Autor: Uta Piereth

Cadolzburg_Sonderausstellung

Köstlichkeiten auf Pergament und Gaumen – Eine Sonderausstellung zum ältesten deutschsprachigen Kochbuch

Stichlingsmägen und Finkenzungen als Zutaten für Essbares? Das kommt einem seltsam vor, selbst wenn man dem Mittelalter so allerhand Schräges zutraut… Und doch gibt es ein Rezept im ältesten deutschsprachigen Kochbuch aus jener Zeit um 1350, das diese und andere „Köstlichkeiten“ zu verarbeiten vorschlägt – allerdings nur im Scherz.

Vorsicht Verletzungsgefahr

„Vorsicht! Verletzungsgefahr…“ Die Sonderausstellung auf der Cadolzburg

Erstaunlich! Solche Verletzungen überlebten Menschen? Wenn man die Heilungsspuren an manchem Schädel früherer Jahrhunderte betrachtet, die trotz heftiger Attacken mit scharfkantigen Waffen entstanden sind, staunt man. Beispiele dafür gibt es in der kleinen Wechselausstellung in Cadolzburg zu sehen, die noch bis 21.10. läuft. Allerdings ist klar, dass bei Schlachten und Zweikämpfen die meisten schwere Verletzungen eher nicht überstanden. Vor allem ungeübte und ungeschützte Kämpfer erlagen im späten Mittelalter sicher oft den „erfolgreich“ angewendeten Kampfestechniken ihrer Gegner, ob mit Langschwert, Dolch, Streitaxt oder Armbrust. Da konnten auch die Ärzte der Zeit mit ihrem Wissen und ihren Hilfsmitteln häufig nichts mehr ausrichten. Das wird leicht vorstellbar, wenn man sich so manches Exponat oder Bild in der Ausstellung ansieht oder kurze Textabschnitte aus den Medizinhandbüchern der Zeit liest. Auch wenn man also Respekt vor dem Können und den Tricks der mittelalterlichen Kämpfer hat, ihre Waffen im Museum oder sonstwo bewundert, und auch wenn man vielleicht Regenwurmsalbe oder „Drachenblut“ als gängige Heilmittel zunächst belächelt: Das Ganze geht einem doch unter die Haut… Alle Informationen zur Ausstellung und der Cadolzburg …

Gastbeitrag: EDLE FRAUEN…

Königinnen, Herzoginnen, edle Frauen – ihren Spuren begegnet man in der Residenz München auf Schritt und Tritt, nicht nur in den Räumen, die ausdrücklich nach den Damen benannt sind wie die sog. Charlottenzimmer. Doch auch an Orten, die man mit so nobler Weiblichkeit auf Anhieb nicht in Verbindung bringt, sind die edlen Frauen präsent wie seit kurzem auf der Burg Prunn im Altmühltal: „Ritter, Recken, edle Frauen. Burg Prunn und das Nibelungenlied“ lautet dort das Thema der neuen Dauerausstellung.

Lifestyle auf dem Präsentierteller

Viel Licht, Goldglanz und reflektierende Kristalllüster, noble Gemälde an den grün bespannten Wänden und edelste Schaustücke auf Tischchen und Boden – so präsentierte sich die Galerie des Paradeappartements von Kurfürst Karl Albrecht (1726-45) der feinen Gesellschaft. Wer sich bei den höfischen Abendveranstaltungen in diesem „Spazier-Sahl“ tummelte, konnte damals zwischen den Fenstern sechs vergoldete Tischchen sehen.