Autor: Uwe Gerd Schatz

Linderhof

Ludwig II. kauft den Linderhof am 19. Mai 1869

Die Schwaige »Linderhof« war einst Zehentbesitz des Klosters Ettal. Nach der Säkularisation 1803 kam sie in Privatbesitz. Maximilian II., der Vater Ludwigs II., war seit 1842 im Graswangtal zur Jagd und bewohnte seitdem bei diesen Aufenthalten ein Nebengebäude des Linderhofes. So war es neben dem durch Kindheitserlebnisse vertrauten Schwangau vor allem das Graswangtal, das Ludwig II. schon als Kronprinz wiederholt bei Jagdausflügen von Hohenschwangau aus kennengelernt hatte.

studioausstellung herrenchiemsee

„Unbekanntes Neuschwanstein“ – Eine Sonderausstellung im König Ludwig II.-Museum

Von Dr. Uwe Gerd Schatz, red. Ann Katrin Schulte Die mittelalterliche Ritterkultur und Sagenwelt hat König Ludwig II. Zeit seines Lebens fasziniert. Tannhäuser, Parzival und Lohengrin dienten ihm seit seiner Jugend als Identifikationsfiguren. Diese Faszination lebte er in eindrucksvollem Maße bei der Innenausstattung seines  mittelalterlichen Bauprojektes aus: Schloss Neuschwanstein oder die „Neue Burg Hohenschwangau“, wie Ludwig sie nannte.

Hauskapelle Neuschwanstein

Der heilige Ludwig IX. von Frankreich, Namenspatron Ludwigs II.

Zum Geburtstag König Ludwigs II. am 25. August Ludwig I. von Bayern, Großvater Ludwigs II., wurde auf den heiligen Ludwig IX. getauft, weil er an dessen Namenstag, dem 25. August, geboren worden war. Als der nachmalige Ludwig II. auch an einem 25. August geboren wurde, bat sich Ludwig I. für seinen Enkel auch diesen Namen aus.

Neuschwanstein_Vorzimmer, elektrische Klingelanlage

Ludwigs modernes Mittelalter

Historisch im Stil – modern in der Technik Hofsekretär Bürkel zitierte 1871 Ludwig II. über dessen Neue Burg: „Nach dem AH. Willen Seiner Majestät des Königs soll das neue Schloß im romanischen Stil gebaut werden. Da wir nun gegenwärtig 1871 schreiben, so sind wir über jene Zeitperiode, welche den romanischen Stil entstehen ließ, um Jahrhunderte hinausgerückt, und es kann doch wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß die inzwischen gemachten Errungenschaften im Gebiet der Kunst und Wissenschaften uns auch bei dem unternommenen Bau zugut kommen müssen…; ebensowenig möchte ich zugeben, daß wir uns ganz in die alte Zeit zurückversetzen und auf Erfahrungen verzichten sollen, welche sicherlich schon damals verwertet worden wären, wenn sie bestanden hätten.“