellen herrschte: Schon im spätmittelalterlichen Vorgängerbau, der stetig weiter ausgebauten Neuveste, befanden sich neben der großen Georgskapelle kleinere Privatoratorien für das Herrscherpaar, deren exquisite und kostbare Raumausstattung von den penibel aussortierten Besuchern in höchsten Tönen gepriesen wurden.

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Tief verborgen: Die Magdalenenklause im Nymphenburger Schlosspark

Eigentlich ist es ganz einfach. Man geht durch den Haupteingang in den Nymphenburger Schlosspark, geradeaus am großen Parterre mit Fontaine vorbei und am Bassin des Mittelkanals rechts über die Brücke. Wendet man sich dann erneut nach rechts und geht immer geradeaus in den Landschaftspark hinein, sieht man bald die Umrisse eines Gebäudes zwischen den Bäumen hervorblitzen: Die Magdalenenklause.