Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wirksam

WIRKSAM-Landshut

Ein „Strauß Margeriten“ oder: Galerie vergessener Frauen

Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai und Roxana Panetta // Nein, mit den „Margeriten“ sind nicht die Blumen gemeint, die sich gerade auf der Blühwiese der Burg Trausnitz sanft im Wind wiegen, sondern sechs fürstliche Damen mit dem Vornamen Margarethe. Wie auch der Name der Blumen leitet sich dieser vom altgriechischen μαργαρίτης (margarítēs) für „Perle“ ab. Und genau solch kostbare Perlen sind die Damen, die wir nun aus der Vergessenheit holen wollen. Oder kennt ihr die Margarethe, die sich selbstbewusst über die geltenden Wittelsbacher Hausverträge hinwegsetzte und maßgeblichen Einfluss auf die bayerische Landesteilung nahm? Oder wisst ihr, dass einer Margarethe die Landshuter Hochzeit zu verdanken ist?

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Goldene Wagen, Frauenzimmer und jede Menge Pferde: Der Standard fürstlicher Hochzeiten im Spätmittelalter

„Am Sonntag kommt man und am Montag sticht man, am Dienstag rennt man und am Mittwoch zieht man fort.“ Mit diesen lapidaren Worten fasste Albrecht Achilles von Brandenburg (1414–1486) spätmittelalterliche Fürstenhochzeiten zusammen und zeigte damit deutlich, was ihm – und wohl vielen Herren – am wichtigsten war, doch spiegelt es nicht ansatzweise den Aufwand wider, der für solche Feste betrieben wurde, auch und gerade von Albrecht Achilles.

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Hinter verschlossenen Türen? – Beilager, Schwangerschaft und Damenhygiene

„… am Morgen, als wir sie das erste Mal beschlafen hatten …“, so schrieb Friedrich von Brandenburg (1424–1463) im Februar 1449, am Tag nach seiner Hochzeit mit Agnes von Pommern (1434–1512). Dabei handelt es sich keineswegs um einen Tagebucheintrag oder einen intimen Privatbrief, sondern um ein höchst offizielles Dokument, das eine Besitzüberschreibung fixiert. Vereinzelt legen schriftliche Quellen und Abbildungen nahe, dass beim Vollzug der Ehe – also dem ersten Geschlechtsverkehr des fürstlichen Hochzeitspaars – Zeugen anwesend waren. Aber stimmt das wirklich?

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Mission accomplished: Eine Zollern-Fürstin als Akteurin zwischen Reich und Rom

Barbara von Brandenburg (1422–1481) ist unter den Zollernfrauen des 15. Jahrhunderts eine bekannte Erscheinung, allein schon dank der berühmten Darstellung von Andrea Mantegna im Palazzo Ducale in Mantua: eine Matrone mit Schleier neben dem Markgrafen Ludovico Gonzaga, ihrem Mann, und inmitten einer Schar Kinder. Dass sie dort so selbstverständlich und großformatig als Mittelpunkt dieses adligen „Hauses“ inszeniert wurde, ist kein Zufall. Ihre Ehe gilt als Beispiel einer äußerst geglückten dynastischen Verbindung. Und Barbara war es, die aktiv als Scharnierfigur und besonders WIRKSAM die Achse ihrer familiären Kontakte mit der Kurie ausbaute – damals einer höchst wichtigen Instanz.

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Rebellion statt rote Rosen – Der Kampf um’s eigene Liebesglück der Barbara von Brandenburg

Gerade zum Valentinstag wird, egal ob über Plakate oder berührende Werbeclips, die Bedeutung der wahren Liebe propagiert, in zahlreichen Filmen und Serien wird sie dramatisch inszeniert. Ein Thema, das die Menschen seit jeher beschäftigt. Zu denken, dass es früher doch alles viel einfacher und nicht so verkopft gewesen wäre – vor allem bei den Prinzessinnen – ist weit an der Realität vorbei gedacht.

Blick in die Ausstellung

Schönheit, Macht und Vorurteil – Ein Ausstellungsprojekt zwischen historischen Rollenerwartungen und aktuellem Genderdiskurs

Stellen wir uns Prinzessinnen, also hochadlige Frauen des 15. Jahrhunderts als passive Schönheiten vor, die still im Burgkämmerlein auf ihren Herrn warteten, dann sorgt Margarethe von Brandenburg (1412/13–1465) für die ein oder andere Überraschung. Mehr aber noch irritiert die Beschreibung eines Historikers, der sie als „ein großes, fettes, fleischiges und geiles Weib“ charakterisierte. Dagegen erhielt Margarethes Mutter, Elisabeth von Bayern-Landshut (1383–1442), später den Beinamen „die Schöne“. Wie kam es dazu?

Margarethe Hohenzollern

Margarethe von Brandenburg: Eine eigenwillige Hohenzollern-Prinzessin im Hofer Klarissenkloster

Ein Gastbeitrag von Dr. Magdalena Bayreuther (Museum Bayerisches Vogtland) im Rahmen des Projekts „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“ // Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Geschichten, in denen junge Frauen gegen ihren Willen ins Kloster gehen mussten und für immer hinter den hohen Mauern verschwanden? Dass ‚frau‘ in einem Kloster auf ungewöhnliche Handlungsspielräume stieß, wird dabei eher selten bedacht.