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Zu Gast im Bayerischen Nationalmuseum – Spielwiese EmptyMuseum

BarockerLuxus BNM München

Unter dem Motto #BarockerLuxus lud das Bayerische Nationalmuseum in München am 12. Oktober erstmalig zum exklusiven Bloggerwalk ein. Mit dabei waren 20 Blogger aus den verschiedensten Bereichen. Nicht nur das Team des BNMs war gespannt auf uns, sondern wir auch auf das, was uns erwartete. Gezeigt wurden Highlights aus der neuen Dauerausstellung Barocker Luxus. Ausgestellt sind dort in zwölf neu eingerichteten Sälen über 1600 Kostbarkeiten aus Barock und Rokoko.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den neuen Generaldirektor Herrn Dr. Frank Matthias Kammel ging es los in die Sammlungen, wo uns sechs spannende Kurzführungen von den jeweilig zuständigen Kuratoren erwarteten.

BarockerLuxus BNM Elfenbein

Filigranes aus Elfenbein – Ein Kurfürst am Werk

Los ging es mit nachmittelalterlicher Elfenbeinkunst. Die Sammlung des Bayerischen Nationalmuseums stellt eine der größten und bedeutendsten ihrer Art dar. Der deutschsprachige Raum war vom späten 16. Jahrhundert bis um 1800 ein Zentrum der Elfenbeinschnitzerei und -drechselkunst. Eine Vielzahl der Erzeugnisse dieser Phase kann man in den neuen Räumen bestaunen. Beliebt waren nicht nur komplexe Figuren, teilweise hauchdünn gearbeitet, sondern auch mit exotischem Holz kombinierte Kunstwerke. Dr. Jens Burk hatte zur besseren Demonstration ein unbearbeitetes Stück Elfenbein dabei, das wir anfassen durften. Erstaunlich wie schwer das Material ist!

BarockerLuxus Elfenbein

Nicht nur Drechselmeister fertigten an speziellen Drechselbänken virtuose Stücke an, nein – auch Fürsten und ihre Sprösslinge legten Hand an! Ein Gemälde des Hofmalers Johann Jakob Dorner von 1765 zeigt Kurfürst Max III. Joseph an der Drechselbank. Das Gemälde hängt heute im Kabinett, Raum Nr. 5, in Schloss Nymphenburg. Dort, aber auch in der Münchner Residenz soll es solch ein eigenes Drechselzimmer gegeben haben. In der Residenz befand es sich 1769 hinter dem Schlafzimmer der Reichen Zimmer. Wunderbar, das Gemälde hier direkt mit der Drechselmaschine und dem fertigen Kunstwerk aus der Hand des Kurfürsten vergleichen zu können!

Gemälde, Kurfürst Max III. Joseph an der Drechselbank

Exotisches & Exquisites aus weißem Gold

Auch die Porzellansammlung wusste uns Teilnehmer zu begeistern. Dr. Katharina Hantschmann erzählte mit ihrer wie immer ansteckend begeisternden Art die Geschichte des weißen Goldes: Seinen Siegeszug von Asien nach Europa, die Erfindung des europäischen Porzellans und sie zeigte uns welche Meisterstücke die Modelleure daraus zauberten. Neben den ausdrucksstarken Figuren der Commedia dell’arte von Franz Anton Bustelli, sahen wir uns auch das Frankenthaler Vogelservice genauer an. Spannend ist hier, dass das besondere Service zwischen der Residenz München und dem Bayerischen Nationalmuseum aufgeteilt wurde. Das bedeutet, heute könnt Ihr es in den neuen Ausstellungsräumen beider Häuser bestaunen. Wer mehr zum Service erfahren will, dem sei dieser unterhaltsame Blogbeitrag von Dr. Christian Quaeitzsch, unserem Kurator der Residenz München empfohlen.

BarockerLuxus-Bustelli-Figuren

vogelservice bnm

BarockerLuxus Vogelservice

Auch das Vogelservice wurde eifrig fotografiert!

Textile Schätze – Interieur und Mode

Beim Thema #BarockerLuxus dürften natürlich auch textile Kostbarkeiten nicht fehlen! Hier wurden uns beim Bloggerwalk nicht nur Schätze aus der Kostümsammlung des Bayerischen Nationalmuseums vorgestellt, sondern auch ein exklusiver Einlass in das traumhafte Tattenbachkabinett gewährt. Eines meiner persönlichen Highlights!BarockerLuxus Schmetterling

Das Kabinett ist mit bemalter Seide bespannt und wurde erst kürzlich frisch restauriert und wieder aufgestellt. Besonders aus der Nähe kann man die unzähligen kleinen Details wunderbar bestaunen. So auch diesen entzückenden Schmetterling.

Schön auch, dass auf die Lage des ehemaligen Palais der Grafen Tattenbach in der Münchner Innenstadt verwiesen wurde, aus dem das kostbare Kabinett stammt. Gerne denkt man nun beim Vorbeispazieren an das wertvolle Stück im Bayerischen Nationalmuseum.

Barocker Luxus Tattenbach Kabinett

BarockerLuxus Robe a la francaise

Dr. Johannes Pietsch führte uns durch den Kostümsaal. Zu bestaunen ist dort galante Kleidung des 18. Jahrhunderts. Die Vorliebe für französische Vorbilder wird ebenso deutlich wie die Sehnsucht der höfischen Gesellschaft nach perfekter Künstlichkeit: Perücken, weißer Puder, in Form gebrachte Körper, Kinder in Kleidung für Erwachsene und sogar dressierte Tiere im Kostüm! Schön an der Präsentation aber immer auch der Blick hinter die Kulissen, die Funktion und den technischen Aufbau von Kleidung.

elegante kostüme bnm

International geschätzte Luxusmöbel

Dr. Sybe Wartena gewährte uns einen Blick in die Sammlung von Luxusmöbeln aus der Werkstatt der Familie Roentgen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts exportierte die international bedeutende Möbelmanufaktur in die ganze Welt. Bekannt waren sie für ihre perfekt ausgeführten, aufwendigen Marketerien und für mechanisch besonders ausgeklügelte Raffinessen. Spannend dabei vor allem der Hintergrund, dass die Familie zur protestantischen Glaubensgemeinschaft der Herrnhuter gehörte, die Luxus, geschäftliche Risiken und Kreditaufnahme eigentlich ablehnten – dem widersetzte sich David Roentgen allerdings und wurde so höchst erfolgreich!

BarockerLuxus Möbel

Herrlich, diese Farbigkeit!

BarockerLuxus Blogger BNM

Die höfische Jagd

Natürlich darf beim Thema Barock auch die kulturhistorisch bedeutende Jagd nicht fehlen! Deshalb wurde uns von Dr. Raphael Beuing der entsprechende Bereich in der neuen Ausstellung näher gezeigt. Als bedeutender Teil des höfischen Lebens war die Jagd lange ein Privileg des Adels. Davon zeugen heute noch unzählige Objekte wie kostbare Gewehre, Jagdtrophäen, Jagdbekleidung oder auch Gemälde. Die bayerischen Herrscher nutzten für ihre Jagdleidenschaft übrigens auch viele uns heute noch gut bekannte Erholungsgebiete im Münchner Raum: Nymphenburg, Lustheim, Fürstenried oder auch den Englischen Garten!

BarockerLuxus Jagd BarockerLuxus Waffe

Silber, Glas & Barocke Tafelkultur

Nun zur barocken Tafelkultur! Diese wurde von Dr. Annette Schommers auch ausgiebig, herrlich spannend in vielen Facetten erläutert und demonstriert. So bekamen wir figürliche Trinkpokale, die für Trinkspiele genutzt wurden, von innen zu sehen, lernten wie und womit die höfische Tafel eingedeckt war, sahen uns aber auch silbernes Reiseservice und kostbare farbige Glasgefäße an. So viele bunte Eindrücke! Nicht nur kulturhistorisch höchst interessant, sondern auch ein Fest für das ästhetische Auge.

BarockerLuxus Sturzbecher

BarockerLuxus TafelsilberSilberkammer BNM

 

Der gelungene Bloggerwalk durch die neue Dauerausstellung wurde mit einem netten Get together abgerundet, außerdem gab es perfekt vorbereitete Pressemappen, die sogar mit historischen Kochrezepten ausgestattet waren – sehr zur Freude der anwesenden Food-Blogger! Wer sich für die höfische Fest- und Tafelkultur interessiert, dem sei an dieser Stelle neben dem Bayerischen Nationalmuseum auch noch die neue Ausstellung im Königsbau der Residenz München empfohlen. Dort gibt es an zahlreichen Audiostationen lustige Anekdoten von den Essgewohnheiten und Festivitäten am Münchner Hof.

 


Herzlichen Dank an das Bayerische Nationalmuseum für die Einladung und an Tanja Praske für die Organisation! Ein rundum gelungener Abend. Alle Informationen zur neuen Dauerausstellung des Bayerischen Nationalmuseums findet Ihr hier, alle Beiträge zum Bloggerwalk gesammelt hier.

 

4 Kommentare

  1. Liebe Christina,

    was für ein großartiger Bericht vom BloggerWalk #BarockerLuxus und was für fantastische Bilder von den Objekten und den Teilnehmern! Die Bildsprache ist in der Tat grandios!

    Ich hatte gehofft, dass du die Bezüge zwischen den Häusern herstellst. Es wäre perfekt, die Besucher ließen sich darauf ein, wenn die Museen es schaffen Vernetzungen untereinander herzustellen, so wie ihr und das Bayerische Nationalmuseum jetzt getan habt. Die Verbindung ist sehr eng und es bringt einfach formidalbe Erkenntnisse in der Zusammenschau.

    Ich freue mich sehr auf euren #ResidenceWalk in der Residenz München, die mir viel bedeutet, nicht nur als ehemalige Schlösserfrau, denn im Herzen bleibe ich das. Es freut mich enorm, wenn ich Aktionen begleite, die Verbindungen herstellt!

    Herzlich,
    Tanja

    • Christina Sebastian sagt

      Liebe Tanja,

      herzlichen Dank für die netten Worte. In der Tat, es gibt so wahnsinnig viele Anknüpfungspunkte und Verbindungen zwischen den beiden Institutionen. Mal sehen was sich daraus in Zukunft noch machen lässt…

      Wir freuen uns auch schon sehr auf den #ResidenceWalk und sind gespannt auf die Reaktionen! Schön, dass du auch dabei sein kannst. 🙂

      Liebe Grüße und bis bald in der Residenz!
      Christina

  2. Liebe Christina Sebastian.
    Danke für den kurzweiligen Blogbeitrag. Das Bayerische Nationalmuseum ist stolz, in Schloesserblog.bayern nun ein Plätzchen für sich beanspruchen zu dürfen.
    Vielleicht gibt es ja in Zukunft noch weitere Anknüpfungspunkte …?

    • Christina Sebastian sagt

      Herzlichen Dank! Wir freuen uns sehr, dass wir dabei sein durften! 🙂
      Da gibt es auf jeden Fall noch weitere Anknüpfungspunkte! Eine eventuelle gemeinsame Aktion kommt unbedingt auf die Ideen- und Planungsliste für nächstes Jahr. Was meint Ihr?

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