Ein Praktikumsbericht von Josephine Dorothea Oeß // Wir schreiben das Frühjahr 2026 und befinden uns in Schloss Nymphenburg. Nicht in den prachtvollen Appartements, nein: In der Bibliothek der Bayerischen Schlösserverwaltung. In diesem Raum im Erdgeschoss, in den bei gutem Wetter immer mal wieder neugierige Touristen durch die Fenster hineinspähen, versteckt sich hinter den hohen Bücherregalen ein Schreibtisch. Und dieser Schreibtisch füllt sich zunehmend mit kuriosen Objekten: Stapelweise Modelle von Seeigeln und Ammoniten, 3D-gedruckte Hinterfährten eines Chamäleons, ein 80cm langer Streifen Krokodilleder, schließlich ein Paket vom Format eines Umzugskartons, bis oben hin gefüllt mit Kokosnussschalen. Dazwischen Federn, Muscheln und Modelliermasse aus dem Bastelshop und kistenweise Dosen und Gefäße. Und mittendrin: Ich. Praktikantin in der Museumsabteilung. Dreiundzwanzig Jahre alt. Eigentlich Musik- und Theaterwissenschaftlerin. Und mit meinem stetig expandierenden kleinen Urzeit-Zoo so gut beschäftigt, dass ich kaum Gelegenheit habe, mich zu fragen, wie ich hier eigentlich gelandet bin. Wenn man es ganz genau nehmen will, habe ich meinen „Zoo“ dem Markgrafen Friedrich III. von Bayreuth zu verdanken. Im 18. Jahrhundert unterhielt dieser, wie viele aufklärungsbeflissene Regenten seiner Zeit, …