40 Suchergebnisse für: goldene saal

Ausschnitt-Decke-Gold.-Saal

„Wo zwei oder drei Gerechte versammelt sind…“ – Der Goldene Saal in der Münchner Residenz und sein Bildprogramm

Am 6. November jährt sich einmal mehr der Geburtstag der berühmten Henriette Adelaide (1636-1676), geborene Prinzessin von Savoyen und seit 1650 Gemahlin des Kurfürsten Ferdinand Maria (reg. 1651-1679), die sicher eine der faszinierendsten Frauengestalten in der Geschichte der bayerischen Wittelsbacher gewesen ist. Grund genug, sich einmal mehr in diesem Blog mit den erhaltenen Überresten ihres einst großartigen Wohnappartements im Südwesten des Residenzareals zu beschäftigen, dessen Ausstattung ganz auf die Selbstdarstellung der nach einer kurzen Glanzzeit relativ jung verstorbenen Kurfürstin zugeschnitten war.

türkischer saal schachen königshaus

Orient made in Munich! Die kunsthandwerkliche Ausstattung des Türkischen Saals im Königshaus auf dem Schachen

Dem Hofbau-Ingenieur Joseph Röhrer gelang 1870, was in unseren Tagen bei Bauprojekten nur noch selten gelingt: er blieb im Kostenrahmen – zunächst. So schätzte er, dass für die Errichtung des Königshauses auf dem Schachen mitsamt Küchengebäude und Stallungen 22.000 Gulden zu veranschlagen sind. Dass die Baukosten bis zur finalen Fertigstellung des königlichen ‚Retreats‘ im Jahr 1872 dennoch drastisch ansteigen sollten, ist allein auf die stets gefürchteten „Nutzerwünsche“ des Bauherrn Ludwig II. zurückzuführen: Dieser stellte sich seinen Türkischen Saal im Obergeschoß wesentlich größer und orientalischer vor und gab deshalb umfangreiche bauliche Änderungen in Auftrag. So floss in den Jahren 1871 und 1872 mit gut 110.000 Gulden nochmal das Fünffache der ursprünglich veranschlagten Bausumme in die „Erweiterung des Aufbaues oder oberen Stockwerkes“ und „die innere Ausschmückung und vollständige Einrichtung der vergrößerten Lokalitäten“. Um diese Zahlen etwas greifbarer zu machen: Münchens erster Oberbürgermeister verdiente in den 1870er Jahren jährlich etwa 5.500 Gulden, ein Maurer bekam täglich 2 Gulden (pro Jahr also weit unter 1000 Gulden) und die von der anstrengenden Arbeit auf der Ausnahmebaustelle auf 1866m Höhenmetern durstigen …

Header Teller Residenz

Stresstest für den „Hofmarschall“ – ein Blick hinter die Kulissen des fürstlichen Speisesaals

SchlossGenuss, so heißt die aktuelle Blogparade die derzeit von „Schlösser und Gärten e.V.“ veranstaltet wird – und das verheißungsvolle Motto kann vieles beinhalten – es mag gelten für das erfreuliche tête-à-tête des allergnädigsten Landesvaters mit der tagesaktuellen Mätresse im dezent-prunkvollen Interieur eines Rokoko-Kabinetts.

Nichts bleibt, wie es is(s)t…. – Der verschwundene Speisesaal des François Cuvilliés

So mancher, der heute durch die über 120 Schauräume unserer Residenz wandert und die oft gleich mehrfach vorhandenen, prachtvoll ausgestatteten Schlafzimmer, Schreibkabinette, Festsäle und Vorzimmer bewundert, vermisst in diesem ganzen höfischen Ausstattungsluxus oft zwei Sorten von Gemächern, die mittlerweile zum wohnen einfach dazugehören: Badezimmer und ein Raum für die täglichen Mahlzeiten. Das Fehlen von repräsentativen und kommoden Badezimmern in unserem Schloss ist ein betrübliches und etwas anrüchiges kulturhistorisches Thema, das demnächst einmal in einem eigenen Beitrag behandelt werden soll. Die vergebliche Suche nach einem gemütlichen Esseckchen für den bayerischen Kurfürsten und seinen Hofstaat hat hingegen seine eigene Geschichte:

Goldene Verlockung: Wie der Blick auf die Uhr zur Gewissensfrage wird…

Mit einem Schwung seiner goldenen Flügel senkt sich der junge Mann herab, um dem Mädchen vor ihm, statt sich lange mit Reden aufzuhalten, ein flatterndes Spruchband mit einer Botschaft zu überreichen. Sie nimmt es mit der rechten Hand entgegen, während sie auf der linken ein Täubchen balanciert. Das Paar umwirbelt eine schimmernde, fließendweiche Wolke, Rosen ranken sich um sie und – ach ja – die Zeit wird auch angezeigt, denn eigentlich handelt sich hier um eine Uhr…  

Tabourets Schachen Königshaus

‚Hier saß in türkischer Tracht Ludwig II. lesend‘ – Die Restaurierung der Tabourets Ludwigs II. aus dem Königshaus auf dem Schachen

Hella Huber und Cornelia Wild // ‚Hier, zwischen den zwei Fenstern, saß in türkischer Tracht Ludwig II. lesend, während der Troß seiner Dienerschaft, als Moslems gekleidet, auf Teppichen und Kissen herumlagerte, Tabak rauchend und Mokka schlürfend, wie es der königliche Herr befohlen hatte, der dann häufig überlegen lächelnd die Blicke über den Rand des Buches hinweg auf die stilvolle Gruppe schweifen ließ. Dabei dufteten Räucherpfannen, und wurden große Pfauenfächer durch die Luft geschwenkt, um die Illusion täuschender zu machen‘. So beschreibt Luise von Kobell 1898 einen der seltenen Aufenthalte des bayerischen Königs im Türkischen Saal auf dem Schachen. Den Bau in traditioneller Holzkonstruktion hatte Ludwig II. als Gesamtkunstwerk konzipiert und im Obergeschoss mit einem prachtvollen orientalischen Saal ausstatten lassen. Nach strengen Vorgaben des Königs erfolgte die Umsetzung der Entwürfe in enger Abstimmung mit den ausführenden, zumeist einheimischen und Münchner Kunsthandwerkern. Die Vorgehensweise spiegelt sich in der stilistischen Einheitlichkeit des imposanten Raumes wieder. Anlässlich des 175. Geburtstages Ludwigs II. wurden die sechs Tabourets im Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung bearbeitet. Die Recherche und kunsttechnologische Voruntersuchung durch die Fachrestauratorinnen …

Sieben Mal Karl der Siebte – Ein Wittelsbacher setzt sich ins Bild

Wie schon in früheren Blogbeiträgen angekündigt, gibt es dieses Jahr in der Schlösserverwaltung ein gleich doppeltes Jubiläum zu feiern – es wird kaiserlich und hochzeitlich: Im August jährt sich zum 325 Mal der Geburtstag des bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht (1697-1745), der nach langen Hin und Her schließlich 1742 lang gehegte Wittelsbacher Träume wahr machte und die Krone des Heiligen Römischen Reiches erlangte, weshalb er nach „imperialer Zählung“ als siebter Kaiser Karl in den Genealogien und Herrscherlisten erscheint – wenn auch nur kurz, nämlich drei politisch und kriegerisch bewegte Jahre lang bis zu seinem frühen Tod 1745. Einen ersten Anlauf auf diese künftige Rangerhöhung hin hatte der jugendliche Kurprinz Karl Albrecht aber bereits vor nun 300 Jahren im Herbst 1722 unternommen, als er im Auftrag von Papa Max Emanuel (reg. 1679-1726) die Kaisertochter und österreichische Erzherzogin Maria Amalia aus dem Hause Habsburg zum Traualtar führte – eine Verbindung mit Zukunftspotenzial sowie politischer Sprengkraft, die am Münchner Hof mit nie dagewesener Pracht und Kosten eines gesamten Staatshaushalts vier Wochen lang gefeiert wurde…

Hofnarren Serie Burg Trausnitz

Die Hofnarrenbilder auf der Burg Trausnitz – ein gehobener Bilderschatz der Renaissance

von Brigitte Langer und Inga Pelludat Fünf ungewöhnliche Bildnisse sind nach ihrer Restaurierung wieder auf die Burg Trausnitz zurückgekehrt und nun im Vorsaal der Fürstenetage in neuem Arrangement zu bewundern. Mittels kunsthistorischer Forschung und restauratorischer Untersuchung gelang der Nachweis, dass die auf Holz gemalten Tafelbilder vor rund 450 Jahren entstanden sind und zum authentischen Gemäldebestand der Burg Trausnitz gehören. Sie sind Teil der sogenannten Hofnarren-Serie aus der Zeit des Erbprinzen Wilhelm.