Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frauen am Hof

Sie waren nicht nur Mütter, Schwestern und Gattinnen – sie waren Herrscherinnen, Bauherrinnen, Diplomatinnen und lenkten die Geschicke ihrer Familien: Die Rede ist von Frauen am Hof! Wir widmen uns in diesem Jahr im Rahmen einer größeren Blogreihe einigen heute leider wenig bekannten Damen der bayerischen Geschichte. Die Beiträge drehen sich um das Leben und Wirken außergewöhnlicher weiblicher Persönlichkeiten, die in Verbindung mit unseren Burgen, Schlössern und Residenzen stehen.

Damenhygiene Beischlaf Spätmittelalter

Hinter verschlossenen Türen? – Beilager, Schwangerschaft und Damenhygiene

„… am Morgen, als wir sie das erste Mal beschlafen hatten …“, so schrieb Friedrich von Brandenburg (1424–1463) im Februar 1449, am Tag nach seiner Hochzeit mit Agnes von Pommern (1434–1512). Dabei handelt es sich keineswegs um einen Tagebucheintrag oder einen intimen Privatbrief, sondern um ein höchst offizielles Dokument, das eine Besitzüberschreibung fixiert. Vereinzelt legen schriftliche Quellen und Abbildungen nahe, dass beim Vollzug der Ehe – also dem ersten Geschlechtsverkehr des fürstlichen Hochzeitspaars – Zeugen anwesend waren. Aber stimmt das wirklich?

Max Emanuel und die Frauen

„Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frauen…“ – oder auch nicht: Frauen an der Seite Max Emanuels

Nicht nur als emotionaler Politiker und lustvoller Bauherr ist unser diesjähriger Jubilar Kurfürst Max Emanuel (1661-1726) – vital und kaum gealtert – in die bayerische Landesgeschichte eingegangen. Sondern gleichfalls, glaubt man der willfährigen Göttin Fama, die in der Residenz, in Schleißheim oder Nymphenburg stets verliebt zu seinen Ehren in ihre Trompete stößt, als großer Frauenheld: Auch hinter Alkovenvorhängen sei der Wittelsbacher, wie auf den Schlachtfeldern der Türkenkriege, stets heroischer Sieger geblieben – in vielfach wechselnden Konstellationen.

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Rebellion statt rote Rosen – Der Kampf um’s eigene Liebesglück der Barbara von Brandenburg

Gerade zum Valentinstag wird, egal ob über Plakate oder berührende Werbeclips, die Bedeutung der wahren Liebe propagiert, in zahlreichen Filmen und Serien wird sie dramatisch inszeniert. Ein Thema, das die Menschen seit jeher beschäftigt. Zu denken, dass es früher doch alles viel einfacher und nicht so verkopft gewesen wäre – vor allem bei den Prinzessinnen – ist weit an der Realität vorbei gedacht.

Sophie von Hannover Titel

Hergebrachte Geschichtsbilder weiten – ein Versuch im Berliner Humboldt Forum

Ein Gastbeitrag von Katja Gimpel und Alfred Hagemann, Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss // Der Name „Hohenzollern“ löst allerlei Assoziationen aus: Bilder von Uniformen und Pickelhauben, vielleicht auch von Sanssouci und dem flötenspielenden „Alten Fritz“ – Preußen eben. Es sind allesamt Bilder von Männern, die mit Vorliebe Friedrich, Wilhelm oder Friedrich Wilhelm hießen. Doch wer denkt bei den Hohenzollern an Barbara, an Anna oder Elisabeth, die im Fokus des Netzwerkprojekts WIRKSAM stehen?

Blick in die Ausstellung

Schönheit, Macht und Vorurteil – Ein Ausstellungsprojekt zwischen historischen Rollenerwartungen und aktuellem Genderdiskurs

Stellen wir uns Prinzessinnen, also hochadlige Frauen des 15. Jahrhunderts als passive Schönheiten vor, die still im Burgkämmerlein auf ihren Herrn warteten, dann sorgt Margarethe von Brandenburg (1412/13–1465) für die ein oder andere Überraschung. Mehr aber noch irritiert die Beschreibung eines Historikers, der sie als „ein großes, fettes, fleischiges und geiles Weib“ charakterisierte. Dagegen erhielt Margarethes Mutter, Elisabeth von Bayern-Landshut (1383–1442), später den Beinamen „die Schöne“. Wie kam es dazu?

Burghausen Frauenzimmer Ausstellung Stube der Herzogin

Frauenzimmer in Burghausen: Von der Forschung ins Museum

Ein Gastbeitrag von Christa Syrer (LMU München) // Studioausstellung „Frauenzimmer – Frauenhof“ Die malerisch auf einem Bergsporn hoch über der Altstadt von Burghausen thronende Burg Burghausen ist touristisch heute vor allem als „längste Burg der Welt“ bekannt. Fachleuten aus der Architekturgeschichte, Burgen- und Festungsforschung ist sie ein Begriff aufgrund ihrer historisch bedeutenden Wehranlagen des 15. und 16. Jahrhunderts.

Margarethe Hohenzollern

Margarethe von Brandenburg: Eine eigenwillige Hohenzollern-Prinzessin im Hofer Klarissenkloster

Ein Gastbeitrag von Dr. Magdalena Bayreuther (Museum Bayerisches Vogtland) im Rahmen des Projekts „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“ // Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Geschichten, in denen junge Frauen gegen ihren Willen ins Kloster gehen mussten und für immer hinter den hohen Mauern verschwanden? Dass ‚frau‘ in einem Kloster auf ungewöhnliche Handlungsspielräume stieß, wird dabei eher selten bedacht.

Elisabeth von Brandenburg: Ziehmutter, Lehrerin, Politikerin. Eine tatkräftige Herzogswitwe aus dem Haus der Zollern

Ein Gastbeitrag von Melina Wießler (Stadtmuseum Nürtingen) im Rahmen des Projekts „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“ // „Ich laß euch wissen, das ich zu hauß bin zogen gen Nurtingen, und volt fast gern, das ir einmall kemt und beseth, wie ich hauß hilt“, schrieb Elisabeth von Brandenburg im Winter 1499 nicht ohne Stolz an ihren Bruder, Markgraf Friedrich von Brandenburg. Der Brief ging an die fränkische Residenz in Ansbach; gerade erst hatte sie das Nürtinger Schloss, ihren Witwensitz, bezogen. In den folgenden 25 Jahren machte sie ihn für einige ihrer Nichten und Neffen zum geliebten Zuhause.