„ein wundervoll gearbeiteter für den Linderhof bestimmter Kiosk“ – König Ludwig II. erwirbt den Maurischen Kiosk vor 150 Jahren
Ende Mai 1876 war es endlich so weit: König Ludwig II. konnte den vielfach gerühmten Maurischen Kiosk des Preußischen Architekten Carl von Diebitsch aus der Konkursmasse des Eisenbahn-Tycoons Bethel Henry Strousberg erstehen. Neun Jahre zuvor, im Jahr 1867, faszinierte dieser Pavillon den König auf seinem Besuch der Weltausstellung in Paris und ließ ihn seit diesem Zeitpunkt nicht mehr los. Die Suche nach diesem Prunkstück der Maurischen Architekturfantasie des 19. Jahrhunderts gestaltete sich äußerst schwierig und für den Erwerb waren verdeckte Unterhändler monatelang in geheimer Mission in Böhmen und Wien unterwegs. Auf welchen Wegen diese Suche verlief und wie aufwendig die schlussendlich vor 150 Jahren erfolgreichen Verhandlungen waren, ist eines der spannenden Kapitel in der Geschichte des Maurischen Kiosks und seines neuen Besitzers. Ludwig konnte ihn seit ihrem ersten Treffen nicht vergessen. Seine Erscheinung, seine wohlgeformte Proportion und sein blendendes Aussehen überwältigten ihn sofort. Beim ersten Anblick entflammte der jugendliche bayerische König und diese Sehnsucht auf ein Wiedersehn hielt an. Er war die preußische Sensation in der Stadt der Liebe Paris und er gefiel nicht …










