Alle Artikel mit dem Schlagwort: Metallarbeiten

Neuerwerbung für unser Museums – das Vorlegemesser Albrechts V.

Das Zeitalter der Renaissance begann in München mit leichter zeitlicher Verzögerung, die neue Strömung musste erst einmal die Alpenbarriere überwinden. Dann ging es aber dafür auch gleich engagiert los: Maßgeblich mit dafür verantwortlich war Herzog Albrecht V. von Bayern, der 1550 an die Regierung kam.

Niederrhein im Alpenraum – ein Düsseldorfer Prachtlüster in der Residenz

„Ganz schön viel Aufwand für so ein paar Kerzen“ mag mancher Besucher denken, der heutigen Tags auf Entdeckertour durch die Residenz das einstmalige Vorzimmer der Kurfürstinnen durchquert: Von der Mitte der Decke hängt an einer starken Kette ein monumentales Silberobjekt, das sich beinahe erst auf den zweiten Blick als ein – allerdings überaus prunkvoller – Lüster zu erkennen gibt.

Polieren und auf lange Finger klopfen – der Silberdiener Joseph Hölzl

Mit aufmerksamem Blick schaut Joseph Hölzl von dem Schriftstück auf, an dem er mit seinem praktisch verkürzten Federkiel arbeitet, und fixiert uns aufmerksam. Man merkt gleich, wir sind ihm verdächtig, denn Joseph Hölzl hat einen verantwortungsvollen und aufreibenden Job – er ist kurfürstlicher Silberdiener

Eine schimmernde (Geburtstags-)Tafel: Das Münchner Vermeil-Service von Odiot und Biennais

Letzte Woche jährte sich zum 250. Mal der Geburtstag von Jean-Baptiste-Claude Odiot (1763-1850), einem der berühmtesten und einflussreichsten Silberschmiede des 19. Jahrhunderts. In der Residenz können wir noch heute eins der größten zusammenhängenden Tafelservice seiner europaweit tätigen Werkstatt präsentieren.

relief christus reiche kapelle residenz mü

Relief runter, Vorhang rauf – Ostern kann beginnen: Barockes „Theatrum sacrum“ in der Reichen Kapelle

Passend zum Karfreitag ist unser heutiges Auftaktbild mit dem silbernen Kreuzigungsrelief gewählt: Unter dem flachen Kruzifix, an dem der vollplastische, muskulöse Christuskörper tatsächlich mit ganzem Gewicht zu hängen scheint, haben sich links die römischen Soldaten versammelt, während rechts die kummervoll zusammengebrochene Maria von ihren Gefährten versorgt wird.

Gut gebrüllt Löwe – die bronzenen Torwächter der Residenz

München ist eine Löwenstadt – ob es mit der statistisch hohen Anzahl von Tagen mit Sonne zu tun hat, die das dem Wüstentier zugehörige Gestirn ist? Vielleicht ist es auch das selbstbewusste, gern auch grollende und beißfreudige Verhalten der Bewohner. Kaum ein öffentlicher Platz jedenfalls, kein Wappen und kein für den Tourismus gestalteter Bierkrug, den nicht Tatzen, Mähne und Schweif zieren, vom Accessoire für den Fußballfan mal ganz zu schweigen.

Wenn statt Bier, Biertrinker zu Kopfe steigen…

Wenn zur ihren Füßen das Oktoberfest trubelt, beginnt für die Bavaria die strapaziöse Jahreszeit – während sie für viele München-Touristen, die nur wenig Zeit zur Verfügung haben, etwas zu weitab vom Schuss liegt, erkunden nun an schönen Tagen oft fünfmal mehr Besucher als sonst das Innenleben der robusten Bronzedame.

Ritterhelm mit Duschfunktion – der Wittelsbacherbrunnen

Im Sommer dient er als sprudelnde Erfrischung in der steinernen Wüste der Residenzhöfe, winters erinnert er unter seiner geheimnisvollen Holzverpackung an eine – auch erfrischende – Glühweinbude auf dem Weihnachtsmarkt: der Wittelsbacherbrunnen ist ein absolutes Highlight unserer Schlossanlage. Wohl verborgen im Zentrum der verschachtelten, über Jahrhunderte gewachsenen Hofanlagen, bildet er – obwohl nur wenige Schritte vom lärmigen Zentrum mit Marien- und Odeonsplatz entfernt – eine Oase der Stille.

Frühlingsgefühle, ein nasser Bär und zwei Hunde aus Bronze: Die Gärten der Residenz Teil 2

Schon vor zwei Monaten haben wir an dieser Stelle über einen versteckten kleinen Garten der Residenz berichtet – den im späten 16. Jh. errichteten Grottenhof (https://schloesserblog.bayern.de/?p=1157), in dem momentan dank einer großzügigen Spende der Kappelmaier-Stiftung dringend notwendige Restaurierungsarbeiten wieder anlaufen. Der plötzliche Sommereinbruch erleichtert aber nicht nur die mühselige Arbeit der Wandrestauratoren, sondern weckt auch bei uns neue Frühlingsgefühle, und die wollen selbst am Büro-PC ausgelebt werden – wenn auch nur mit der Vorstellung eines weiteren, heute verschwundenen Gartenparadieses, das aber dennoch zahlreiche Spuren hinterlassen hat: