Alle Artikel mit dem Schlagwort: Restaurierungszentrum

Die Schlösser und ihr Inventar aus allernächster Nähe – die Spezialisten des Restaurierungszentrums gewähren in dieser Rubrik Einblicke in Kunst- und Restaurierungstechniken, die den Betrachtern in den Schlössern meist verborgen bleiben. Auch welche Überlegungen die Restauratoren bei ihrer Arbeit leiten und wie sie die Behandlung eines Objekts planen und begründen, kann man hier erfahren.

Canovas Venus ResMü

Bewegte Schönheit. Zur Neupräsentation von Antonio Canovas Venus in der Münchener Residenz

Wer der Venus von Antonio Canova begegnet, soll ihr nicht nur frontal gegenüberstehen, sondern sie umschreiten, entdecken und immer wieder neu wahrnehmen können. Genau dieses Prinzip prägte bereits ihre frühe Präsentation und geriet im Laufe der Zeit zunehmend in den Hintergrund. Die aktuelle Neupräsentation knüpft bewusst an diese Idee an und macht Bewegung erneut zum Schlüssel der Betrachtung.

Blütengirlanden Venusgrotte Linderhof

“Exotisch, lieblich und paradiesisch“: Blüten in der Venusgrotte Linderhof

„Wie unentbehrlich künstliche Blumen sind, bedarf wohl kaum einer Erwähnung, denn kurz ist die Zeit der Kinder Flora’s und man würde oft bei ihrem Verschwinden untröstlich seyn, wäre es nicht schon lange dem Fleiße gelungen, durch künstliche Nachahmung und Farbenpracht sich einigen Ersatz zu verschaffen; und wirklich hat es das rastlose Bestreben des immer sinnenden Geistes, die fleißige geschickte Hand hierin bereits zum Erstaunlichen gebracht.“

Muschelkahn Linderhof Venusgrotte

Der Muschelkahn in der Venusgrotte Linderhof

1877 bekam Franz von Seitz von König Ludwig II. den Auftrag für den Entwurf eines „aus Eichen- und Lindenholz gebaute[n] Schiff[s], dasselbe muschelartig geschnitzt, durchaus mit Kupfer beschlagen, mit weißem Golde vergoldet und farbig lasirt, dazu ein geschnitzer lebensgroßer Amor und ein Delphin in Zink gegossen, in Naturfarben gemalt, 2 geschnitzte Tauben, reich geschnitzter Überzug, 4 reich geschnitzte vergoldete Ruder, von den feinsten Blumen gefertigte Guirlanden und einem Velour-Teppich für Verfuhr“.

Restaurierungsarbeiten an Karl Theodors Gartenwagen mit Tretantrieb

Vom Staub befreit – Restaurierungsarbeiten an Karl Theodors einzigartigem Gartenwagen mit Tretantrieb

Seit März befindet sich ein außergewöhnliches Fahrzeug aus dem 18. Jahrhundert wieder im Marstallmuseum von Schloss Nymphenburg. Der zur Sammlung des historischen Marstalls gehörende Gartenwagen ähnelt stark dem sogenannten Park-Phaeton des technikbegeisterten Kurfürsten Karl Theodor. Der Unterschied: Während der Phaeton mit Pferdestärken angetrieben wurde, musste den Tretantrieb des Gartenwagens ein auf den Pedalen hinter dem Sitz stehender Lakai mit Muskelkraft in Bewegung setzen.