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„Ich bin allein, wenn ich vergnügt sein will“ – Sonderausstellung im Historischen Museum Bayreuth

Blick in die Sonderausstellung im Historischen Museum Bayreuth

Ein Gastbeitrag des Historischen Museums Bayreuth

// Vor 300 Jahren wurde das Alte Schloss in der Eremitage mit einem großen Fest eingeweiht. Passend dazu lädt das Historische Museum Bayreuth unter dem Titel „Ich bin allein, wenn ich vergnügt sein will“ zu einer Sonderausstellung ein. Das Jubiläum bietet einen passenden Anlass, um sich mit der vielseitigen Geschichte der Parkanlage zu befassen. Ein ganz besonderes Stück der Ausstellung ist ein Modell der Orangerie – heute als Neues Schloss in der Eremitage bekannt – aus der berühmten Pianofortefabrik Steingraeber in Bayreuth.

Die Geschichte beginnt in den 1850er Jahren

Genauer im Jahr 1852 als der gebürtige Thüringer Eduard Steingraeber, der aus einer bekannten Cembalo- und Instrumentenbauerfamilie stammt, eine Pianofortefabrik in Bayreuth gründet, die sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zur größten Bayerischen Klavierfabrik entwickelt. 1872 bezieht Richard Wagner mit seiner Familie ein Haus in direkter Nachbarschaft zur Firma Steingraeber, die ab 1876 regelmäßig die Bayreuther Festspiele beliefert.
Im Jahr 1888 baut George Steingraeber, der älteste Sohn von Eduard Steingraeber, ein Modell des Festspielhauses, das sich heute im Richard Wagner Museum Bayreuth befindet. Das Modell der Orangerie in der Eremitage Bayreuth muss ebenfalls um diese Zeit entstanden sein, vermutlich noch vor dem Eintritt Georges in die väterliche Firma 1892. Ob es sich bei den beiden Modellen um Auftragsarbeiten handelt, ist jedoch nicht bekannt. Ein Jahr nach dem Tod von Eduard Steingraeber im Jahr 1906, verlässt George die Firma Steingaeber & Söhne und geht als „Wiederentdecker des Cembalobaus“ nach Berlin.

Modell Eremitage in der Vorderansicht, © Historisches Museum Bayreuth

Dekorationskunst en miniature

Das Modell der Orangerie ging 1917 als Schenkung in den Bestand des Stadtmuseums, heute Historischen Museum, ein und wurde 1987 mit finanzieller Unterstützung des Vereins der Freunde des Stadtmuseums e.V. von dem Restaurator Peter Pracher aus Würzburg aufwendig restauriert. Es handelt sich hierbei um ein Präsentationsmodell das sehr sorgfältig und aus hochwertigen Materialien ausgearbeitet wurde und zeigt dem Betrachter die Wohnräume im Stil der Spätphase der Bayreuther Dekorationskunst, die Zeit nach Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine.

Modell Eremitage in der Rückansicht, © Historisches Museum Bayreuth

Modell Eremitage in der Rückansicht, © Historisches Museum Bayreuth

Das Grundgestell und die Außenanlagen des Modells sind aus Fichtenholzleisten, Stäben und Pappen gebaut worden, mit Sand verschiedenster Körnung bestreut und anschließend mit matten Farben bemalt worden. Die Rabatten sind aus dicken Wollbändern ausgearbeitet. Die Architektur der Gebäude ist aus Holzstäben geschnitten und geschnitzt und von außen mit verschiedenfarbigen Glassanden auf Leimbasis bestreut. Die Glassande sind im Gegensatz zu den Rabatten und Gartendekorationen nicht mit Farbe beschichtet, sondern durchgefärbt.

Aktuell ist eine erneute Konservierung und Restaurierung des Modells notwendig. Daher kann es derzeit leider nicht in seiner Gesamtheit in dieser Ausstellung präsentiert werden.

 



Sonderausstellung im Historischen Museum Bayreuth

„Ich bin allein, wenn ich vergnügt sein will“.
Eine Sonderausstellung rund um das Alte Schloss in der Eremitage Bayreuth
Ausstellungsdauer: 09.08. bis zum 22.9.2019
Führungen am 22.9.2019 um 15 Uhr

Historisches Museum
Kirchplatz 4
95444 Bayreuth
Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 17 Uhr / Juli/August: täglich 10 – 17 Uhr

Eintrittpreise:
2 €  Erwachsene / 1 €  Schüler, Studenten und Gruppenteilnehmer
1 € pro Person zusätzlich bei Teilnahme an Führungen
Kinder unter 6 Jahren sowie Schulklassen haben freien Eintritt
Sonderausstellungen sind in den normalen Eintrittspreisen mit enthalten.

 

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