Geheimnisse
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Unsere Lieblingsräume… in Bayreuth

Lieblingsräume Schlösser Bayreuth

Um euch die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung unserer Schlösser und Burgen nach dem langen Corona-Winter zu verkürzen, präsentieren wir euch die Lieblingsräume und -objekte unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Heute sind wir im schönen Oberfranken zu Gast: im Neuen Schloss Bayreuth, in der Eremitage, in Schloss Fantaisie und im Felsengarten Sanspareil!

1. Der Festsaal im Neuen Schloss Bayreuth

Festsaal bayreuth neues Schloss

Der Lieblingsraum unserers Kollegen Herrn Schaller ist der Festsaal des Neuen Schlosses. Hier stellen Putti zwischen dekorativen Rocailles in den Ecken des Saals die vier Elemente dar. Während ein Putto an einem Lagerfeuer kauert, sitzt ein anderer an einem kleinen Gewässer und hält stolz einen gefangenen Fisch in den Händen. Der Dritte findet sich auf Wolken umgeben von Vögeln, der Vierte ist gerade mit der Ernte beschäftigt. „Viele originelle und fantasievolle Details sind hier zu entdecken – ein Spielfeld zum Schauen für mich!“, so der stellvertretende Kastellan.

elemente feuer erde

(1) Der Putto, der das Element Erde symbolisiert, sitzt auf einem Pflug und hält verschiedene Feldfrüchte in den Händen. (2) Das Element Feuer wird von einem Putto repräsentiert, der an einem Lagerfeuer sitzt.

elemente luft wasser Bayreuth neues schloss

(3) Der Putto des Elements Luft befindet sich auf einer Wolke und ist umgeben von Vögeln. (2) Der Putto, der das Element Wasser verkörpert, hat gerade am Ufer eines Gewässers einen Fisch mit seiner Angel gefangen.

2. Das Spielzimmer im Neuen Schloss Bayreuth

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Langeweile, nein danke! Auch Putti wissen, wie man sich die Zeit vertreibt… Im Lieblingsraum von Kastellan Peter Dörner, dem sogenannten Spielzimmer, wird das deutlich. Der Raum, der sich in der Privatwohnung der Markgräfin Wilhelmine und ihres Mannes Friedrich im 2. Stock des Neuen Schlosses Bayreuth befindet, ist nur im Rahmen von Sonderführungen zugänglich.

spielzimmer bayreuth neues schloss putti

Die zarte, detailreiche Stuckierung Pedrozzis zeigt munteres Treiben: Kartenspielen, Würfeln, Schaukeln, Spiel mit Vögeln und Fangen. Und wenn man genau schaut, sieht man, wie faustdick es auch Putti hinter den Ohren haben können…

3. Der Gelbe Salon im Neuen Schloss Bayreuth

gelber salon italienisches schlösschen bayreuth

Hier geht die Sonne auf… – Der Lieblingsraum von Schlossführerin Frau Schaller ist der Gelbe Salon im Italienischen Schlösschen.

italienisches schlösschen bayreuth

Das Italienische Schlösschen.

Der Raum schimmert und glänzt in einem zarten Gelb. Die Wände samt Verzierungen sind mit Lack überzogen, was im 18. Jahrhundert enorm kostspielig war und als besonders edel galt. Aus Holz geschnitzte Blumen verzieren den Raum und holen den anliegenden Hofgarten ins Schlösschen.

4. Das Gobelinzimmer im Neuen Schloss Bayreuth

gobelinzimmer bayreuth neues schloss

Liebevolle Details gepaart mit Erzählfreude – Das zweite Vorzimmer im Neuen Schloss Bayreuth, auch als Gobelinsaal bekannt, ist der Lieblingsraum von Museumspädagogin Kornelia Weiß. Sechs Bildteppiche zeigen Szenen aus den „Metamorphosen“ des römischen Schriftstellers Ovid, die im Barock sehr beliebt waren: Mythologische Verwandlungsgeschichten von Göttern und Menschen voller Wunder und Zaubereien werden dort erzählt.

Gefertigt wurden die Bildteppiche um 1680-1700 in der Königlichen Gobelinmanufaktur in Paris. Derartige Tapisserien waren damals sehr begehrt: Sie waren nicht nur ein edler Wandschmuck, sondern sorgten auch für die Dämmung der kalten Schlosswände. Zudem boten sie die Möglichkeit zum Bildungserlebnis und kultivierten Zeitvertreib.

Um die auf den Tapisserien dargestellten Geschichten zu erfahren, klickt euch gerne durch unsere Facebook-Galerie!

5. Das Japanische Lackkabinett in der Eremitage Bayreuth

eremitage japanisches lackkabinett

Exotisch, fremdartig und kurios – Das Lieblingszimmer von Kollegin Ingeborg Präcklein ist das Japanische Kabinett im Alten Schloss der Eremitage. japanisches lackkabinett eremitage bayreuthDie Wände des Japanischen Kabinetts sind mit Lacktafeln verkleidet. Diese zeigen das glückliche Leben an einem chinesischen Fürstenhof, wie man es sich in Europa im 18. Jahrhundert – aus Erzählungen und mit viel Phantasie – vorstellte. Ausgangspunkt des Dekors waren zwei originale ostasiatische Tafeln mit lackierten Flachreliefs, die Friedrich der Große seiner Schwester Wilhelmine schenkte. An der Fertigung der anderen Lacktafeln war die Markgräfin Wilhelmine – unterstützt von am Hofe tätigen Künstlern – vermutlich selbst beteiligt. Besonders gefallen Frau Päcklein die fantasievollen, asiatisch anmutenden Tiere und Menschen, die den Raum dekorieren.

6. Katakombe Fantaisie

katakombe schloss fantaisie

Dunkel und geheimnisvoll – Eine der eigenwilligsten Architekturen im Schlosspark Fantaisie ist das Lieblingsobjekt von Kastellanin Christine Obst: die Katakombe, die einem in Nähe der Kaskade gelegenen Sandsteinfelsen zu finden ist. Sie beherbergt mehrere Urnennischen sowie einen Blockaltar und erinnert damit an antike Begräbnisstätten. Als Trauerdenkmal diente sie vermutlich dem Andenken an geliebte Verstorbene der Erbauerin, Herzogin Friederike Dorothee Sophie.

Innenraum Katakombe Schloss Fantaisie

Sie ließ das „Scheingrab“ in den Jahren 1793-95 errichten, als sie dem bestehenden Rokokogarten einen Landschaftsgarten im Stil der Empfindsamkeit hinzufügte. „In den Gärten dieser Zeit sind Trauerdenkmäler nicht selten“, so Christine Obst, die bei ihren Führungen durch den Schlosspark den Besuchern gerne den Hintergrund zu dieser „fränkischen Katakombe“ erläutert.

7. Ruinentheater Sanspareil

Bayreuth_Felsengarten Sanspareil_Blick aus der Kalypsogrotte auf das Ruinentheater

Der Lieblingsort von Günther Schwarzott, Kastellan der Burg Zwernitz, des Morgenländischen Baus und des Felsengartens Sanspareil, ist das Ruinentheater im Felsengarten Sanspareil.

Gerne ist er morgens hier –  wenn es noch ruhig ist im Felsengarten ist, wenn noch keine Besucher und Wanderer unterwegs sind; denn dann hört man die Meisen zwitschern, die Dohlen sich um einen Nistplatz streiten und der Turmfalke zieht seine einsamen Bahnen über dem Buchenwald.  Ein Ort zum Seele baumeln lassen… Ein ganz besonderes Theater hat Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth im Hain unweit der Burg Zwernitz ab 1744 von ihrem Hofarchitekten Joseph Saint-Pierre errichten lassen: eine Mischung aus Grotte und Ruine. Während sich der Zuschauerraum (sog. „Kalypsogrotte) unter einem mächtigen natürlichen Felsenbogen befindet, sind der Orchestergraben, die Kulissenbögen und die Rückwand aus Bruchstein gemauert. Wenn man genau hinschaut, kann man wunderbare Details entdecken: Medusa, die mit weit geöffneten Mund und Schlangenhaaren vom Scheitel des ersten Kulissenbogens herabblickt, die Bildnisse von Homer und Virgil an den Seiten des Bogens und einen kleinen Drachen am zweiten Kulissenbogen.

 


Herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen für die Vorstellung ihrer Lieblingsbereiche! Alle freuen sich schon sehr auf künftige Zeiten, wenn sie euch, liebe Leserinnen und Leser, ihre Häuser wieder persönlich vor Ort näherbringen dürfen.

 

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