Geheimnisse
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Schön? Stark! Kurfürstin Elisabeth von Bayern-Landshut zwischen Franken und Brandenburg

Elisabeth von Bayern Landshut

Sie waren nicht nur Mütter, Schwestern und Gattinnen – sie waren Herrscherinnen, Bauherrinnen, Diplomatinnen und lenkten die Geschicke ihrer Familien: Die Rede ist von Frauen am Hof! Wir widmen uns in diesem Jahr im Rahmen einer größeren Blogreihe einigen heute leider wenig bekannten Damen der bayerischen Geschichte. Die Beiträge drehen sich um das Leben und Wirken außergewöhnlicher weiblicher Persönlichkeiten, die in Verbindung mit unseren Burgen, Schlössern und Residenzen stehen. Den Anfang macht unsere Museumsreferentin Uta Piereth, die in ihrem Beitrag über das Leben von Elisabeth von Bayern-Landshut berichtet.

Elisabeth von Bayern-Landshut

Burg Trausnitz Landshut

Elisabeths Geburtsort: Die Burg Trausnitz in Landshut.

Eine Fürstin, die passenderweise Altbayern, Franken, Nord und Süd verbindet, steht am Anfang unserer Blogreihe: Elisabeth von Bayern-Landshut (1383-1442) stammte aus der altehrwürdigen wittelsbachischen Herzogsfamilie. Eine steile Karriere legte sie an der Seite ihres umtriebigen Mannes Friedrich VI. von Zollern hin, der es vom Burggrafen von Nürnberg zum mächtigen Kurfürsten der Mark Brandenburg brachte (1415/17). Geschichtsschreiber sagten Elisabeth besondere Schönheit nach.

Aber vor allem war sie eines: eine starke Frau und Herrscherin. Ihr Mann war fast ständig auf Achse, im Dienste des Königs oder des Reichs. In diesen Zeiten war sie es, die klug und politisch verantwortungsbewusst die Regierung ausübte, in Franken ebenso wie in der äußerst unruhigen Mark. Und das neben zehn Schwangerschaften und Geburten!

Stifterbild_Elisabeth_Cadolzburger Altar_Jagdschloss_Grunewald

Elisabeth als Stifterin auf dem Cadolzburger Altar, Jagdschloss Grunewald. SPSG.

Dass sie auch die von Fürstinnen erwartete Frömmigkeit an den Tag legte, war selbstverständlich. So ist sie auch auf der einzigen erhaltenen zeitgenössischen Darstellung, dem sogenannten Cadolzburger Altar, gezeigt. Sie galt übrigens wohl auch dem Papst als derart fromme Seele (im zarten Körper), dass er sie ausnahmsweise von den strengen Fastengeboten entband …

Macht ja, Geld nein

In den ersten Ehejahren ab 1401 lebte Elisabeth in Franken, primär in Cadolzburg. Friedrich war oft bei ihr bis etwa 1409/10, doch dann verdingte er sich am Königshof und zog bald auf Geheiß König Sigismunds in die Mark. Im Winter 1413 folgte Elisabeth ihm in den Norden, mit den fünf fürstlichen Kleinkindern im Schlepptau. Ihre Reisekosten musste sich der geldklamme Friedrich von der Begleitung seiner Gemahlin auslegen lassen. Der Empfang in Brandenburg sei dann immerhin sehr herzlich gewesen, heißt es. Allzu oft aber litt das Paar unter den finanziellen Engpässen, musste sich Geld borgen oder sogar den edlen Schmuck verpfänden, um die Herrschaft so ausüben zu können wie es seiner Position entsprach. Selbst die vertraglich zugesicherte Witwenversorgung wurde mit Schulden belastet, wofür Elisabeth die Erlaubnis erteilte – ein außergewöhnlicher Akt, der zeigt, wie sehr die beiden für ihr „Haus“ an einem Strang zogen.

Monatelang war ihr Friedrich oft weg, während sie an seiner Stelle im Norden oder Süden regierte. So nahm sie z.B. 1420 mit der „ganzen vollen Macht und Gewalt“ der Herrschaft nach dem Tod des Schwagers die Huldigung der fränkischen Untertanen in Franken entgegen, schloss Bündnisse, verhandelte mit Fürsten auf Reichstagen und versuchte, den Frieden ausgerechnet mit der schwierigen bayerischen Verwandtschaft zu wahren.

Die Familienverhältnisse

Um ihre Kinder kümmerte sie sich so, wie Fürstinnen das eben taten – durchaus fürsorglich, etwa wenn die Pest nahte und sie von Tangermünde mit den Töchtern vorsichtshalber nach Franken reiste. Einen Sohn begleitete sie dann als Achtjährigen nach Krakau, wo er an die polnische Königsfamilie übergeben wurde: Als Verlobter der Thronerbin sollte er im Lande erzogen werden – sicher kein leichter Abschied für beide Seiten.

Mit ihrem Mann muss sie ein für damalige Verhältnisse sehr gutes, wertschätzendes Verhältnis gehabt haben. Der „liebe Gemahel“ setzte sich denn auch für ihre Erbansprüche und ihren Bruder in Landshut handfest ein. Um Elisabeths Witwenversorgung trotz hoher Schuldenlast zuverlässig abzusichern, veränderte Friedrich die Regelungen mehrfach.

Wappen Elisabeth von Bayern Landshut Cadolzburger Burgtor

Das Wappen Elisabeths von Bayern-Landshut am Cadolzburger Burgtor.

Nach seinem Tod 1440 sollte sie eigentlich als selbständigen Witwensitz Cadolzburg bekommen, mit immerhin 60 Menschen in ihrem eigenen Hofstaat und klar definierten Versorgungsleistungen (u.a. 6 Maas Wein pro Mahlzeit für die Hofdamen). Aber angesichts der Schuldenlage überließ sie die meisten Güter ihren Söhnen und legte ihre Hofhaltung zu guter Letzt sogar mit der ihres Sohnes Albrecht zusammen – in der Cadolzburg. Allerdings starb sie schon wenig später. Ihr Grab im Kloster Heilsbronn ist leider ebenso wenig erhalten wie das ihres Mannes. Es bleibt anderen Erinnerungsformen überlassen, diese Elisabeth zu würdigen als eine Frau an der Macht.

 


Wer sich für mehr zum Thema Frauen der Geschichte interessiert, dem empfehlen wir den Instagram-Account des BR @frauendergeschichte und die Beiträge der Monacensia zum Projekt #femaleheritage.

 

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