Alle Artikel mit dem Schlagwort: Residenz München

„Ja wo laufen sie denn?“ – der Vier-Schimmel-Saal der Residenz, ein rätselhafter Name und ein göttliches Programm

Zu den wenigen gänzlich von Grund auf rekonstruierten Räumen der Residenz gehört neben dem großen, häufig für Konzerte und Veranstaltungen genutzten Kaisersaal am Hofgarten auch der westlich an diesen anschließende Vierschimmelsaal. Erbaut und eingerichtet wurden sie beide ursprünglich im ersten Viertel des 17. Jh. Übrigens ist hier einmal nicht die umfängliche Zerstörungskraft des Weltkriegs Ursache für den Untergang eines frühbarocken Raumkunstwerks, sondern die Baulust des frühen 19. Jh.

„…dergleichen Parücken-Seculum, worinnen wir leben, findet sich in keinen vorigen Zeiten!“

So wundert sich 1743 der Jurist und Historiker Johann Peter von Ludewig. Und tatsächlich ist unser Bild vom 17. und 18. Jahrhundert fast etwas getrübt von dem ganzen Reis- und Weizenpuder, der von den in kunstvolle Locken gelegten falschen Haaren stäubt, die Herren und Damen auf den Porträts des Barock und Rokoko auf ihren Köpfen balancieren.

„Ich will selbst schauen, kein Schauobjekt sein!“ – die Separatvorstellungen für Ludwig II.

  „Das Empfangszimmer der Gräfin du Barry. Rechts im Hintergrund ein äußerst prächtiges Ruhebett. – Bedienter (reißt die Tür auf): „Der Marschall Herzog von Richelieu“ – Der Herzog von Aguillon: „Das wusste ich wohl, dass mein venerabler Herr Onkel nicht auf sich warten lassen würde…“ – Mit diesen Textzeilen, die mitten in die umtriebige Arbeits- und Lebenswelt der letzten Mätresse Ludwigs XV., der Gräfin du Barry, nämlich deren sündiges Schlafzimmer am Hof von Versailles, führen, beginnt am 6. Mai 1872 die erste der berühmten Separatvorstellungen für König Ludwig II.

max emanuel kurfürst bayern

Ma très chère amie… Max Emanuels große Liebe

Februar 1717: In Paris, das nach der schier endlosen Regierung Ludwigs XIV. unter der Herrschaft des genussfreudigen Regenten Philippe d’Orléans interessante Zeiten erlebt, stirbt die gleichfalls lebenslustige Agnes Françoise Le Louchier – ihrem Namen und Titel nach die Gemahlin des kurbayerischen Offiziers Franz Graf von Arco, tatsächlich aber die langjährige Geliebte und einflussreiche Hauptmätresse des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel.

Kratziges zum Aschermittwoch…

Aschermittwoch – nach all der zügellosen Ausgelassenheit der letzten Tage (und Nächte) herrscht betretenes Schweigen – denn das war’s mal wieder: Schluss mit lustig, mit dem Ende der „Nacht vor dem Fasten“ beginnt, oder begann zumindest früher, der lange, kulinarisch steinige Bußgang Richtung Ostern… Dass die zur seelischen Besserung und Entschlackung angesetzten religiösen Bußübungen aber fast wie der Fasching selbst im eigens angefertigten Kostüm gleichsam festlich zelebriert und – zumindest nachträglich – propagandistisch eingesetzt werden konnten, zeigt unser schmuckes kleines Kästchen mit Perlmutteinlagen.

Weihnachtszeit – Geschenkezeit: Eine Neuerwerbung zur Geschichte der Allerheiligenhofkirche

Weihnachten – das wird ja viel zu oft vergessen – ist ja nicht nur die Zeit der Innerlichkeit und Besinnlichkeit, die Feier der Familie und der Nächstenliebe, sondern wunderbarerweise auch die Zeit der Geschenke, solcher die man gern macht und noch lieber erhält. Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, beides optimal miteinander zu kombinieren und sich selbst ein Geschenk zu machen – der Vorteil liegt auf der Hand: das lästige Warten auf das Christkind kann abgekürzt, unnötiges Einpackpapier umweltfreundlich eingespart werden – und man bekommt genau das, was man will!