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Ein Affe im Rokoko-Schloss, Saurier im Garten? Ein neues Museumskonzept für Sanspareil

Titelbild mit Logo - Bayreuth Sanspareil 1

Am 8. Mai 2026 öffnet der Morgenländische Bau Sanspareil nach mehrjähriger Restaurierung und mit neuem Museumskonzept seine Türen wieder für die Öffentlichkeit. In der neuen Ausstellung wird so einiges geboten. Die Blogserie zur Neueröffnung verrät mehr. Den Beginn macht die Kuratorin des neuen Museums, Dr. Cordula Mauß, mit Einblicken ins Ausstellungskonzept.


Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie man an einen Affen als Exponat kommt und wie man sein Fell haptisch erfahrbar macht, ohne dass es dabei zu Schaden kommt, ohne dass Artenschutzbestimmungen unterlaufen werden oder die präventive Konservierung – ein Fachbereich unseres Restaurierungszentrums – Angst haben muss vor einem Schädlingsbefall im Museum? Und wundert ihr euch jetzt gerade, warum ich euch etwas vom Affen erzähle – im Zusammenhang mit einem Ausstellungskonzept für eine Rokoko-Schlossanlage in der fränkischen Schweiz?

Und es wird noch wilder!

Ich möchte nämlich bei einer noch früheren erdgeschichtlichen Epoche ansetzen, nämlich in der Jurazeit mit ihren Fischsauriern. In dieser Zeit existierte an der Stelle, an der der sich heute die Schlossanlage Sanspareil mit ihrem beeindruckenden Felsengarten befindet, ein warmes Meer. Darin lebten einige Tierchen, die hier ein Riff bildeten. Stellt euch also vor, ihr schwimmt vor circa 150 Millionen Jahren gemeinsam mit einem Krokodil vorbei an Seeigeln, Quastenflossern und Korallen. Als das Wasser vor ca. 145–100 Mio. Jahren abfloss, blieb das Riff stehen und verkarstete, also verwitterte. Bald darauf (vor 100–60 Mio. Jahren) wehte der Wind das Riff mit Sedimenten zu, in den letzten 30 Mio. Jahren (vor ca. 30 Mio. Jahren bis heute) wurde es erneut freigegeben. So entstand die charakteristische Felsbildung, die ihr in der Gegend seht.

jurazeitliches Sanspareil Meereslandschaft

Wenn man vor circa 150 Millionen Jahren aus dem Fenster des Morgenländischen Baus geschaut hätte 😉 Das jurazeitliche Sanspareil in der neuen Ausstellung. © Frederik Spindler

Eine besonders eindrucksvolle Felsformation befindet sich heute direkt hinter dem Morgenländischen Bau und sie ist der Grund, warum das Schloss hier steht. Dem Bayreuther Markgrafenpaar Friedrich III und Wilhelmine gefiel nämlich die Landschaft. Das Areal nahe der Burg Zwernitz, seit Langem Verwaltungs- und Jagdsitz des Markgrafen, erinnerte die Bauherren an hoch bewunderte chinesische Gärten. Einen solchen wollte Friedrich hier einrichten und ließ damit einen Park anlegen, der eigentlich überhaupt nicht dem Zeitgeschmack entsprach: Keine Symmetrien, keine typische Zonierung, die Natur unterwarf sich nicht der Kunst, sondern die Gartenkunst ergänzte die Natur mit barocken Elementen wie Laubengängen und Staffagebauten. Das Meiste davon ist nicht mehr erhalten.

Den Auftakt zum Garten machte die ebenfalls unter Friedrich errichtete Schlossanlage. Auch hier spielte die Natur eine wichtige Rolle: Der Morgenländische Bau umschließt etwa eine Buche, die somit quasi im Schloss wächst. Die grottierten Fassaden greifen das Äußere der Felsen auf.

Sanspareil Morgenländischer Bau Baum

Natur und Kunst vereint: Ein Baum im Schloss. © BSV/Scherf

Die hiesige Natur, die Felsformationen und der gartenhistorisch äußerst bedeutsame Felsengarten sind also Ausgangspunkt der Gestaltung UND Alleinstellungsmerkmal des Ortes. Diesem Alleinstellungsmerkmal ist das neue Museumskonzept gewidmet. Als Museumsgäste könnt ihr hier die Kultur-, Natur- und Kunstgeschichte des Felsengartens und seiner Schlossanlage erleben, von der Jurazeit über das barockzeitliche Gartenkunstwerk bis zur touristischen Erschließung.

Entsprechend haben wir bewusst darauf verzichtet, das Schloss als reines Raumkunstmuseum wiederherzustellen, als das es in den 1950er Jahren mit Beständen aus anderen Schlössern aus dem Bereich der Schlösserverwaltung eingerichtet worden war. Diese Einrichtung rief bei vielen Gästen den Eindruck hervor, man sähe ein authentisch eingerichtetes Schloss, quasi so, wie es der letzte Markgraf hinterlassen hätte. Das war falsch! Originales Inventar gibt es nicht mehr oder es ist nicht mehr identifizierbar.

Möbel für den Morgenländischen Bau

Möbel für den Morgenländischen Bau: Polsterstühle, fränkisch, 1755/65, mit erneuerten Bezügen. © BSV

Ein historisches Inventar von 1749 vermittelt einen Eindruck, wie die Gebäude der Schlossanlage eingerichtet waren, als sie für das Festprogramm der großen Bayreuther Fürstenhochzeit von 1748 ausgestattet worden waren. Das Inventar führt nicht raumweise, sondern nach Objekten geordnet, Bettzeug, Matratzen, Betten, Tische, Stühle, Uhren, Nachtstühle, Ess- und Kochgeschirr auf. Die Ausstattung schien eher pragmatisch, einem kurzen Aufenthalt angemessen, gewesen – und zudem nicht feststehend, sondern bei Bedarf nach Sanspareil mitgenommen worden zu sein. Wie eine solche Möblierung, entsprechend der Nutzung als Maison de Plaisance (Lustschloss) ausgesehen haben könnte, zeigen wir nun in den Rundkabinetten, unter anderem mit einer der wenigen originalen Sitzmöbelgarnituren aus den Bayreuther Schlössern, die Erbgänge und Kriege überlebt haben. Die Restauratorinnen und Restauratoren der Schlösserverwaltung sowie externer Firmen haben die Objekte mit viel Kompetenz und Engagement für euch ausstellungsfein gemacht. Die beiden Kabinette zeigen mit ihren Einrichtungen und ergänzenden Mitmachangeboten, etwa einer Geruchsstation zu dort konsumierten Getränken, die Funktionen dieser Räume.

Sanspareil 1748 und 2026

Da fehlt doch was? Die Schlossanlage Sanspareil in den Jahren 1748 und 2026. © links: BSV/Radierung, Johann Thomas Köppel, 1748; rechts: BSVKreativinstinkt

Die barocke Schlossanlage, heute nur teilweise erhalten, und ihre Nutzung für höfische Lustbarkeiten, ist also der eher klassischere Teil der musealen Erzählung. Dabei zeigen wir auch, wie die Anlage einst aussah – als die Straße noch nicht das von verlorenen Bauten umsäumte Parterre beschnitt, als zahlreiche Bauten vom Belvedere-Schlösschen bis zur chinoisen Pagode den Garten belebten und barocke Gartenelemente die Felslandschaft ergänzten – einschließlich den Laubengängen, die die Mitglieder des Hofes beim Lustwandeln im hinteren Parkteil vor der Sonne schützten, wo im 18. Jahrhundert noch kein Buchenwald war. Ein Blechdrache, der einst den Äolusturm, eine dem griechischen Windgott gewidmete chinoise Pagode, schmückte, und ein letztes Zeugnis der verschwundenen Bauten darstellt, kam nun als temporäre Leihgabe der Gräflich Giech’schen Sammlungen aus Thurnau nach Sanspareil zurück. Wenn ihr euch jetzt wundert, wie die griechische Götterwelt in einen chinoisen Garten passte: Im 18. Jahrhundert ganz hervorragend. Entsprechend wurde pünktlich zur bereits genannten Bayreuther Jahrhunderthochzeit aus dem „chinesischen“ Garten ein Themenpark zur Telemachie – der Irrfahrt des Telemach auf der Suche nach seinem Vater Odysseus. Telemach, mit einem vergleichbaren Orientierungssinn ausgestattet wie sein Vater, reifte bei seiner Suche zu einem tugendhaften Nachwuchsherrscher. Diese Geschichte fand im Barock Eingang in Erziehungsromane und sollte auch dem jungen Bräutigam der Bayreuther Prinzessin Friederike, dem Württemberger Herzog Carl Eugen, ein nacheifernswertes Vorbild vor Augen führen. In Museum und Park könnt auch ihr euch auf diese mediterrane Reise durch die griechische Inselwelt begeben (wohlgemerkt in einem der trockensten Flecken Bayerns).

Sanspareil Calypsogrotte

„Chinesischer“ Felsengarten mit „griechischem“ Themenpark: Blick aus der Kalypsogrotte ins Felsentheater. © BSV/Scherf

Die Gartengeschichte von der geologischen Entstehung über höfische Gäste auf Reise durch „China“ oder die „griechische Inselwelt“ bis ins frühe 19. Jahrhundert, als Reisende den romantischen Charakter der Anlage schätzten, könnt ihr also erleben. Doch ist es damit nicht getan.

Das Interesse an geologischen Themen beschränkte sich für den Markgrafen Friedrich bei Weitem nicht auf Sanspareil. Als Territorialherr über bedeutende Bodenschätze hatte Friedrich ein ausgeprägtes Interesse an der Geologie und ihrer Erforschung, die wiederum bedeutsam für die wirtschaftliche Ausbeutung der landeseigenen Ressourcen war. Vor allem die vielfarbigen Dekorgesteine, damals „Marmore“ genannt, waren zudem höchst repräsentativ und fanden Eingang in die Bayreuther Schlösser in Form von Kamineinfassungen, Tischplatten, Fußböden und vielem mehr. Im Morgenländischen Bau könnt ihr die Bayreuther „Marmore“ im Wortsinn in Mitmachstationen begreifen und ihre Geheimnisse entdecken.

Markgraf Friedrich III. von Bayreuth Pesne

Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth (1711 – 1763, reg. ab 1735): Bauherr, Sammler, Haustierhalter. Gemälde von Antoine Pesne (Werkstatt), um 1745. © BSV/Scherf

Und wie kommt nun der Affe in die Ausstellung?

Repräsentativ präsentierte der „steinreiche“ Friedrich seine „Landesproducten“, wie es in einigen Textquellen des 18. Jahrhunderts heißt, auch in seinem Naturalienkabinett. Dieses erlitt dasselbe Schicksal wie das Inventar von Sanspareil – die Sammlung zerstreute sich im Laufe der Geschichte in verschiedene Richtungen, unter anderem nach Erlangen. In die Sammlungen der dortigen Universität, einer Gründung Friedrichs, gelangten zahlreiche Objekte aus dem Kabinett. Im Morgenländischen Bau erinnert nun ein exemplarisch rekonstruiertes Naturalienkabinett an die Sammlung und ihre Funktionen – die Themen Forschung und fürstliche Präsentation werden auch in den Mitmachbereichen aufgegriffen. Natürlich gab es im markgräflichen Kabinett nicht „nur“ Steine und Fossilien, etwa von hiesigen Höhlenbären und Riffbewohnern. Als „Mann von Welt“ interessierte Friedrich der Blick über den Tellerrand. Somit fanden sich auch Pflanzen, Tiere und Artefakte aus fernen Ländern. Und der Affe? Der war einst das Haustier des Markgrafen – und fand nach seinem Ableben Eingang in die Sammlung. Das Tier, das ihr heute hier im Museum seht, ist leider nicht das originale – aber ein gutes Beispiel dafür, dass für dieses Ausstellungsprojekt vieles etwas anders war als bei anderen Ausstellungsprojekten der Schlösserverwaltung: Es gab eine rege Zusammenarbeit mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen naturwissenschaftlicher Institutionen. Die ursprünglichen Zusammenhänge diverser wissenschaftlicher und künstlerischer Disziplinen zu zeigen, war mir auch ein Anliegen bei dieser Ausstellungskonzeption.

Das Totenkopfäffchen des Markgrafen Friedrich III

Das Markgräfliche Haustier. Darstellung von Josef Karell (Entwurf), Johann Michael Stock (Kupferstich), Das Totenkopfäffchen des Markgrafen Friedrich III., ca. 1764, veröffentlicht in: Peter Christian Wagner, Abbildungen der seltensten und schönsten Stücke des Hochfürstlichen Naturalienkabinets in Bayreuth. © Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, 2 ZOOL 66, Blatt I.

Für mich als Kunsthistorikerin war diese Neukonzeption eine spannende Reise in andere Wissenschaften, denen ich fachlich nicht alleine gerecht werden konnte. Das ist bei Ausstellungsprojekten wiederum nicht ungewöhnlich, oft arbeiten diverse Disziplinen zusammen und können so Zusammenhänge neu beleuchten. Zudem galt es, aus einem kleinen Budget und eigentlich kaum vorhandenen personellen Ressourcen möglichst viel rauszuholen: Dazu braucht es viele engagierte, kompetente und kreative Menschen, die sich von einem Projekt begeistern lassen und viel Herzblut und Hirnschmalz investieren. Die fand ich glücklicherweise zahlreich innerhalb und außerhalb der Bayerischen Schlösserverwaltung. Menschen, ohne die die kulturgeologischen Themen nicht hohen wissenschaftlichen Standards entsprechend hätten aufgearbeitet werden können, sind Gerhard Lehrberger von der Technischen Universität München und Steinrestauratorin Margreta Sonnenwald. Unser Gartenhistoriker Kurt Grübl, der seit Jahrzehnten in der Gärtenabteilung der Schlösserverwaltung die Gartenhistorie Sanspareils erforscht, unterstützte nicht nur gartenhistorisch, sondern auch bei der Rekonstruktion der markgräflichen Sämereiensammlung im Naturalienkabinett. Ein besonderer Dank im Bereich der Zoologie und ihrer Vermittlung gilt Anja Friederichs vom Naturkundemuseum in Berlin. In vielen Detailfragen halfen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, des Museums König in Bonn oder des Primatenzentrums in Göttingen, sowie der Paläontologe Frederik Spindler – das von ihm geschaffene Diorama ist ein echter Hingucker – und der Präparator Marco Fischer.

Vogelflug Sanspareil

Vogelflug über Sanspareil: Mehrere 3D-Landschaftsmodelle erstellte das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung für die neue Ausstellung. Einen Vogelflug über das heutige Sanspareil kann man auch von daheim unternehmen, zur Reise in die Vergangenheit lädt die neue Ausstellung ein. Modell: © Bayerisches Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung 2026

Eine besondere Bereicherung war auch die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung – aus unserer Kooperation entstanden die 3D-Landschaftsmodelle etwa zur Veranschaulichung der Gartenanlage im 18. Jahrhundert oder zu den markgräflichen Steinbrüchen. Ein im Rahmen des Kooperationsprojekts entstandenes Landschaftsmodell der Schlossanlage Sanspareil und der Burg Zwernitz ist hier zu sehen.  Der Geopark Bayern-Böhmen e.V. in Person seines Leiters Andreas Peterek half mit erdgeschichtlichen Kompetenzen und es entstand zudem ein gemeinsames kulturgeologisches Führungsangebot, das mit den diesjährigen Residenztagen startet. Angesichts der Thematik wäre unsere Ausstellung nichts ohne die zahlreichen leihgebenden Institutionen und Menschen, denen mein großer Dank gilt, vom Bayerischen Nationalmuseum, dank dem ein Prunkstück der einstigen markgräflichen Sammlung, eine große Elfenbeinschüssel, in die Markgrafschaft zurückkehrt, über das Goldbergbaumuseum Goldkronach und das Hauptzollamt München-Flughafen bis hin zum NaturHistorischen Museum Schleusingen und dem Urweltmuseum in Bayreuth, um nur eine Auswahl zu nennen.

Naturalienkabinett, Detail Affe

Frisch bezogen: Das Naturalienkabinett im Morgenländischen Bau. Viele Köpfe und Hände arbeiten zusammen, damit die Exponate pünktlich zur Eröffnung perfekt in Szene gesetzt sind. © BSV/Mauß

Eine große Menge Arbeit hatten die Kolleginnen und Kollegen aus dem Restaurierungszentrum um unseren Projektrestaurator Bernhard Mintrop. Viel Expertise erfordert auch der Aufbau einer Ausstellung, undenkbar ohne unseren Museumstechnischen Dienst Felix Seybold, der für jedes Montageproblem eine Lösung hat; und die Transporte der empfindlichen Exponate, die Markus Santjohanser verantwortete. Es sind viele Stellen, die intensiv an derartigen Projekten beteiligt sind, hier auch unsere Schreiner in der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage als auch in München, das Team der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth um Vorstand Hans-Peter Ströbel, das Team vor Ort in Sanspareil um unseren Kastellan Günther Schwarzott, unser Haushaltsteam, das zahlreiche Vergaben durchgeführt hat, und allerlei aus Platzgründen Nichtgenannte aus Öffentlichkeitsarbeit, Bauabteilung oder Justiziariat.

Dabei gab es für viele Kolleginnen und Kollegen ungewohnte Themen weit jenseits der eigentlichen Zuständigkeiten zu bearbeiten. Unser Restaurator Jan Braun überwand sich und präparierte Vogelspinnen. Unser Restaurator Heinrich Piening, auch studierter Physiker, nutzte seine Kenntnisse in der Optik bei der Entwicklung einer Station, die die Funktionsweise eines barocken Sonnenmikroskops – eine eigentlich fragile Einrichtung – museumstauglich und zum Mitmachen vermitteln soll. So manche Praktikantin mag sich gewundert haben, dass sie im Rahmen eines Praktikums in der kunsthistorischen Fachabteilung der SCHLÖSSERverwaltung Mitmachangebote zu zoologischen Themen– inklusive der Abformung von Spuren exotischer Tiere – bearbeiten oder eine geologische Mikroskop-Experimentierstation organisieren sollte. Und meine Kolleginnen und Kolleginnen in der Museumsabteilung bemerkten interessiert, dass sich in meinem Büro allerlei Steine zu sammeln begannen.

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Was entsteht hier? Der Felsengarten zum Selberbauen. Hier werden noch die richtigen Proportionen und Maße des „Morgenländischen Baus“ in der Schreinerei der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth ausgetüftelt. © BSV/Mauß

Damit all die wissenschaftlichen Inhalte auch passende Vermittlungsformen für unsere vielfältigen Zielgruppen finden, ist die enge Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik besonders relevant. So bin ich als Kuratorin sehr glücklich, dass mir meine Kollegin Kornelia Weiß einerseits eine wichtige Sparringspartnerin war, um Ideen zu hinterfragen und daraus gute Angebote zu schaffen, und andererseits mit eigenen Ideen und Konzepten die Ausstellung entscheidend mitgeprägt hat. Auf sie geht auch die „affenstarke“ Kinder-Audiotour zurück oder die Graphic Novel zur Reise des Telemach, die Ernst Schuster wunderbar gezeichnet hat. Uns verbindet eine wichtige Sache: Unser Anliegen, auch die kompliziertesten barocken Verwirrungen (Lesende der Telemach-Romane diverser barocker Autoren oder Besuchende von Barockopern wissen, was ich meine) und komplexesten wissenschaftlichen Inhalte für unsere zahlreichen Zielgruppen zielgruppengerecht, inklusiv, vielfältig und spannend aufzubereiten – mit einer Konzeption nach dem Mehr-Sinne-Prinzip voller Mitmachangeboten für alle Sinne.

Bei der Entdeckung der Ausstellung wünsche ich euch, unseren Museumsgästen, dass ihr mit ebenso viel Freude die Geheimnisse von Sanspareil entdeckt wie unser Team Freude an der Realisierung dieser Ausstellung hatte.