Geheimnisse
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Zur Gründung des Herzoglichen Kunst- und Naturaliencabinets Prinz Alberts von Sachsen-Coburg und Gotha im Jahr 1844

naturalienkabinett albert von coburg

Von Dr. Eckhard Mönnig
Naturkunde-Museum Coburg

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen unserer Blogserie anlässlich des Jubiläumsjahres „200 Jahre Albert und Victoria von Coburg“. Heute im Fokus: Prinz Alberts naturkundliche Sammlung, aus welcher später das Naturkunde-Museum Coburg hervorgehen sollte.


 

Büste_Albert von Coburg

Büste von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, William Theed, 1859. Coburg, Schloss Ehrenburg.

Vor dem Familiensaal im Coburger Residenzschloss Ehrenburg steht eine marmorne Porträtbüste von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861), dem Prinzgemahl der englischen Königin Victoria. Auf der Hinterseite steht der Name des Bildhauers sowie das Entstehungsdatum: William Theed, 1859. Aber die Skulptur ist nicht das Original, sondern nur eine Kopie von Baron Marochetti, einem anderen Lieblingskünstler von Victoria und Albert. Im gleichen Jahr, also 1859, äußerte die Direktion des Herzoglichen Naturaliencabinets in Coburg den Wunsch, eine Büste von Albert „zur Aufstellung im Cabinets-Local zu besitzen“, welcher prompt erfüllt wurde.

Aufbau einer naturkundlichen Sammlung

Prinz Albert und sein Bruder Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha (1818 – 1893) begannen schon in Jugendjahren mit dem Aufbau einer naturkundlichen Sammlung. Bereits ihr Großvater, Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld, besaß ein umfangreiches Naturalienkabinett, das er 1806 dem Herzoglichen Gymnasium vermachte. Der damalige Schuldirektor, Johann Christoph Matthias Reinecke, musste es dann „auf höchsten Befehl“ in der Aula als Museum aufstellen. Dabei half ihm sein bester Schüler, Johann Christoph Florschütz (1794-1882), der 1823 zum Erzieher und Hauslehrer der Prinzen Ernst und Albert ernannt wurde. Wir können annehmen, dass er zusammen mit der Großmutter der Prinzen, Herzoginwitwe Auguste, diese ermutigte, ein eigenes Kabinett aufzubauen. Von ihrem Taschengeld kauften die Prinzen dann hauptsächlich Vogelbälge, die ihr Tanzlehrer Charles Boissier ausstopften musste.

Paradisvogel Prinzen Coburg

Paradisvogel aus der Sammlung der Prinzen Ernst und Albert. Naturkunde-Museum Coburg.

Zudem bereicherten auch Mineralien, Konchylien und allerlei Kunstsachen die Sammlung. Nach der mathematischen Ausbildung durch den Statistiker Adolphe Quetelet in Brüssel (1836) und dem Studium in Bonn (1837) gaben die beiden Prinzen dem Kabinett mehr Struktur. Boissier wurde Verwalter, es gab eine doppelte Buchführung der Ein- und Ausgaben, und zwei Inventarverzeichnisse: eines für Vögel, das andere für die Kunstgegenstände.

Das Herzogliche Kunst- und Naturaliencabinet

Ammonit naturaliencabinet albert von sachsen coburg gotha

Ein Ammonit aus dem Jura von England, mit der Handschrift Alberts. Naturkunde-Museum Coburg.

Das Jahr 1844 brachte dann weitere Verbesserungen. Nach dem Tod von Ernst I. wurde aus dem „Cabinet der durchlauchtigsten Prinzen“ das „Herzogliche Kunst- und Naturaliencabinet“, das nun von zwei Wissenschaftlern verwaltet wurde. Deren Arbeit regelte die „Instructrution der Directoren“, mit der das Kabinett als Museum im heutigen Sinne ausgewiesen wurde. Auch nach dem Tod von Albert (1861) und später von Ernst (1893) wurde deren Erbe von ihren Söhnen und Enkeln kontinuierlich fortgeführt, ab 1919 vom Freistaat Bayern durch die Coburger Landesstiftung und die Bayerische Schlösserverwaltung. Somit kann das Naturkunde-Museum Coburg, übrigens eines der 20 größten in Deutschland, in diesem Jahr sein 175-jähriges Jubiläum begehen.

Und wie kam die Marmor-Büste von Albert schließlich ins Schloss?

Die Antwort darauf wissen wir leider nicht. Ernst II. plante schon seit Anfang 1857 das Naturaliencabinet vom Palais am Ketschentor auf die Veste Coburg zu verlegen. Der Umzug erfolgte 1862/63. Da sich Königin Victoria bei ihren Besuchen hauptsächlich im Schloss aufhielt, hat man wahrscheinlich die Büste zur Erinnerung an ihren verstorbenen Mann Albert eben hier aufgestellt.

 


Anlässlich des Festjahres „Albert und Victoria von Coburg“ gibt es bei uns ein spannendes Jubiläumsprogramm. Alle Informationen dazu findet Ihr auf unserer Webseite.

 

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