Autor: Thomas Aufleger

Maria Alexandrovna

Maria Alexandrowna – Wie Franken zur „Rettung“ einer Zarentochter wurde!

Niemand hätte es für möglich gehalten – sie selbst wohl am allerwenigsten. Auf Knien dankte Maria Alexandrowna „der guten Vorsehung“, sie zur Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha, eines winzigen deutschen Fürstenstaates gemacht zu haben. Ein noch winzigerer Sommersitz erschien ihr, die im gigantischen Winterpalast zu St. Petersburg das Licht der Welt erblickt hatte, geradezu paradiesisch: „Dir an einem himmlischen Morgen von unserer geliebten Rosenau aus schreiben zu können, ist wie ein schöner Traum. Die Vögel zwitschern, die Fontäne plätschert sanft und man erneuert emsig die Linien für das Lawntennis. Ich war ganz betäubt von dem scheußlichen London mit all seinen Ermüdungen, all seinem Schmutz.“ Die Ankunft in Franken war für die 40-Jährige ein Befreiungsschlag. Mehr noch, sie war eine Heilung, denn England, die Nation ihres Ehemannes, war ihr zutiefst verhasst. Zwei lange Jahrzehnte hatten nicht ausgereicht, Heimatgefühle in ihr zu erzeugen und alles, alles dort empfand sie schlicht als unzumutbar: London („intrigant, bitterkalt, windig, düster – schrecklicher, als ich erwartet hatte!“), das Essen, die Temperaturen, die späten Bettzeiten bei Hof, die Tatsache, dass sie nicht …

mathilde von bayern

„Eigen doch, dass mir keine Kinderleins erblühen sollen“ – Eine Königstochter wider ihre ‘schlanke Taille’

Es war eine überreiche Mitgift, die König Ludwig I. von Bayern seiner ältesten Tochter, Prinzessin Mathilde, zugestand, als sie im Dezember 1833 den hessischen Thronfolger und späteren Großherzog Ludwig III. heiratete. „Herzensthildchen“, des Monarchen Liebling, sollte es an nichts mangeln, wenn sie ihr neues Leben im südhessischen Darmstadt beginne.