Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schloss Linderhof

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Ein bayerisches Kalenderblatt für den preußischen Architekten Carl von Diebitsch, den Schöpfer des Maurischen Kiosks

Vor 155 Jahren, am 15. Juni 1869 verstarb unerwartet in Kairo der Architekt Carl von Diebitsch, ein Spezialist für den maurischen Baustil, den er mit innovativer Technik in seiner Zeit wiederbeleben wollte. Während die meisten seiner Werke heute verschwunden sind, hat sich eines seiner Hauptwerke, der Maurische Kiosk, für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1867 geschaffen, glücklicherweise im Schlosspark von Linderhof noch mit der von Diebitsch entworfenen Ausstattung erhalten. Grund genug, einen kurzen Blick auf das Leben des in Bayern wenig bekannten preußischen Baumeisters und seiner (Ur-)Version des heute im Ammergaugebirge stehenden Kiosks zu werfen.

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Schönheitskuren für Skulpturen – im Schlosspark Linderhof

Den Schlosspark Linderhof schmücken – neben vielen kunstvollen Vasen, Büsten und Brunnenfiguren – auch 17 lebensgroße Skulpturen aus feinem Kalkstein. Dargestellt sind Allegorien der Weltteile, Jahreszeiten, Elemente sowie Götterfiguren. Seit 2020 läuft eine längere Restaurierungsmaßnahme, in welcher alle Figuren grundlegend gereinigt und konserviert werden. Zeit genug, einen Blick zurückzuwerfen und sich diese außergewöhnlichen Kunstwerke einmal genauer anzuschauen. Denn wie so oft bei unserem „Märchenkönig“, gibt es hinter dem Offensichtlichen immer wieder etwas Neues zu entdecken…

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Kooperation & Kunsthandwerk – Königliche Kamine Teil 2

Zwischen den Restaurierungszentren der Bayerischen Schlösserverwaltung und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kommt es immer wieder zu spannenden Kooperationen. Im letzten Jahr tauschten sich die Werkstatt für Steinrestaurierung mit den Potsdamer KollegInnen zum Thema Pietra Dura (Steinschnitt) aus – also zu Kunstwerken, welche mit hauchdünnen Scheiben aus vor allem kostbaren Natursteinen verkleidet sind. Als praktisches Projekt diente einer der beiden Kamine im Spiegelkabinett von Schloss Linderhof. Doch neben der technischen Seite der Restaurierung barg auch die Geschichte des Kamins einige Überraschungen. Nachdem wir diese im ersten Teil erzählt haben, widmen wir uns nun im zweiten Teil der Restaurierung des außergewöhnlichen Ausstattungsstücks.

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„Bekanntlich von aller Welt völlig abgeschlossen, in einer Wildniß liegend“ – Die journalistische Entdeckung von Schloss Linderhof bis 1872

Keine öffentlichkeitswirksame Grundsteinlegung oder Bekanntmachungen zeichneten den Beginn der Bauarbeiten zu Schloss Linderhof im Jahr 1870 aus. Erst nach und nach drangen Geschichten, Details oder auch fantastische Sensationsnachrichten aus dem einsamen Graswangtal an die interessierte Öffentlichkeit. Ende 1872 wird von einem Abschluss der königlichen Bauten in den Gazetten gesprochen, den wir zum Anlass einer kleinen Presserückschau nehmen.

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Morgenländisches Flair in Bayern – Ludwigs II. orientalische Bauten im Schlosspark Linderhof

Gerade in dieser ungewöhnlichen Zeit träumen wir gerne von exotischen Paradiesen oder begeben uns beizeiten auf imaginäre Reisen in weit entfernte Länder und zu längst vergangenen Orten. Diese Sehnsucht nach dem Fernen und Unbekannten kann wohl nahezu jeder nachempfinden. So ist es im Grunde nicht weiter verwunderlich, dass auch Ludwig II. gerne von solchen Sehnsuchtsorten träumte – mit dem kleinen Unterschied, dass ihm die reine Vorstellung nicht genügte.

Linderhof

Ludwig II. kauft den Linderhof am 19. Mai 1869

Die Schwaige »Linderhof« war einst Zehentbesitz des Klosters Ettal. Nach der Säkularisation 1803 kam sie in Privatbesitz. Maximilian II., der Vater Ludwigs II., war seit 1842 im Graswangtal zur Jagd und bewohnte seitdem bei diesen Aufenthalten ein Nebengebäude des Linderhofes. So war es neben dem durch Kindheitserlebnisse vertrauten Schwangau vor allem das Graswangtal, das Ludwig II. schon als Kronprinz wiederholt bei Jagdausflügen von Hohenschwangau aus kennengelernt hatte.