Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wilhelm V.

alchemist Bragadino

Bragadinos Traumkarriere hängt an goldenem Seil – das Schicksal eines Alchemisten am bayerischen Hof

26. April 1591 – eine trübe Morgensonne beleuchtet skeptisch ein befremdliches Schauspiel auf dem Münchner Weinmarkt: Hier ist in der Nacht zuvor ein hoher, signalrot angestrichener Galgen errichtet worden. Am Querbalken schlenkert an diesem windigen Vormittag aber nicht das übliche Henkersseil aus gräulichem Hanf – sondern die gedrehte Schlinge schimmert und gleißt wie ein kostbares Halsband, denn geschickte Hände haben sie rundum mit dünnem Blattgold überzogen! Ein paar Schritte neben diesem makaberen Glanzstück der Henkerskunst „for show“ ist noch eine weitere Richtstätte aufgebaut: ein herkömmliches Schafott, darauf der noch leere „Blutstuhl“, an den der verurteilte Deliquent vor seiner Enthauptung gefesselt wird. Und er, der hier in wenigen Augenblicken Platz nehmen soll, nähert sich nun in der Enfernung, umbrandet vom zunehmenden Getöse der schau- und spottlustigen Menge, begleitet von zwei eifrig auf ihn einredenden Jesuiten-Patern und umringt von einer Hundertschaft Wachen sowie zahlreichen Amtspersonen des herzoglichen Hofes.

Orpheus und die Tiere Johann König

Löwen, Affen & Co. im Hause Wittelsbach

Über Jahrhunderte hinweg war das Sammeln von Tieren und deren Haltung in Menagerien ein beliebter Zeitvertreib des Adels und zugleich Machtdemonstration. Exotische Tiere konnten nur über gute Handelsbeziehungen und mit enormem finanziellen Aufwand erworben und gehalten werden. In einer zweiteiligen Blogserie werfen wir zuerst einen Blick auf die Haltung von exotischen Tieren unter Herzog Wilhelm V. im 16. Jahrhundert. Im zweiten Teil widmen wir uns der Menagerie im Schlosspark Nymphenburg.

Neuerwerbung für unser Museums – das Vorlegemesser Albrechts V.

Das Zeitalter der Renaissance begann in München mit leichter zeitlicher Verzögerung, die neue Strömung musste erst einmal die Alpenbarriere überwinden. Dann ging es aber dafür auch gleich engagiert los: Maßgeblich mit dafür verantwortlich war Herzog Albrecht V. von Bayern, der 1550 an die Regierung kam.

Konzerte in der Residenz damals und heute, Teil 2 – das Antiquarium

Die Residenzwoche 2012 nähert sich ihrem Ende und damit auch die Reihe von Konzerten in historischem Ambiente, die jedes Jahr begleitet von Themenführungen und sonstigen Sonderveranstaltungen, in den Prunksälen des Schlosses abgehalten wird. Heute Abend aber kehrt noch einmal einer der helleren Sterne am Musikerhimmel – wenn auch nur noch im Gesang von 19 Sängerkehlen – an seine alte Wirkungsstätte zurück: