Alle Artikel in: Residenz München

 

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Revolution und der Absetzung der Wittelsbacher 1918 ist die Münchner Residenz die wichtigste Regierungszentrale und das Herz Bayerns gewesen. Die zahlreichen Geschichten, welche dieser besondere Schauplatz bisher erlebt hat, werden in dieser besonderen Kategorie von unserem Kurator Dr. Christian Quaeitzsch mit einer guten Portion Humor erzählt!

„…dergleichen Parücken-Seculum, worinnen wir leben, findet sich in keinen vorigen Zeiten!“

So wundert sich 1743 der Jurist und Historiker Johann Peter von Ludewig. Und tatsächlich ist unser Bild vom 17. und 18. Jahrhundert fast etwas getrübt von dem ganzen Reis- und Weizenpuder, der von den in kunstvolle Locken gelegten falschen Haaren stäubt, die Herren und Damen auf den Porträts des Barock und Rokoko auf ihren Köpfen balancieren.

„Ich will selbst schauen, kein Schauobjekt sein!“ – die Separatvorstellungen für Ludwig II.

  „Das Empfangszimmer der Gräfin du Barry. Rechts im Hintergrund ein äußerst prächtiges Ruhebett. – Bedienter (reißt die Tür auf): „Der Marschall Herzog von Richelieu“ – Der Herzog von Aguillon: „Das wusste ich wohl, dass mein venerabler Herr Onkel nicht auf sich warten lassen würde…“ – Mit diesen Textzeilen, die mitten in die umtriebige Arbeits- und Lebenswelt der letzten Mätresse Ludwigs XV., der Gräfin du Barry, nämlich deren sündiges Schlafzimmer am Hof von Versailles, führen, beginnt am 6. Mai 1872 die erste der berühmten Separatvorstellungen für König Ludwig II.

Ma trés chère amie… – Max Emanuels große Liebe

Februar 1717: In Paris, das nach der schier endlosen Regierung Ludwigs XIV. unter der Herrschaft des genussfreudigen Regenten Philippe d’Orléans interessante Zeiten erlebt, stirbt die gleichfalls lebenslustige Agnes Françoise Le Louchier – ihrem Namen und Titel nach die Gemahlin des kurbayerischen Offiziers Franz Graf von Arco, tatsächlich aber die langjährige Geliebte und einflussreiche Hauptmätresse des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel.

Kratziges zum Aschermittwoch…

Aschermittwoch – nach all der zügellosen Ausgelassenheit der letzten Tage (und Nächte) herrscht betretenes Schweigen – denn das war’s mal wieder: Schluss mit lustig, mit dem Ende der „Nacht vor dem Fasten“ beginnt, oder begann zumindest früher, der lange, kulinarisch steinige Bußgang Richtung Ostern… Dass die zur seelischen Besserung und Entschlackung angesetzten religiösen Bußübungen aber fast wie der Fasching selbst im eigens angefertigten Kostüm gleichsam festlich zelebriert und – zumindest nachträglich – propagandistisch eingesetzt werden konnten, zeigt unser schmuckes kleines Kästchen mit Perlmutteinlagen.

Sein und Schein – Steiniger Weg zur Wittelsbacher Kaiserkrönung 1742

„Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen mit einer Pracht und einem Jubel ohne gleichen…“ – so notiert es der frisch gebackene – nein gekrönte – Kaiser Karl VII., kurz zuvor noch „schlichter“ Kurfürst von Bayern, am Abend eines für ihn ebenso denkwürdigen wie zermürbenden 12. Februar 1742 in sein Tagebuch.

Weihnachtszeit – Geschenkezeit: Eine Neuerwerbung zur Geschichte der Allerheiligenhofkirche

Weihnachten – das wird ja viel zu oft vergessen – ist ja nicht nur die Zeit der Innerlichkeit und Besinnlichkeit, die Feier der Familie und der Nächstenliebe, sondern wunderbarerweise auch die Zeit der Geschenke, solcher die man gern macht und noch lieber erhält. Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, beides optimal miteinander zu kombinieren und sich selbst ein Geschenk zu machen – der Vorteil liegt auf der Hand: das lästige Warten auf das Christkind kann abgekürzt, unnötiges Einpackpapier umweltfreundlich eingespart werden – und man bekommt genau das, was man will!

Macht hoch die Tür… – oder zumindest schön! weiß-goldene Schnitzkunst im Puille-Kabinett

Weihnachtszeit ist Adventskalenderzeit und Adventskalenderzeit ist Türchenzeit: Während in den Büros und Designabteilungen der Lebensmittel- und Geschenkeindustrie vermutlich ab Hochsommer verzweifelte Grafiker über der Frage brüten, welche niedlichen Sympathieträger, Nikoläuse und rotnasigen Rentiere denn diese Saison wieder auf die vermaledeiten vierundzwanzig vorgestanzten Kalenderöffnungen gedruckt werden können, haben wir dieses Problem in der Residenz zum Glück nicht: Türe und Toren in diversen Größen, Farben und Formen haben wir deutlich mehr als vierundzwanzig und die Überraschungen dahinter sind zwar selten aus Schokolade, machen aber dennoch viel Freude.

Zwar „nur“ Kopie – aber wie!! Die „Alexanderhochzeit“ in der Residenz

In den sogenannten „Charlottenzimmern“ der Residenz (so benannt nach einer der Töchter Max I. Josephs, die diese Räume ab 1814 einige Zeit bewohnte) hängt unter vielen Porträts des 19. Jahrhunderts ein Gemälde, das sich unter seinen Nachbarn schön, aber etwas eigenartig ausnimmt – scheint es doch als einziges der Bilder ganz eindeutig früheren Datums, nämlich aus der Renaissance zu stammen.