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Mit der Familie in die Cadolzburg – ab ins Mittelalter!

Cadolzburg mit Kindern

Die eigenen Kinder für Kunst- und Kultureinrichtungen zu begeistern, ist oft eine Herausforderung – aber mit Burgen kriegen wir sie immer! Burgen bieten genügend Projektionsfläche um sie mit Prinzessinnen, Rittern, Folterkammern, Turnieren und rauschenden Festen zu füllen.

Also machten wir uns in den Ferien auf den Weg herauszufinden, was an der Cadolzburg so besonders ist. Das Besondere ist zunächst der Ort: Eine der mächtigsten Fürstenfamilien ihrer Zeit, die fränkischen Zollern, hatten hier ihren Herrschaftssitz. Allerdings haben nicht nur zahlreiche Umbauten dafür gesorgt, dass wir hier keine originale Ausstattung mehr sehen, sondern vor allem ein Brand, der kurz vor Kriegsende 1945 große Teile des Gebäudes beschädigte. Bei dem Wiederaufbau ging es nun darum, das spätmittelalterliche Leben auf einer Burg für den Besucher erlebbar zu machen.

Aber was macht die Cadolzburg zur Erlebnisburg?

Natürlich funktioniert diese „Erlebnisburg“ anders als die Ritterburg im nahe gelegenen Playmobil Funpark. Dort war ich begeistert von dem Perspektivwechsel: Während ich vor meinem inneren Auge noch meine spielenden Kinder im Kinderzimmer sah, bewegten wir uns dort selbst wie Playmobilfiguren durch eine riesige Spielzeugburg.

Garten Cadolzburg

Auch zur kälteren Jahreszeit eine echte Augenweide – der Cadolzburger Burggarten

Was erwartete uns in der Caldolzburg? Wir betraten die Vorburg durch den Torbau und ein großzügiges Gelände öffnete sich vor uns. Auch wenn die Bauten und die Anlage nicht aus dem Mittelalter sind, so konnten wir uns gut vorstellen, wie hier ein großer Hofstaat mit zahlreichen Pferden versorgt wurde und ringsherum unterschiedliche Lager- und Versorgungshäuser in Betrieb waren. Im Burggarten schnupperten wir an den unterschiedlichsten Nutzpflanzen und machten uns Gedanken über deren Verwendung.

Dahinter erhob sich die Hauptburg, die es nun zu erobern galt!

Über eine hölzerne Brücke erstürmten wir sie und wurden mit Pferdegetrappel begrüßt. Zunächst stärkten wir uns in der Burgküche, wo uns der Geruch von Gebratenem in die Nase stieg. Anschließend traten wir im Zweikampf gegeneinander an. Wir legten uns Rüstungen an, waren aber nicht sicher, darin wirklich Angreifern auf längere Zeit standzuhalten. So schwer wogen Sie auf unseren Schultern. Auch hatten wir Mühe die Burg auf dem Wehrgang zu verteidigen, denn das Zielen durch Schießscharten war nicht so einfach wie gedacht.

Im Eichensäulensaal tanzten und hüpften wir in historischen Gewändern, in denen wir uns wie selbstverständlich ganz herrschaftlich bewegten. Und als wir uns erschöpft in die Betten fallen ließen, fanden wir es gar nicht so richtig gemütlich. Wieder in der Gegenwart angekommen, versuchten wir uns schließlich darin, die Burg auf unsere Weise zu sanieren und neu aufzubauen. Natürlich in Rosa! Ihr glaubt uns das nicht? Dann schaut es euch an! Riecht, schmeckt, ertastet und lauscht ins Mittelalter hinein.

Heubett Cadolzburg

Ob das Bett damals gemütlich war?

Wer jetzt befürchtet, doch in einer Art Playmobil Funpark zu landen, den kann ich beruhigen!

Jede Spielerei hat ihren Background. Hinter jeder Mitmachstation steckt historisches Wissen, das auf unterschiedliche Weise erfahrbar gemacht wird. Der kandierte Kümmel, den wir probieren konnten, wurde von einem Konditor nach alten Rezepturen nachgemacht. Während wir uns im Turnierspiel abwechselten, vermittelte uns das Bildmaterial an den Wänden die unterschiedlichen Formen des Wettkampfes im Mittelalter.

Als die Kinder Spaß daran hatten sich den Kurfürstenhut aufzuziehen, konnten wir ringsherum Informationen über den Aufstieg der Zollern sammeln. Und auch der Erkersaal ist nicht nur ein repräsentativer Saal, der heute für Veranstaltungen genutzt werden kann. Hier lässt sich am Beispiel des spätgotischen Sterngewölbes sein Herstellungsvorgang schrittweise nachvollziehen, was mithilfe eines Medientisches erklärt wird.

Hohenzollern Cadolzburg

Wer waren eigentlich diese Hohenzollern? Die Antwort gibt es in der Cadolzburg!

Was uns nachhaltig beeindruckt hat, war das sogenannte Neue Schloss. Hier wird in Ruinen-Atmosphäre die Zerstörung erfahrbar und gleichsam eine andere Seite der Burg gezeigt: Über drei Bildschirmen berichten Zeitzeugen über die Nutzung der Burg als Hitlerjugend-Führerschule, was auch für die Kinder zwar eindringlich, aber nicht überfordernd war.

Für mich war besonders die Klanginstallation von Gerald Fiebig auf der anderen Seite des Neuen Schlosses ein Erlebnis. Mit Musik, Klang und Geräuschen wird hier im Zeitraffer ein Gefühl vermittelt, was in der 800-jährigen Geschichte der Cadolzburg alles so los war – Hut ab!


Öffnungszeiten der Cadolzburg

April-September: 9-18 Uhr
Oktober-März: 10-16 Uhr
Montag geschlossen

Geschlossen am:
1. Januar, Faschingsdienstag,
24., 25. und 31. Dezember

Mehr Informationen findet Ihr auf der Internetseite der Cadolzburg!

 

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