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Das ist alles tierisch symbolisch gemeint – auf den Spuren des „Physiologus“ in der Residenz

Es kreucht und fleucht, klettert, schwimmt und schleimt, krächzt, brüllt und schnurrt, liegt dekorativ zwischen Obst und Blumenstillleben herum oder stürzt sich malerisch auf Beute: Die in der Residenz ausgestellten Kunstwerke, namentlich Gemälde, Kleinplastik und Bildteppiche, sind eine wahre Menagerie: Tierdarstellungen aus fünf Jahrhunderten, von der exotischen Raubkatze bis zur heimischen Schnecke, geben sich in den hochherrschaftlichen Räumen des einstigen bayerischen Herrschaftszentrums ein Stelldichein. Ist es, weil die Mächtigen schon damals wussten, wie publikumstauglich das stimmungsvolle Nebeneinander von Herrchen und Chief Pet zu bebildern ist? Oder hatten die Wittelsbacher einfach über Jahrhunderte hinweg ein besonders großes Herz für Tiere?

Keine fliegenden Teppiche, aber solche, auf die man fliegt: Die Otto-von-Wittelsbach-Tapisserien

Otto hat es eilig: Im goldverzierten Harnisch, den Federhelm auf dem Kopf und die Fahne keck geschultert, ist er auf dem Weg in die Zukunft: Die entfaltet sich in diesem Fall im Hintergrund in Gestalt klettergewandter Krieger, die waghalsig auf senkrecht an einer steilen Felswand lehnenden Sturmleitern emporklimmen. Dargestellt ist ein für das Herrscherhaus der Wittelsbacher entscheidender historischer Moment, die Eroberung der Veroneser Klause im September 1155:

Es werde Licht – Neuer Glanz in alten Zimmern

Häufigeren Besuchern der Residenz wird es vielleicht schon aufgefallen sein, dass sich seit diesem Jahr in zahlreichen Bereichen des Museums etwas geändert hat: Vor allem in den barocken Prunkräumen aus dem frühen 17. Jahrhundert, den sogenannten Stein – und Trierzimmern, die sich im Osten und Westen um den Kaiserhof gruppieren, ist es deutlich heller geworden.