Autor: Christian Quaeitzsch

Cadolzburg Neues Schloss

Gastbeitrag: Das Burgerlebnismuseum Cadolzburg aus der Sicht eines Kurators #HohenzollernWalk

Heute lehnen wir uns in der Residenz mal wieder entspannt zurück und begrüßen die Gastautoren aus der fränkischen Cadolzburg auf unserem Blog: Nur noch drei Wochen bis zum 23. Juni 2017 wenn in der großen Burganlage die neue Dauerausstellung »HerrschaftsZeiten! Erlebnis Cadolzburg“ eröffnet wird. Aber was heißt es eigentlich für „Museumsleute“, eine Burg erlebbar zu machen? Welche Herausforderungen, Wünsche und Ziele treiben einen Kurator bei der Entwicklung einer Ausstellung an? Das beantwortet uns im heutigen Gastbeitrag Frau Dr. Piereth, Teil des Kuratoren Teams des Burgerlebnismuseum Cadolzburg, in dem sie uns einen Einblick in ihre Arbeit gibt…

Glänzender Start in den Tag – Mit vier PS einmal um die Welt!

Endlich – das Warten hat ein Ende. So viele zuversichtlich – und vorsorglich – aufgesetzte Designer-Sonnenbrillen in der Münchner Innenstadt können nicht irren: Der Frühling naht. Die Sonne ziert sich vielleicht streckenweise noch etwas, aber richtig: sie kommt wieder. Wie sie das macht, mit der ihr eigenen Grandezza und doch gleichzeitig unnachahmlich nonchalant, zeigt eines der wundervollsten Stücke in der reichhaltigen Sammlung historischer Prunkuhren in der Residenz.

Schlittenabteilung Nymphenburg

Kein Helau, aber großes Hallo! Faschingsvergnügen am barocken Münchner Hof

Schon einmal haben wir an dieser Stelle über den Münchner Residenz-Fasching des 17. und 18. Jahrhunderts berichtet – und dabei die an den absolutistischen Höfen hoch beliebten „Bauern-Wirtschaften“ etwas genauer unter die Lupe genommen. Tatsächlich aber wurde in den alljährlichen nasskalten Wochen zwischen Weihnachten und Beginn der vorösterlichen Zeit noch viel mehr geboten – und das war auch in mehrerlei Hinsicht bitter nötig.

Jung gebliebene Göttin verlässt alt-angestammten Platz – Die Venus des Antonio Canova

„Aphrodite die schöne, die züchtige, will ich besingen,/Sie mit dem goldenen Kranz, die der meerumfloßenen Kypros/ Zinnen beherrscht, wohin sie des Zephyros schwellender Windhauch/ Sanft hintrug auf der Woge des vielaufrauschenden Meeres,/ Im weichflockigen Schaum; und die Horen mit Golddiademen/ Nahmen mit Freuden sie auf, und thaten ihr göttliche Kleider/An…“

Residenz München Reiche ZImmer

Weihnachtsstress Anno 1750 – die Adventszeit am kurfürstlichen Hof

Weihnachten naht mit Riesenschritten, und wer das festliche Tempo mithalten will, muss selbst langsam in die Gänge kommen, um die vielen, teils angenehmen, teils misslichen Pflichten im Vorfeld der Feiertage noch termingerecht zu erledigen: sei es in Stellvertretung für den vielbeschäftigten Weihnachtsmann Geschenke zu kaufen, sei es, die letzten Bleche mit Plätzchen zu backen, festliche Grüße per Karte, mail oder WhatsApp zu verschicken, oder, oder, oder…

Abstecher auf der „Italienischen Reise“ – Goethes Besuch in München, September 1786

„Et ego in Arcadia“: „Auch ich [bin/war] in Arkadien“ – so hat es Goethe der 1816/17 erschienenen Publikation der „Italienischen Reise“ vorangestellt, seinen (redigierten) Erinnerungen an den lang ersehnten Aufenthalt in Rom und Neapel in den Jahren 1786/88,  – wobei die paradiesische Hirtenlandschaft des griechischen Arkadien (im 18. Jh. übrigens ein eher trister Landstrich) symbolisch für Italien als den ewigen Sehnsuchtsort der deutschen Künstler steht. Dabei hätte der berühmte Dichter aber auch gut im Kleingedruckten noch ein „et ego in Monaco“ einschieben können, denn auf der hastigen Hinreise in den Süden besuchte er auch kurz München!

Monument Men stehen restauriert an der Wand – die Fresken der Hofgartenarkaden

Rüstige Recken, würdige Weisheitslehrer und da und dort auch eine minnigliche Maid – wer im südwestlichen Abschnitt der Arkaden des Hofgartens promeniert, vielleicht auch nur Schatten oder Schutz vor einem plötzlichen Regenschauer sucht, sieht sich einer mehrere Dutzend Meter langen bayerischen Erfolgsgeschichte gegenüber!

Wie sieht das denn hier schon wieder aus? – Auf Zeitreise in den Gemälden der Residenz

Die Zeit bleibt nicht stehen – was heute aussieht wie für die Ewigkeit gemacht, kann sich morgen oder nächstes Jahr schon als Schnee von gestern erweisen – oder sich doch zumindest als deutlich überholungsbedürftig erweisen. Gerade uns als Betreibern eines museal genutzten historischen Gebäudes, das einen kontinuierlichen Sanierungsbedarf aufweist, ist diese Vergänglichkeit auch der wehrhaftesten und monumentalsten Architektur mehr oder minder schmerzhaft bewusst.