Autor: Bayerische Schlösserverwaltung

#ResidenceWalk – von Königen und Helden

Die Bayerische Schlösserverwaltung wurde am 20. November 1918 als erste Schlösserverwaltung Deutschlands gegründet. Seit hundert Jahren sorgen wir dafür, dass im Freistaat einzigartige Bauwerke, Parklandschaften und Seen erhalten, erforscht, gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dieses 100-jährige Jubiläum wollen wir zusammen mit Euch feiern und zu einem InstaMeet in die Residenz München einladen! Dieses Jahr im Juni eröffneten wir nach zehnjähriger Restaurierung und Sanierung den Königsbau der Residenz München feierlich wieder.  Ludwig I. gab diesen Wohnpalast als Erweiterung der Residenz 1826 in Auftrag – bei seinem Lieblingsarchitekten Leo von Klenze. Von außen gibt sich die Münchner Residenz eher bescheiden, von innen aber ist sie ein königlicher Palast mit reichlich Prunk und Pracht. Die aufwendig restaurierten Nibelungensäle sowie die prunkvoll eingerichteten Wohnräume des Königspaars gehören zu den bedeutendsten Raumkunstwerken der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Im Rahmen unseres ersten InstaMeet in der Residenz München möchten wir Euch gern die Räume aus verschieden Blickwinkeln zugänglich machen. Wir wollen mit Euch den Königsbau und das Cuvilliés-Theater innerhalb einer Empty-Museum-Tour vor der eigentlichen Öffnungszeit erkunden. Was? Führung (circa 2,5 h) am Samstagvormittag, …

studioausstellung herrenchiemsee

„Unbekanntes Neuschwanstein“ – Eine Sonderausstellung im König Ludwig II.-Museum

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, red. Ann Katrin Schulte Die mittelalterliche Ritterkultur und Sagenwelt hat König Ludwig II. Zeit seines Lebens fasziniert. Tannhäuser, Parzival und Lohengrin dienten ihm seit seiner Jugend als Identifikationsfiguren. Diese Faszination lebte er in eindrucksvollem Maße bei der Innenausstattung seines  mittelalterlichen Bauprojektes aus: Schloss Neuschwanstein oder die „Neue Burg Hohenschwangau“, wie Ludwig sie nannte. Besonders im Thron- und im Sängersaal spiegelt sich dies in den dortigen Wandgemälden wider. Ludwig wählte für seine Neue Burg größtenteils Bildthemen aus dem Umkreis der Musikdramen Richard Wagners, die er liebte und verehrte, griff dabei aber ganz bewusst auf die historischen Quellen dieser Werke zurück. Auf der Suche nach Vorbildern für seine geplante Neue Burg und dem Rat seines Freundes Richard Wagner folgend, besuchte Ludwig im Jahr 1867 die damals soeben renovierte und neu ausgestattete Wartburg. Zwei historische Räume der Wartburg – den Fest- und den Sängersaal – verband Ludwig in Schloss Neuschwanstein zu einem neuen Raum, dem Sängersaal. Dieser war ein Lieblingsprojekt des Königs und ist, neben dem Thronsaal, der wichtigste Raum des Schlosses. Er …

Cosa Rara Ludwig II

Statt duftendem Heu nur Braten, Forellen und Rotwein… König Ludwig II. und die Pferde

Von Philipp Weber Ludwig II. war zeit seines Lebens ein Pferdenarr und in jungen Jahren auch ein hervorragender Reiter. Stundenlang, so legen es Quellen nahe, sei der junge Ludwig auf der Reitbahn der Münchner Hofreitschule im Kreis geritten, um so für seine Distanzritte in Richtung der geliebten Berge in Form zu bleiben. In einem österreichischen Gesandtschaftsbericht aus dem Februar 1868 wird hierzu berichtet: „Der König erfaßt den Gedanken, die Reise an einen bestimmten Ort zu Pferde zu machen, berechnet die Distanzen im Verhältnis zum Umfange der Reitbahn und reitet dann mehrere Nächte hintereinander von 8 Uhr abends bis 2, 3 Uhr früh, gefolgt von einem Reitknecht, in der Bahn fort und fort, rund herum, ein jedes Pferd, so lang es gehen kann, hält nach einigen Stunden an und läßt sich in die Bahn ein frugales Souper bringen und reitet dann wieder weiter. Der Reitknecht, der mit dem Könige in der Reitbahn `von München nach Innsbruck´ geritten war, erhielt für diese Begleitung eine goldene Uhr mit Kette.“ Er liebte es auch, in seinen Prunkkutschen nachts durchs …

Hauskapelle Neuschwanstein

Der heilige Ludwig IX. von Frankreich, Namenspatron Ludwigs II.

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, Kurator der Schlösser Ludwigs II. Zum Geburtstag König Ludwigs II. am 25. August Ludwig I. von Bayern, Großvater Ludwigs II., wurde auf den heiligen Ludwig IX. getauft, weil er an dessen Namenstag, dem 25. August, geboren worden war. Als der nachmalige Ludwig II. auch an einem 25. August geboren wurde, bat sich Ludwig I. für seinen Enkel auch diesen Namen aus.

Neuschwanstein_Vorzimmer, elektrische Klingelanlage

Ludwigs modernes Mittelalter

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, Kurator der Königsschlösser Historisch im Stil – modern in der Technik Hofsekretär Bürkel zitierte 1871 Ludwig II. über dessen Neue Burg: „Nach dem AH. Willen Seiner Majestät des Königs soll das neue Schloß im romanischen Stil gebaut werden. Da wir nun gegenwärtig 1871 schreiben, so sind wir über jene Zeitperiode, welche den romanischen Stil entstehen ließ, um Jahrhunderte hinausgerückt, und es kann doch wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß die inzwischen gemachten Errungenschaften im Gebiet der Kunst und Wissenschaften uns auch bei dem unternommenen Bau zugut kommen müssen…; ebensowenig möchte ich zugeben, daß wir uns ganz in die alte Zeit zurückversetzen und auf Erfahrungen verzichten sollen, welche sicherlich schon damals verwertet worden wären, wenn sie bestanden hätten.“

Riedenburg_Burg Prunn

Expertenführung: Von der Burg zum Schloss: 800 Jahre Baugeschichte „umb die Vest Prunn“

Die Burg Prunn im schönen Altmühltal Die mittelalterliche Burg Prunn fasziniert nicht nur durch ihre Lage auf einem Felssporn hoch über der Altmühl. Sie gehört auch zu den wenigen Burgen, die in ihren charakteristischen Bauteilen erhalten ist: Torbau mit einstiger Zugbrücke, Bergfried, Kapelle und Pallas.

Dachau Hofgarten_Achse vom Laubengang zum Hofgärtnerhaus

Ordnung und Strenge im Hofgarten Dachau – Ein Blick auf den korrigierten Wegeverlauf im Obstgarten

Von Manfred Stephan Die Entstehung des Hofgartens in Dachau Der Hofgarten Dachau kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ab 1558 ließ der Wittelsbacher Herzog Wilhelm V. die alte baufällige Burg auf dem sogenannten Kayberg in Dachau von Grund auf erneuern. Es entstand ein mächtiges vierflügeliges Renaissanceschloss.

Badesteg Exter

Sonderausstellung „Julius Exter – Moore, Bäche, See“ am Chiemsee

Von Dr. Thorsten Marr Farben als Ausdruck landschaftlicher Stimmung Bei der diesjährigen Sonderausstellung im Künstlerhaus Julius Exter in Übersee-Feldwies dreht sich alles um das Thema „Wasser“. Badende im Chiemsee, Bootsfahrten, der Uferverlauf des Überseer Baches und der Tiroler Ache, das Moor „Kendlmühlfilzen“. Dabei geht es Exter nicht um topographische Beschreibungen, sondern um die Schilderung von Stimmungen. So lassen sich auf seinen Landschaftsbildern Tages- und Jahreszeiten aber Wärme oder Kühle und Ruhe oder Bewegung ablesen. Mal hat der Künstler die Feldwieser Bucht in morgendliches Licht getaucht, mal rekeln sich Badenixen auf einem heißen Badestrand und dann wiederum meint man das Summen der Insekten zu hören, wenn Exter die laue Luft eines spätsommerlichen Nachmittages einzufangen versucht. Bei den ausgestellten Arbeiten handelt es sich überwiegend um Werke, die nach 1917 entstanden sind. In dem Jahr lässt sich Exter dauerhaft und permanent in Übersee nieder. Die Münchener Wohnung überlässt er seiner Frau, von der er sich kurz vorher hat scheiden lassen. Münchener Künstler und die Landschaftsmalerei Vor dem 1. Weltkrieg aber auch in den 1920er Jahren waren die Münchener …